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Der Wille des Volkes

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Charles Lewinskys souverän erzählter Krimi spielt in einer unheimlichen in einer Zukunft, in der die Schweiz allein von einer national-populistischen Partei regiert wird. Der pensionierte Journalist Kurt Weilemann erhält eine rätselhafte Botschaft von einem Kollegen, der kurz darauf stirbt. Weilemann will den Mord aufklären, bekommt es aber zuerst mit der Politik und dann bald mit der Angst zu tun, denn die Leute, die hier offensichtlich einen Mord durch einen weiteren vertuschen möchten, scheinen an entscheidenden Machtpositionen im neuen Staatsapparat zu sitzen. Mächtig genug, dass sie auch ihn verschwinden lassen könnten – und die Wahrheit gleich dazu.

385 pages, Kindle Edition

First published August 21, 2017

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About the author

Charles Lewinsky

46 books94 followers
Lewinsky studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Zürich und Berlin (ohne Abschluss). Danach arbeitete er als Regieassistent bei Fritz Kortner und anschliessend als Dramaturg und Regisseur an verschiedenen Bühnen sowie als Redakteur und Ressortleiter der Sendung Wort-Unterhaltung des Schweizer Fernsehens. 1984 veröffentlichte er zusammen mit Doris Morf sein erstes Buch Hitler auf dem Rütli. Es folgten weitere Bücher und Produktionen beim Schweizer Fernsehen, ARD und ZDF. In der Schweizer Öffentlichkeit wurde Lewinsky Mitte der 90er Jahre als Autor der Sitcom Fascht e Familie bekannt; später folgte Fertig Lustig. 2001 erhielt er den Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank für seinen Roman Johannistag. Weitere Anerkennung als Schriftsteller erwarb er sich 2006 mit der jüdischen Familiensaga Melnitz. Lewinsky hat zudem über 700 Liedtexte für verschiedene Komponisten geschrieben, unter anderem für Maja Brunner, die mit dem Lied Das chunnt eus spanisch vor 1987 den Grand Prix der Volksmusik gewinnen konnte. 2011 wurde er mit seinem Roman Gerron für den Schweizer Buchpreis nominiert. Lewinsky wohnt in Zürich und im französischen Vereux.

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1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Sherrymoon.
70 reviews33 followers
February 2, 2018
Ein einfallsreicher, witziger Krimi aus dem dystopischen Zürich der nahen oder entfernteren Zukunft, geschrieben vom Top-Komödienschreiber der Schweiz.
Jeder deiner Schritte wird digital überwacht, überall lauern Hipos (Hilfspolizisten) die für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Wehe, du wirfst gedankenlos eine leere Coladose unter die nächste Parkbank oder fährst schwarz im Züritram!

Ein alter Sack von Journalist verfällt durch den Geheimtip eines Kollegen unverhofft nocheinmal dem Aufdeckungsfieber. Er kommt trotz seiner schon recht schmerzenden Hüftgelenke bald auf eine heisse Spur, die dem Ansehen des seit längerer Zeit im Koma liegenden Schweizer-Diktators Wille gefährlich werden könnte. Ein wendiges, schlagfertiges Kerlchen von Ex-Journalist gegen die Intrigen eines hinterhältigen, rechtspopulistischen Ueberwachungsapparates, in welchem sein eigener Sohn eine mächtige Position einnimmt.
Dass die Wirklichkeit die dystopischen Schilderungen Lewinskis teilweise bereits eingeholt hat, erfahre ich heute morgen (05.02.18) aus der Presse :"100 Franken Busse für einen Zigi-Stummel.
Mir harter Hand gegen Littering im Schweizerstätdchen Payerne", so prangt die Schlagzeile der Boulevardzeitung Blick. Der Hipo,der dir eine empfindliche Busse aufhalsen kann, ist dort bereits erbärmlicher Alltag!
Profile Image for Felicitous.
32 reviews21 followers
October 10, 2017
Lewinskys erst viel versprechender dystopischer Roman verliert nach und nach nicht nur seine Spannung, sondern auch seinen Charme. Während die ersten Kommentare bezüglich dem rechten Schreibstil noch zum Nachdenken anregen, die ersten paar Altherren-Lüsteleien noch amüsieren, verliert man über beinah 400 Seiten hinweg schlicht die Geduld mit dem misanthropen Weilemann.
Profile Image for Mutlu.
70 reviews
January 20, 2026
Gut geschrieben, wie wir es von Lewinsky kennen und erwarten. Aber der Charakter des alternden Misanthrop dreht sich gedanklich sehr lange und sehr viel um sich selbst. Altersgemäß gut beobachtet und beschrieben, aber für den Leser auch ermüdend. Die Story verliert mit dem hüftlahmen sich selbst beweihräuchernden und bemitleiden Retro- Journalisten zwischendurch sehr an Schwung und verliert sich etwas in Paranoia.
Alles in allem: lest lieber den Halbbart oder Melniiz !
42 reviews
October 19, 2017
Witzig geschrieben. Die Geschichte spielt in naher Zukunft in der Schweiz. In einer Schweiz, in welcher ich nicht leben möchte. Diese Zukunft ist sehr ideenreich beschrieben. Die Kriminalgeschichte selber ist nicht so toll. Trotzdem ein lesenswertes Buch.
Profile Image for Wal.li.
2,731 reviews74 followers
October 31, 2022
Die Schweiz der Zukunft

Mit um die Siebzig hat der pensionierte Journalist Kurt Weilemann nicht mehr viel zu tun. Hin und wieder darf es ein Nachruf sein 1200 Zeichen, für mehr ist kein Platz. Da meldet sich sein alter Kumpel Felix Derendinger und sie verabreden ein Treffen. Von Angesicht zu Angesicht wirkt Derendinger sehr ängstlich, fahrig und nervös. Er sei einer großen Sache auf der Spur. Nur kurze Zeit später ist Derendinger tot. So wie beschrieben kann er nicht gestorben sein, sollte er ermordet worden sein? Ist Weilemann etwa auch in Gefahr? Weilemann will wissen, was geschehen ist.

Eigentlich ist man mit siebzig nicht alt und so will es Weilemann nochmal wissen. Schließlich hat er vor Jahren mal einen Fall aufgeklärt, der schon auf andere Weise gelöst schien. Vielleicht kann so ein Clou nochmal gelingen. Nach der Beerdigung lernt Weilemann die junge Eliza kennen, die eine Freundin von Derendinger war. Gemeinsam gedenken sie des Toten und sie bestärkt Weilemann darin, den Tod des Freundes genauer zu untersuchen. Doch wo anfangen, schließlich hatten sich die Männer ewig nicht gesehen. Zum Glück kann Eliza mit dem Wohnungsschlüssel Derendingers aushelfen. Da ist dann sogar die knarrende Hüfte des Kurt Weilemann, genannt kw, egal.

Kurt Weilemann wirkt mit seinen siebzig Jahren irgendwie tatteriger als es nötig wäre. Seine Abschweifungen, die schmerzende Hüfte, seine Teilnahmslosigkeit, da kennt man andere in dem Alter, die dem Leben mehr zugewandt sind. Und doch ist Weilemann gewieft und er ist in der Lage, den verschlüsselten Hinweisen Derendingers zu folgen. In einer Schweiz, von der man hofft, dass sie so nie existieren wird, sucht er nach dem mutmaßlichen Mörder seines Kumpels. Dass er dabei den Fängen der Täter immer näher kommt, lässt einen erschauern. Auch wenn der Roman nicht richtig zündet, weil Weilemann zwar schlau, aber gleichzeitig auch dem Schicksal ergeben wirkt, will man doch wissen, was hinter allem steckt. Mal wieder wird klar, dass die Menschen sich ihr Grab mit Freude selbst graben.
Profile Image for Jürgen.
Author 2 books63 followers
August 25, 2023
Der vom Feuilleton als "literarischer Alleskönner" hoch gelobte Autor hat sich m.M. nach mit diesem Buch gründlich verhoben. Die versprochene Dystopie in einer "unheimlichen Szenerie" bietet so viel Gruseleffekte wie ein Kinderbuch für Vorschulkinder. Der autoritäre Staat, von einer allmächtigen populistischen Partei geführt, taucht schlicht nicht auf. Der Autor lässt einen erstaunlich unbedachten 'Helden' durch einen mühselig gestreckten Plot mäandern. Die charakteristische Inkompetenz populistischer Regierungen, die von der Parteilinie vorgegebenen Fehlentscheidungen, die quasi zwangsweise zu Mangel und Not führen müssen, tauchen schlicht nicht auf. Wer sich ein ganz klein wenig mit der Literatur zu Hitlers Nazi-Deutschland, zur DDR, Francos Falange-Staat oder dem Estado Novo Salazars auskennt, muss die Hände über dem Kopf zusammenschlagen über so viele verpasste Chancen. Mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit segelt der Verfasser an jeder Option, so etwas wie Spannung aufzubauen, vorbei. Mit jeder Seite mehr beschleicht den/die Lesenden das unbehagliche Gefühl, dass ein alter weißer Mann nur sich selbst und die eigene Saft- und Kraftlosigkeit skizziert hat.
Profile Image for Pat.
97 reviews10 followers
May 23, 2018
And this author wrote “Melnitz?!” Good grievance! Unbearable! On each page between 1-3 culture critical clichée thoughts from the main protagonist, I had to stop reading on page 90. Strong no-buy! - Das verbüffende ist, dass der Autor selbst seine Hauptperson die ganze Zeit durchaus zutreffend seine Gedankenausflüge kritisieren lässt. Und sie ihm dann aber doch in den Mund legt. Das Niveau der Kalauer bewegt sich auf Sitcom-Level, es ist grauslich. Wieso zwei Sterne? Weil ein Ein-Stern Rating für so Schrott wie Coelhos Alchemist reserviert bleiben muss. Aber sonst nahe dran.
362 reviews4 followers
December 13, 2025
Unterhaltsamer Krimi aus einer dystopischen Schweiz und mit einem alten Journalisten als Hauptfigur. Mir persönlich waren einige Ermittlungsschritte zu vorhersehbar, aber der Alte hat schon mein Herz erobert. Weil das Ganze unglücklich endet, ist das Buch vermutlich nicht so erfolgreich wie andere dieses Autors.

Wenn man die bedrückenden Umstände und den scheiternden Helden nicht als Minus wahrnimmt, dann ist es aber ein wirklich einfühlsames Buch.
Profile Image for Dominic.
161 reviews1 follower
May 11, 2022
Die Schweiz in naher Zukunft, auf dem Weg zum totalitären Staat, regiert von einer rechts-konservativen Einheitspartei, die so wirkt wie die SVP auf Steroiden. Dazu ein sarkastischer alter Sack (Selbstbeschreibung!) von ex-Journalist auf den Spuren eines politischen Mordes. Einigermassen originell und gut geschrieben. Kommt aber ein bisschen schleppend daher, und ist nicht gerade sauspannend. Aber das Szenario gibt schon zu denken, in diesen Zeiten des Populismus und Autoritarismus.
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