Judith Zander, die für ihren Roman ›Dinge, die wir heute sagten‹ großes Lob und viel Aufmerksamkeit erhielt, wurde schon vielfach für ihre Gedichte ausgezeichnet. In ›oder tau‹ hält sie Beobachtungen, Stimmungen, Eindrücke fest, die durch ihre sehr genaue Sprache große Präsenz gewinnen. Mit ebenso viel Wirklichkeitssinn wie poetischer Imagination beschreibt sie ihre Welt – immer der Natur, den Dingen und Empfindungen nah.
ab heute bleibt eskönigstochterneuigkeitenverzogenand the living is easyinto that good nighter kommt nicht, wenn man ruftelpe, diedeixislegionrealiterblesewitzer messungmit einvernehmlichen schlägenthey'd never matchwas auch immer geschiehtwellenbrecheroder tausans soucisdiotimaflatternmy Luve/ Burns no morethe tell-tale heartdu in der Sonne deines badezimmers/(okt)oberlichtfooled. I knewschön isthotelfiatgrundlegendedie pause des raumespihlajamäkisuomenlinnafluchtpunktwestwärts & außer formdornburger spruchreifeammelshaininversionnach hausežuljanahaarlose affenherzen zu händensame same but differentdarß/missiontableauwas mich angingvergessen und nachtfrostpalimpseste, polnisch rückwärtskurze sacheaus einem grundnachtfristanomaliewinterdienstschnee von yesterdayrestwärmekyrillgründonnerstag
Judith Zander popostudierte Germanistik, Anglistik sowie mittlere und neuere Geschichte in Greifswald und ging anschließend an das Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Ihre Gedichte wurden bisher in Zeitschriften und Anthologien, u. a. Edit, Manuskripte, Wespennest, Ostragehege, Das Gedicht sowie Quellenkunde (Lyrikedition 2000, 2007), Lyrik von jetzt zwei (Berlin Verlag, 2008), Neubuch. Neue junge Lyrik (yedermann, 2008) veröffentlicht. 2008 erhielt sie ein Stipendium der Kulturstiftung Sachsen im Edith-Stein-Haus in Breslau und ebenso das Stipendium des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop. Judith Zander arbeitet auch als Übersetzerin amerikanischer Lyrik, z. B. für Sylvia Plath und Bob Hicok.
Ich habe gemerkt, ich bin nicht oft der Typ, der Gedichte mag, die deutsch und englisch im Gedicht mischen, nur deutsch oder englisch ist oft eher mein Ding. War jedenfalls hier der Fall. Ich hatte vor Kauf die ersten beiden Gedichte über die Leseprobe gelesen und die haben mir gefallen, aber im Laufe des Bandes waren es eher weniger für mich. Am meisten mochte ich: blesewitzer messung; kurze sache und nachtfrist.