Gwendolyn Beckfinch ist vom Leben enttäuscht. Obwohl sie die älteste Tochter des Earl of Hatfield ist, arbeitet sie im Laden von Mrs Coburn, der feinsten Hutmacherin in London. Nach einem Zwischenfall bei ihrem Debüt in der feinen Gesellschaft, hat sie sich von ihrer Familie getrennt, um diese vor einem Skandal zu schützen. Als Blair Franklin den Laden betritt, ist die Vergangenheit plötzlich wieder präsent. Blair, der mitlerweile den Titel des Duke of Rathbone geerbt hat, erkennt in Gwendolyn die Frau wieder, die er einst geliebt, aber vor der feinen Gesellschaft bloßgestellt hat. Er bittet Gwen um Vergebung, doch sie kann ihm nicht verzeihen ...
Gwendolyn Beckfinch, für ihre Freunde nur Gwen genannt und Blair Franklin, beide großgeworden in adeligen, feinsten englischen Famliien, deren junges Leben nach einem Debütantinnenball durcheinandergerät. Die Einführung in die feine Gesellschaft für Gwen misslingt. Und trotz vieler Umstände finden sie nach vier Jahren wieder zueinander, nach Verzeihung folgt erneute Verliebtheit mit Heiratsplänen. Diese historische Liebes-Kurzgeschichte ist als dritter Teil in sich geschlossen und ohne Probleme für ‚Quereinsteiger‘ verständlich. Überraschend sexuell frei finde ich das Verhalten von Gwen, die mit dem Verlust ihrer Junfräulichkeit sehr viel mehr verliert. Auch das Ansehen ihrer ganzen Familie leidet schließlich darunter. Diese für damalige Zeiten höchst leichtsinnige, weibliche Verhaltensweise widerspricht eigentlich ihrer Einstellung zu ihrer Arbeit als Verkäuferin in einem feinen Londoner Hutladen. Da wirkt sie doch sehr zuverlässig, überzeugend, engagiert, wohl überlegt und ‚vernünftig‘. Blair, später Duke of Rathbone, verhält sich überhaupt nicht wie ein Gentleman nach dem Debütantinnenball. Sein Verhalten – diese Bloßstellung Gwens vor der feinen Gesellschaft – ist kaum an Negativität zu toppen: Er hat eine Adelsfamilie und auch Gwens schönes, gesichertes Leben im Rahmen dieser angesehenen Familie zerstört. Ob ich dies je verzeihen könnte? Insgesamt wirkt diese Kurzgeschichte etwas unrealistisch auf mich.