Von einem, der auszog, die Frauen zu Doris Knechts lustvoll-bissiger Roman über die Liebe in unserer ZeitViktor ist ein Mann mit durchschnittlichen Er wird demnächst fünfzig, er hat hohen Blutdruck, fünf Kinder, zwei Exfrauen und eine Lebensgefährtin, die nicht immer so glücklich wie er selbst damit ist, dass er gerade Festival-Intendant wurde. Und er hat eine heimliche noch mehr Frauen. Viktor fühlt sich interessant und wie scharf gestellt durch die Frauen, mit denen er Sex Josi und Helen, Anja, Camille, Lisbeth und noch ein paar andere. Die Frauen wiederum haben ihre eigenen Geschichten und entsprechende Gründe, warum sie sich mit einem wie Viktor einlassen – oder auch nicht mehr. Magda, seine Lebenspartnerin, die endlich geheiratet werden will, ahnt davon nichts, und so schwebt über allem eine große dass Viktor auffliegt und all seine schönen Rechtfertigungen und feinen Begrifflichkeiten von Treue, Komplizenschaft und Loyalität gleich mit. Was ist das, Treue? Ist jedes Fremdgehen auch ein Betrug? Existiert etwas Derartiges wie eine perfekte, glückliche, ehrliche Beziehung überhaupt?Doris Knecht erzählt furchtlos, manchmal frivol, stets aber extrem unterhaltsam von Viktor und den Frauen – und verrät im mitreißenden Knecht-Sound nebenher viel darüber, wie moderne Menschen lieben und was passiert, wenn sie damit aufhören.
Doris Knecht war stellvertretende Chefredakteurin des Wiener Stadtmagazins «Falter» und Kolumnistin des Schweizer «Tages-Anzeiger». Für den «Kurier» schreibt sie die tägliche Kolumne «Knecht», für den «Falter» wöchentlich eine Familienkolumne, in der Wiener «rhiz-bar» legt sie regelmäßig als Djane auf. «Gruber geht» (2011), ihr erster Roman, wurde ein Überraschungserfolg und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Doris Knecht lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel.
Doris Knecht war mal unterhaltsam, aber dieses Gesudere von / über einen unappetitlichen notorischen Fremdgänger und die -etwas, aber nicht ausreichend - interessanteren Geschichten der damit verbundenen Frauen. Kann man sich getrost sparen.
funny and intelligent story about a theatre director in contemporary vienna, who is turning fifty and whose sexual adventures are starting to become a problem.
smart, intelligent and funny study of a character, his relationships with women and a whole milieu.
‚Reiche, weiße Menschen haben auch Probleme‘, so beginnt Doris Knechts Roman Alles über Beziehungen, und da ich weiß, wie die Autorin diese Erste-Welt-Probleme üblicherweise abhandelt, zog ich das Buch trotz sommerlichem Cover letzte Woche aus meinem SUB, um mir im Vorweihnachtstrubel auf unterhaltsame Weise vor Augen führen zu lassen, was alles eigentlich gar nicht wichtig ist und wo es dann doch an die Substanz geht.
Viktor Kirchners gesamtes Leben war und ist von Frauen dominiert: zwei Schwestern, drei Lebensabschnittspartnerinnen und fünf Töchter. Dazu noch jede Menge Geliebte, aber die haben im ersten Teil des Buches mit der Überschrift Vorher nur die Rolle von Statistinnen und kommen folgerichtig nur als Anmerkungen in Klammern vor. Dann, in dem Moment, als Viktors Lebensgefährtin Magda eine Reiche-weiße-Leute-SMS bekommt, ändert sich das, und Nachher ist scheinbar alles anders.
Das erste Drittel des Buches könnte auch „Alles über Viktors Beziehungen“ heißen. Die diversen Begegnungen werden aus seinem Blickwinkel und vielleicht deswegen bemerkenswert unerotisch geschildert, und irgendwann dachte ich mir, schön langsam wird es aber langweilig, der Typ ist keine Romanfigur, sondern ein Cliché. Wirklich interessant und auch spannend wurde die Geschichte für mich erst, als sich die Erzählung der Sichtweise der Frauen in Viktors Leben zuwendet. Da geht es dann plötzlich nicht mehr um Sex, sondern tatsächlich um Beziehungen. Beziehungen in unterschiedlichsten Ausformungen, von im Alltag gelebt bis nur in der Phantasie vorhanden, präzise in wenigen Sätzen skizziert, sodass ich auf der letzten Seite – und nach der letzten Überraschung – das Gefühl hatte, jetzt wirklich alles über Beziehungen erfahren zu haben.
Meine Meinung: Eine einigermaßen realistische Geschichte mit Aktualitätsbezug in einer nicht ganz ohne Stereotype aber treffend portraitierten Upper Class-Welt. Kurzweilige Unterhaltung mit Tiefgang, ein Buch, das man einfach zur Entspannung lesen kann, weil es über weite Strecken nicht so unter die Haut geht wie die Vorgängerromane Besser und Wald.
1 Stern für die erste Hälfte 5 Sterne für die zweite Hälfte
Anfangs habe ich mich immer wieder gefragt, warum ich mir das antun soll: Viktor ist ein selbstverliebter, komplexbeladener Typ, der nie genug Sex haben kann, sich zur eigenen moralischen Verteidigung als "hypersexuell" diagnostizieren lässt und somit völlig triebgesteuert ist. Er war mir durch und durch unsympathisch, warum also mich plagen und den Gedanken dieses Widerlings folgen? Beinah hätte ich das Buch schon aus der Hand gelegt.
Aber dann verändert sich der Fokus: Nicht mehr Viktor steht im Vordergrund, sondern zunehmend die Frauen, mit denen er sich umgibt: Magda, die Frau an seiner Seite, mit der er 3 Kinder hat; Lisbeth, die sich in ihn verliebt hat, aber mit der er sofort Schluss macht, als er vermutet, dass sie mehr will als Sex; Josi, Lisbeths Schwester, mit der der Sex so herrlich unkompliziert ist, sodass er schon seit vielen Jahren eine heimliche sexuelle Beziehung mit ihr hat; Helen, die schöne Anwältin, die sich von ihrem suchtkranken Partner trennen will, ....
Viktors Frauen stellen ein Panoptikum von modernen, emanzipierten Frauen dar, ihre Entscheidung für Sex mit Viktor wird ausgeleuchtet und erscheint plötzlich nachvollziehbar und verständlich. Es wird klar, dass die Affäre mit Viktor oft mehr der Situation der Frauen und ihren Lebensumständen geschuldet ist, als der Leidenschaft. Ab da, wo also der Blickwinkel ein anderer ist, wo Knecht ihren Protagonisten immer wieder verlässt und ihr Augenmerk auf seine Liebhaberinnen richtet, nimmt der Roman an Fahrt auf, gewinnt an Substanz, wird tiefgründiger und - besser! Und zwar sogar so gut, dass ich ihn letzte Nacht nicht mehr zur Seite legen konnte, bis ich fertig war, die letzten 100 Seiten förmlich verschlungen habe.
Das alles ist wie von schneller Hand hingeworfen im typischen Knecht-Stil, den man ja von ihren Kolumnen im FALTER kennt und den ich persönlich sehr erfrischend finde.
Da bin ich nun doch froh, dass ich das Buch zu Ende lesen habe... ;-)
Der Protagonist wird im Lauf des Buchs zunehmend unsympathischer, während seine Liebhaberinnen und vor allem seine Frau an Sympathie gewinnen. Mir hat gefallen, wie die Autorin einerseits voll und ganz die Wiener Mentalität auf den Punkt bringt, während sie wirklich schönes Deutsch beibehält und nur ganz selten, in den wirklich wichtigen Momenten, in typisch wienerische Redewendungen verfällt. Sehr guter Stil und realistische, wenn auch nicht immer sympathische Charaktere. Sehr gut hat sie das gemacht, die Frau Knecht. Kann man wirklich lesen, wahrscheinlich sogar mehr als ein Mal
Der erste Satz kracht bereits: "Reiche, weiße Menschen haben auch Probleme." Knecht schreibt wie gewohnt ironisch und witzig. Und sie hat die Irrungen und Wirrungen im Sexual- bzw. Beziehungsleben der modernen Großstädter zielsicher analysiert. Wenn Viktor versucht sämtliche Kommunikationskanäle von Telefon, What'sApp über Facebook und E-Mail in den Griff zu bekommen fühlt man sich schnell peinlich berührt, weil ertappt. Aber das Gesudere von Viktor nervt und ich möchte ihm nicht mehr zuhören.
Ich bin schon enttäuscht, da mir die Romane von Knecht bis dato immer zugesagt haben. Der Protagonist ist sexsüchtig, hat eine feste Partnerin, die er betrügt. Knecht hätte noch stärker auf das Leben der anderen Frauen eingehen sollen, um zumindest etwas Spannung zu erzeugen. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne eine einzigen Höhepunkt.
3,5 ⭐️. Das Buch kann leider nicht mit ihren anderen grandiosen Romanen wie „Wald“ oder „Besser“ mithalten, aber Knecht hat so eine wunderbar schnoddrig virtuose Sprache, ich würde von ihr tatsächlich alles lesen und damit macht sie hier zum (kleinen) Teil auch eine eher so weniger interessante Handlung wett.
Nicht wirklich gelesen. Bei Seite 70 aufgehört. Der Anfang verspricht eine leichte Lektüre mit Humor und dann dreht sich die Geschichte im Kreis, sowie die Gedanken der Hauptfigur. Nur Klischees, bei Männern wie bei Frauen, und null Überraschung. Einer der nur an Sex denkt, ist doch recht schnell langweilig, auch wenn es vielleicht satirisch sein sollte.
Hab das Buch von meiner Schwester geschenkt bekommen. Darum u. weil es nicht dick war, hab ich es ausgelesen. Sonst hätte ich es eher abgebrochen. Sorry ist nicht schlecht, aber riss mich auch nicht mit. 2 Sterne wegen schwarzem Humor, sonst eher nur 1 Stern.
Ich liebe Doris Knechts Kolumnen, aber dieser neue Roman scheint mir leider eher lustlos dahin geschrieben und eine Aneinanderreihung einzelner Mikrostories ohne roten Faden und mit dem unsympathischsten "Helden" ever. Sorry, kann man leider nicht empfehlen...
ich lese sonst nur Thriller oder Sachbücher, dafür wars eine ganz gute Abwechslung zwischendrin. Sehr überspitzt dargestellt, ein bisl zu viel für meinen Geschmack. Am besten gefallen mir die Perspektiven der Frauen. Naja, für mich in der Kategorie „Kann man lesen, muss man aber nicht“ :)
Einfach klasse !! Und eine Szene nach der anderen, bis zur letzten Wendung, die mich aber sowas von - ja - zugegeben, an mich selbst in verschiedenen Phasen meines Lebens erinnert :) Wahrscheinlich habe ich es auch genau deshalb mit Vergnügen gelesen. Und ganz erhellend die jeweils weibliche Sicht auf den Sachverhalt. Das Leben von Viktor ist die Bühne, die eigentliche Bühne, sein Beruf, dient nur dazu die weitaus größere Bühne der eigenen Unvollkommenheit zu bespielen. Und wie wir alle daran glauben, ja, daran glauben wollen, dass wir uns zum "Positiven" ändern könnten, wenn wir es nur stark genug wollten. Tatsächlich zeigt dieser Roman einmal mehr, dass die wahren, die ausgewachsenen Pragmatiker eben die Frauen sind, sie bestimmen das Leben und die Männer dürfen derweil auf die Bühne.
Yet not issued in english / Jeszcze nie wydawano w Polsce / уже нет выходила по русски
Ein nicht mehr junger Mann definiert sich über seine Sexsucht,. Ist aber am Boden zerstört als seine Lebensgefährtin davon erfährt und will winselnd wieder zu ihr zurück, was sie aber ablehnt. Was Frauen an diesem Mann finden, ist mir ein Rätsel.