Leider scheine ich nicht die richtige Leserin für dieses Buch zu sein.
Ich wusste nicht genau, was ich von diesem Buch erwarten kann, war aber sehr gespannt darauf.
In einem Punkt stimme ich der Autorin zu: Es gibt wirklich wenig treue Frauenfreundschaft in der Literaturwelt. (Genauso übrigens wie einfache, aber tiefe Geschwisterliebe.) Entsprechend, glaube ich, habe ich mir erhofft das es sie hier geben wird.
Dazu sei jetzt ehrlich angemerkt, dass ich von den Arbeiten von Susann Sitzler bisher nichts gehört habe, sonst hätte ich das Buch vielleicht sogar gemieden.
Denn ein Sammelsurium an Studien und Fakten ist nicht so mein Ding.
Der Beginn war vielversprechend. Aus der Sicht einer nicht mit Namen erwähnten Frau erfahren wir etwas über die Art von Freundschaften die sie im Laufe des Lebens hatte, was diese Freundschaften ausgezeichnet hat, gespickt mit Studien die irgendwas belegen, sowie Erwähnungen von Film und Literatur um aufzuzeigen, wie Frauen Freundschaften zwischen einander wirklich sehen und wie sie in der Welt des Entertainments dargestellt werden.
Allerdings geht die Eleganz in der alles verpackt war irgendwann verloren.
Zumindest für mich fühlte es sich so an, als würde der Fokus von der Frau übergehen zu den Studien.
Und diese interessierten mich leider eher geringfügig.
Es mag sein, dass viel Zeit für diese Studien verwendet wurde, aber selbst wenn sie 100.000 Frauen befragen, geben sie nicht die Meinung aller Frauen dieser Welt wieder.
Mir wurde das Gefühl gegeben, dass eben weil eine Studie lange gedauert hat und "vernünftig" durchgeführt wurde, das Ergebnis dieser nun eine anerkannte Tatsache ist.
Mag sein, dass das nicht das Ziel der Autorin war, so kam es aber leider bei mir an.
Aufgrund dessen, merkte ich, begann ich meine Freundschaften vor dem Buch zu rechtfertigen.
Es gab manche interessante Stellen in diesem Buch, aber oft kam in mir das oben genannte Gefühl auf, man wolle mir etwas als allgemein gültig verkaufen, was bei mir beispielsweise überhaupt nicht gilt.
Zum Schluss bleibt mir die Frage, warum ich das Buch gelesen habe. Welchen Mehrwert habe ich davon?
Das einzige was mir hängen geblieben ist, ist die Erkenntnis des Buches, dass Freundschaften entstehen, aber auch auseinandergehen und das beides ein Teil unseres Lebens ist.
Was mir aber schon vorher nicht neu war.