Für die meisten Frauen sind sie unverzichtbar, manchmal sogar wichtiger als Partner oder Familie: Freundinnen. Mit Empathie und Ehrlichkeit, in Geschichten und Beobachtungen erzählt das Buch von den unterschiedlichsten Facetten der Freundschaft unter Frauen.
Freundinnen sind selbst gewählte Schwestern, Seelenverwandte und Verbündete. Man kann mit ihnen emotional, sentimental oder dramatisch sein und über die schönsten und peinlichsten Gefühle reden. Eine Freundin kann aber auch zur Rivalin und ärgsten Feindin werden – oder sich von dem einen zum anderen wandeln.
Susann Sitzler leuchtet die komplexe Welt der Frauenfreundschaft aus; von der ersten »besten«, eifersüchtig gehüteten Freundin, mit der das soziale Leben eines Mädchens beginnt, bis hin zur solidarischen Überlebensfreundschaft alter Frauen.
Wahre Geschichten darüber, was Freundschaft unter Frauen bedeuten kann, gehen zusammen mit klugen psychologischen Beobachtungen und Erkenntnissen aus der Freundschaftsforschung. Unter den vielfältigen Blickwinkeln wird die Besonderheit dieser Beziehung sichtbar. Frauen aller Generationen können sich darin wiedererkennen
Leider scheine ich nicht die richtige Leserin für dieses Buch zu sein.
Ich wusste nicht genau, was ich von diesem Buch erwarten kann, war aber sehr gespannt darauf. In einem Punkt stimme ich der Autorin zu: Es gibt wirklich wenig treue Frauenfreundschaft in der Literaturwelt. (Genauso übrigens wie einfache, aber tiefe Geschwisterliebe.) Entsprechend, glaube ich, habe ich mir erhofft das es sie hier geben wird.
Dazu sei jetzt ehrlich angemerkt, dass ich von den Arbeiten von Susann Sitzler bisher nichts gehört habe, sonst hätte ich das Buch vielleicht sogar gemieden. Denn ein Sammelsurium an Studien und Fakten ist nicht so mein Ding.
Der Beginn war vielversprechend. Aus der Sicht einer nicht mit Namen erwähnten Frau erfahren wir etwas über die Art von Freundschaften die sie im Laufe des Lebens hatte, was diese Freundschaften ausgezeichnet hat, gespickt mit Studien die irgendwas belegen, sowie Erwähnungen von Film und Literatur um aufzuzeigen, wie Frauen Freundschaften zwischen einander wirklich sehen und wie sie in der Welt des Entertainments dargestellt werden. Allerdings geht die Eleganz in der alles verpackt war irgendwann verloren. Zumindest für mich fühlte es sich so an, als würde der Fokus von der Frau übergehen zu den Studien. Und diese interessierten mich leider eher geringfügig. Es mag sein, dass viel Zeit für diese Studien verwendet wurde, aber selbst wenn sie 100.000 Frauen befragen, geben sie nicht die Meinung aller Frauen dieser Welt wieder. Mir wurde das Gefühl gegeben, dass eben weil eine Studie lange gedauert hat und "vernünftig" durchgeführt wurde, das Ergebnis dieser nun eine anerkannte Tatsache ist. Mag sein, dass das nicht das Ziel der Autorin war, so kam es aber leider bei mir an.
Aufgrund dessen, merkte ich, begann ich meine Freundschaften vor dem Buch zu rechtfertigen. Es gab manche interessante Stellen in diesem Buch, aber oft kam in mir das oben genannte Gefühl auf, man wolle mir etwas als allgemein gültig verkaufen, was bei mir beispielsweise überhaupt nicht gilt.
Zum Schluss bleibt mir die Frage, warum ich das Buch gelesen habe. Welchen Mehrwert habe ich davon? Das einzige was mir hängen geblieben ist, ist die Erkenntnis des Buches, dass Freundschaften entstehen, aber auch auseinandergehen und das beides ein Teil unseres Lebens ist. Was mir aber schon vorher nicht neu war.
Das Wichtigste, was ich aus dem Buch mitgenommen habe, war dass Freundschaft keine Verpflichtung ist. Eine Freundin fürs Leben zu finden, ist eine schöne Sache. Aber eine Freundin aus den Kindertagen zu behalten, nur weil man schon so lange befreundet ist, muss nicht sein. Denn wenn man sich nichts mehr zu sagen oder keine Gemeinsamkeiten mehr hat, ist die ehemalige Freundschaft für mindestens eine Seite nur noch eine Sache, die einem die Energie raubt. Dann ist es besser zu gehen. Auch wenn man, wie die Autorin ein schlechtes Gewissen hat. Irgendwann wird man erkennen, dass es der richtige Schritt war.
Beispiel Lea, für die ich keine Geduld hatte. Hatte die Autorin auch nicht, aber sie ist immer wieder zu ihr zurück gekommen, weil sie sich schlecht gefühlt hätte, die Freundschaft zu beenden. Es war das erste Beispiel im Buch, aber auch das, was ich am besten nachvollziehen konnte, weil ich auch lange in so eine Freundschaft investiert hatte und irgendwann den Test gemacht habe: wie viel bin ich dieser Person noch wert?
Ich habe mich in vielem wiedererkannt, in genau so vielem nicht. In anderen Dingen habe ich Bekannte und Freundinnen wiedererkannt. Teilweise ist es kein schönes Buch, aber die Autorin schreibt ehrlich und bringt das Thema auf den Punkt.