Nach nur 25 Tagen verlässt Dietrich Bonhoeffer Amerika, das Land, in dem er vor den Nazis in Sicherheit wäre. Einfach abwarten, wie es seinen Freunden ergeht, kann er nicht, tatenlos den dramatischen Veränderungen zusehen auch nicht. Er geht zurück nach Deutschland, mischt sich ein und setzt damit sein eigenes Leben auf Spiel. Alois Prinz begibt sich auf die Spuren dieses faszinierenden Mannes. Mit der Überzeugung, dass man sich als Christ nicht dem Zeitgeist und der Politik anpassen kann, wurde er zu einem der bekanntesten Widerstandskämpfer und zu einem großen Vorbild für Jung und Alt.
Im Gegensatz zur Jesus-Biografie (Jesus von Nazaret), die ich als sehr flüssig in Erinnerung habe, fand ich dieses Buch über Dietrich Bonhoeffer, den ich sehr bewundere, anfangs eher holprig. Ich vermute, es lag am Versuch, quellennah zu bleiben, die naturgemäß hier konkreter waren als bei Jesus. Die Kindheit einmal hinter sich, rückt es Bonhoeffers theologische Suche in den Vordergrund und diese ist nicht nur faszinierend, sondern auch nachvollziehbar beschrieben. Damit bietet das Buch eine gute Basis zur Einordnung der Werke Bonhoeffers, z.B. Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft oder Brevier, in die ich immer wieder reinschaue. Eigentlich 3 Sterne für den Gesamteindruck, aber ich vergebe 4, weil das, was mir nach der Lektüre bleibt, 4-5 Sterne "wert" ist.