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Herrn Haiduks Laden der Wünsche

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Er kam der Liebe wegen nach Berlin: Herr Haiduk. Er blieb, die Liebe nicht. Seitdem betreibt der in die Jahre gekommene Herr seinen winzigen Kiosk, in dem es fast alles gibt: Zeitungen und Kaffee, Geschichten und Lottoscheine. Er genießt sein ruhiges Leben, bis eines Tages die zauberhaft scheue Kundin Alma das Jackpot-Los über 13 Millionen Euro vor dem Laden findet und den rechtmäßigen Gewinner ermitteln möchte.Gemeinsam mit Herrn Haiduk und seinem Gehilfen Adamo macht sie sich auf die Suche: Wer ist der Glückliche? Und kann er so viel Glück überhaupt vertragen?

256 pages, Hardcover

First published January 1, 2017

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About the author

Florian Beckerhoff

30 books3 followers
Florian Beckerhoff, 1976 in Zürich geboren, wuchs in Bonn auf und studierte Literaturwissenschaften in Berlin und Paris. Anschließend promovierte er an der Universität Hamburg. Sein erster Roman, "Frau Ella", war ein großer Erfolg bei Kritikern und Lesern und wurde 2013 mit Matthias Schweighöfer verfilmt. "Nickel und Horn" ist sein Debüt als Kinderbuchautor. Florian Beckerhoff ist Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie in Berlin.

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Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Gitti.
1,161 reviews
November 1, 2017
Florian Beckerhoff entführt uns in Herrn Haiduks Laden der Wünsche in Berlin. Dieser Laden ist ein kleiner, voller Laden, in dem es Zeitschriften, Zigaretten und sonst allerlei Dinge gibt. Der Autor Paul kehrt nach langer Zeit wieder einmal in diesen Laden zurück um Erinnerungen an vergangene Zeiten aufzufrischen. Herr Haiduk erkennt ihn wieder und möchte ihm eine Geschichte erzählen, die Geschichte Almas und einer verlorenen Lottoquittung.
Und so lernen wir Hernn Haiduk, Alma und die unterschiedlichsten Kunden seines Ladens kennen. Alma hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, den wahren Besitzer der Lottoquittung zu finden.

Das Buch ist sehr ruhig, auch wenn so einiges dramatisches passiert. Es fließt dahin, wie durch die Hitze des Sommers verlangsamt. Ich konnte mir den Laden von Herrn Haiduk bildhaft vorstellen und auch den kleinen Hinterhof, in dem Herr Haiduk Paul die Geschichte erzählt und Alma im Jahr davor die potenziellen Gewinner interviewt.
Manchmal ging mir die Geschichte zu langsam voran, sie wurde doch teilweise künstlich in die Länge gezogen. Da konnte ich Pauls Ungeduld doch gut nachvollziehen. Das Ende kam dann doch recht plötzlich, ein bisschen zu plötzlich für meinen Geschmack, vor allem, da kurz vor Ende noch ein weiterer Erzählstrang eröffnet wird, dessen Ausgang dann nur angedeutet wird.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich mir manchmal mehr Tempo gewünscht hätte.
Vielen Dank an den Verlag und NetGalley an die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Profile Image for Nadine.
175 reviews10 followers
November 19, 2017
Was für ein schönes Warme-Decke-Buch!
Das behagliche Gefühl setzt schon bei der Beschreibung von Herrn Haiduks Laden ein. Ich wünschte mir, so einen heimeligen Laden mit einem Menschen wie ihm würde es auch in meiner Nähe geben. Ich wäre dort Stammkunde.

Die Handlung an sich ist ziemlich simpel. Ein Unbekannter hat einen 13-Millionen-Jackpot im Lotto gewonnen und Herr Haiduk, sein Gehilfe Adamo und seine Kundin Alma möchten diesem Unbekannten finden. Aufgemacht ist das ganze ein wenig wie ein Krimi, denn Herr Haiduk erzählt unserem Ich-Erzähler diese Geschichte auf recht spannende Art und Weise. Jetzt fragt ihr euch sicher, was mir an dieser eigentlich recht unspektakulären Geschichte mochte. Das ist einfach: Herrn Haiduk mit seiner Art, das Leben zu nehmen wie es kommt und Alma, die so klug ist, dass sie ins Innere der Leute gucken kann und das nur durch Beobachtung.

Obwohl es ein Buch mit einer Moral am Ende der Geschichte ist (eigentlich auch schon im Laufe der Geschichte) und auch ziemlich vorhersehbar, mag ich es sehr und kann es für einen lauschigen Abend auf der Couch guten Gewissens weiter empfehlen.
Profile Image for auserlesenes.
365 reviews16 followers
November 9, 2017
Herr Haiduk, ein libanesischer Flüchtling, betreibt in Berlin einen kleinen, schmalen Kiosk, den er selbst gerne als Nadelöhr bezeichnet. In dem Laden, in dem es Zeitungen, Zeitschriften, Zigaretten und einiges mehr gibt, genießt er ein ruhiges Leben. Doch eines Tages findet eine schüchterne Stammkundin, die Französin Alma Bonnefoi, vor dem Kiosk eine Lotto-Quittung. Auf den Gewinner wartet ein Jackpot über 13 Millionen Euro. Gemeinsam machen sich die beiden mit Herrn Haiduks Mitarbeiter Adamo auf die Suche nach dem Glücklichen.

Mit „Herrn Haiduks Laden der Wünsche“ hat Florian Beckerhoff einen anrührenden Roman voller Wärme geschrieben.

Meine Meinung:
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive in 16 Kapitel – aus der Sicht eines ehemaligen erfolglosen Autors, der die Geschichte von Herrn Haiduk erzählt bekommt. Rückblicke aus der Vergangenheit wechseln sich dabei mit Episoden aus der Gegenwart ab.

Auffallend sind der angenehme, ruhige und liebevolle Erzählstil sowie die detaillierten Beschreibungen. Die Handlung ist nicht so spannend, wie es zunächst klingt. Die Geschichte braucht etwas, um Fahrt aufzunehmen. Dennoch wurde es mir beim Lesen nicht langweilig und ich habe den Verlauf der Handlung gerne weiterverfolgt. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Lediglich das Ende hat nicht ganz meinem Geschmack entsprochen.

Gut gefallen haben mir auch die vielfältigen Charaktere. Herr Haiduk und Alma waren mir schnell sympathisch. Daneben tauchen auch einige andere Personen auf, die die Gier auf das Geld verbindet. Sie wirken authentisch und bieten interessante Einblicke in die Gesellschaft. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob Geld wirklich glücklich macht. Durch die unterschiedlichen Charaktere regt der Roman zum Nachdenken an, sorgt jedoch auch für lustige Momente.

Das Cover ist meiner Ansicht nach passend zur Geschichte gewählt.

Mein Fazit:
„Herrn Haiduks Laden der Wünsche“ ist ein Buch der eher leisen Töne, das mich bewegen konnte und zum Nachdenken gebracht hat. Der Roman hat mir vergnügliche Lesestunden beschert. Ich kann ihn definitiv empfehlen.
Profile Image for Sarah83 sbookshelf.
449 reviews36 followers
June 5, 2022
Mitten in Berlin führt Herr Haiduk seinen kleinen Laden. Alles für den täglichen Bedarf seien es Zigaretten, Zeitschriften oder Kaugummis kann man in seinem kleinen Laden, der einem Nadelöhr gleicht, erwerben. Zudem kann man bei ihm Pakete aufgeben und Lotteriescheine ausfüllen.
Alles in der Nachbarschaft ging seinen gewohnten Gang, bis Alma eines Tages einen Lotterieschein vor seiner Ladentür findet, der sage und schreibe 13 Millionen Euro wert ist. Ihr Plan: Sie will auf unkonventionelle Weise herausbekommen, wer den Schein verloren hat und den Schein dem rechtmäßigen Besitzer zuführen. Oder etwa nicht?
Als der junge Schriftsteller Paul einige Zeit später wieder in die Straße zurückkehrt, erzählt Herr Haiduk ihm diese Geschichte, die noch lange nicht vorbei ist. Doch was sind seine Hintergedanken bei der Erzählung?
Florian Beckerhoff führt dem Leser vor Augen, dass wir als Menschen völlig aus dem Häuschen geraten, wenn es um Geld geht. Keine Geschichte ist zu abstrus, keine Idee zu abwegig, um sie nicht für die Chance auf 13 Millionen Euro zu erzählen. Doch macht Geld wirklich glücklich? Spätestens in dem Moment, wenn alle meinen, sie hätten genau an dem Tag Lotto gespielt und es müsste ihr Gewinn sein, denn niemand sonst hätte soviel Anrecht auf den Schein, wenn Menschen vorbeikommen, die noch nie den Laden von Herrn Haiduk betreten haben, wird dem Leser schmerzlich bewusst, dass die Geschichte nicht weit von der Realität entfernt liegt, was sie auch oftmals schwer zu lesen macht.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeder Charakter steht für eine Gesellschaftsschicht, die auf ihre Weise zu bedauern ist und zumindest Mitleid erregt.
Sicherlich ist das Buch auch zeitweilig lustig, aber es überwiegt der ernste und nachdenkliche Ton, denn:
Brauchen wir Menschen wirklich Geld um glücklich zu sein? Oder übersehen wir nicht oftmals das Glück vor unserer Nase, weil wir nach Unerreichbarem streben?
Ein Buch, welches nachdenklich stimmt und trotz seiner 250 Seiten, nicht mal so eben weggelesen werden kann.

4 von 5 Glücksgefühlen
Profile Image for Julia L. Jordan.
Author 1 book6 followers
January 8, 2018
Dieses Buch verspricht schon vom Klappentext her, eine gemütliche Reise durch das Leben verschiedener Menschen zu werden. Vor dem Hintergrund der Suche nach dem glücklichen Lottogewinner erhalten wir kleine Einblicke in den Alltag und die Seelen einiger Menschen aus der Umgebung von Herrn Haiduks Laden. Das Buch ist nachdenklich und regt zum Denken an, richtige Tiefgründigkeit vermisste ich am Ende aber doch.

Der Stil des Buches gefiel mir vom ersten Moment an: Aus der Ich-Perspektive schildert ein Autor, der inzwischen keiner mehr ist, seine Rückkehr zu Herr Haiduks Laden, wo er früher öfter gewesen ist. Der Besitzer, Herr Haiduk, erkennt ihn, freut sich und will ihm unbedingt eine besondere Geschichte erzählen. Ein großer Teil des Buches ist dann in der erzählenden Perspektive des Autors geschrieben, der die Erzählungen von Herrn Haiduk und seinem Gehilfen Adamo wiedergibt. Die Mischung ist gelungen und macht für mich einen wesentlichen Teil des Lesegenusses aus. Immer wieder kehren wir von Herrn Haiduks Erzählung ins Hier und Jetzt zurück, um ein wenig mehr über den Alltag des Autors zu erfahren.



Liebenswürdige Figuren

Die Figuren selbst sind größtenteils glaubwürdig und in sich stimmig gestaltet. Der Autor ist ein rundum normaler Mensch, während Herr Haiduk definitiv verschroben ist, aber auf eine liebenswürdige Art. Alma wird auf eine typische Weise als gleichzeitig naiv und sehr stark beschrieben. In ihrer Naivität, die der eines Kindes gleicht, liegt ihre Stärke, da sie so fest an ihre Wahrnehmung der Welt glaubt, dass sich sich fast nie beirren lässt. Obwohl das ein Charakterkonzept ist, das mir gefällt, musste ich bei Alma doch manchmal die Stirn runzeln, da es beinahe zu übertrieben wirkte. Immer wieder wird uns Lesern erzählt, wie sonderlich sie ist, irgendwann wird es zu viel.

Andererseits ist es gerade ihre Art, die an die Kindheitsheldin Momo erinnert, die es uns erlaubt, diverse andere Menschen, die nur kurze Auftritte haben, sehr plastisch wahrzunehmen. Der Mittelteil des Buches besteht hauptsächlich aus den Gesprächen, die Alma mit Lottogewinner-Kandidaten führt, und obwohl diese Gespräche teils kurz sind, zeichnen sie doch stets ein rundes Bild eines Charakters. Alma hört zu, lässt keine Lüge gelten und zwingt mit ihren sehr schlichten Fragen, jeden Menschen dazu, ehrlich zu sich selbst zu sein. Manche lügen und wollen das nicht zugeben, andere versuchen nicht einmal zu lügen, wieder andere schämen sich für ihr Verhalten. Jedem zwingt Alma einen Spiegel auf. Das ist in diesem Buch ein deutlicher Höhepunkt.



Am Ende war ich ratlos

Insgesamt jedoch hat mich die Geschichte ratlos hinterlassen. Zwischenzeitlich äußerte der Autor Ungeduld darüber, wie langsam Herr Haiduk die Erzählung vorantrieb, wie sehr er ihn auf die Folter spannte und offensichtlich das Interesse genoss. Als Leserin ging es mir genauso, ich wurde irgendwann sehr ungeduldig. Einerseits geschah zwar eine Menge, und sicherlich dienten gerade die Unterbrechungen der Geschichte mit Einblicken in die Gegenwart dazu, das Erzählte sacken zu lassen und Langsamkeit generell zu feiern. Auch wird deutlich, wie bedeutend das Glück eines einfachen Augenblicks sein kann, wie er beispielsweise in dem Grillabend im Hinterhof bei leichter Sommerbrise sein kann. All das verstehe ich durchaus. Dennoch wurde ich zunehmend ungeduldig und am Ende gab es in meinen Augen keine befriedigende Auflösung, welche diese Langsamkeit wirklich gerechtfertigt hätte. Dass auch der Autor sich empört zeigte über Herrn Haiduk, rettet für mich das Ende leider dennoch nicht.

Das Buch will über Glück nachdenken und stellt die Frage, ob nicht eigentlich die Idee von Glück sehr viel wichtiger ist. Das ist spannend und zwischendurch gibt es da wirklich spannende Ansatzpunkte, doch am Ende verlief es für mich zu sehr im Sand. Es war ein Genuss, diese Geschichte zu lesen, aber sie hinterlässt entgegen meiner Erwartungen nichts. Das ist schade. Die Offenheit, die zum Nachdenken einladen könnte, tut es, zumindest in meine Fall, leider nicht.


Fazit:

Der Roman "Herrn Haiduks Laden der Wünsche" von Florian Beckerhoff ist ein wundervoller Lesegenuss, der die Einfachheit des Augenblicks und das Glück in kleinen Dingen feiert. Liebevoll gestaltete Figuren liefern vor der Kulisse des kleinen Ladens ein hübsches Kammerspiel ab, während die große Frage des Glücks erörtert wird. Leider bleibt das Ende auf unbefriedigende Weise offen, so dass die teilweise langatmige Art des Erzählens nachträglich keine Rechtfertigung erfährt. So schön sich das Buch auch lesen lässt, so interessant die Charaktere auch sind, am Ende bleibt wenig übrig. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, alleine schon weil der Mittelteil ein wunderschön nachdenklicher Höhepunkt war.
Profile Image for Scherzkeks.
26 reviews
October 8, 2017
Das Nadelöhr nennt Herr Haiduk seinen Kiosk, den kleinsten Berlins, scherzhaft. Überschaubar mag der Laden zwar sein, aber dennoch vollgepackt mit Zeitschriften, Lottoscheinen und Rubbellosen, Zigaretten und Süßigkeiten. Herr Haiduk genießt seine Arbeit auch sichtlich, gibt seinen Stammkunden allzu treffende Namen und lebt so ein beschauliches Leben. Mit der Ruhe ist es allerdings vorbei, als Alma, die „stumme Studentin“, einen Lottoschein findet. Nicht irgendeinen Lottoschein, sondern den Gewinnerschein, der 13 Millionen Euro wert ist. Die naive Alma hat es sich zur Aufgabe gemacht, den rechtmäßigen Besitzer der Qittung ausfindig zu machen, und wird von Herrn Haiduk unterstützt. Schon bald zeigt sich aber, dass den vermeintlichen Lotto-Gewinnern jede Lüge recht ist, um an den Schein und damit das große Geld bzw. Glück zu kommen.
Der Leser lernt hier sowohl hartnäckige Typen kennen, die bis zuletzt versuchen, Herrn Haiduk und Alma hinters Licht zu führen, aber auch Menschen, die ihr eigenes Glück schon längst gefunden haben, dies aber erst spät begreifen.
Die ganze Geschichte ist eine Binnenerzählung. Die eigentliche Handlung wird Paul, einen gescheiterter Schriftsteller und ehemaligen Stammkunden von Herrn Haiduk, von ebendiesem erzählt.
Die Charaktere sind teils richtig skurril, allerdings konnte ich mir von keinem ein richtiges Bild machen. Dafür sind sie zu eindimensional und zeichnen sich meist nur durch die Spitznamen aus, die Herr Haiduk ihnen verpasst.


Florian Beckerhoff ist mit „Herrn Haiduks Laden der Wünsche“ ein guter Roman gelungen, der mir zu Beginn wie auch am Ende gut gefallen hat, im Mittelteil aber hinter meinen Erwartungen blieb.
Gerade im Teil der Befragungen fiel es mir schwer, mich durch die Beschreibungen „durchzukämpfen“. Gelohnt hat es sich dennoch, denn im letzten Viertel wurde es noch einmal spannend.
Der Autor schreibt über das Glück und verschiedene Ideen von Glück, hätte aber meiner Meinung nach ruhig etwas tiefer in die Materie tauchen dürfen.

„Herrn Haiduk Laden der Wünsche“ ist nichts weniger als gute Unterhaltungsliteratur, die man leicht zwischendruch lesen kann, um abzuschalten. Mehr aber auch nicht.
118 reviews4 followers
October 3, 2017
Putziger Feel-Good-Roman: „Herrn Haiduks Laden der Wünsche“ von Florian Beckerhoff ist ein charmantes Buch mit teils skurrilen Charakteren, das gut unterhält und sich flüssig lesen lässt.

Die tatsächliche Geschichte ist in eine Rahmenhandlung verpackt: Herr Haiduks ehemaliger Stammkunde Paul kehrt nach langer Abwesenheit in den Laden. Er hatte früher einen Roman veröffentlicht – mit überschaubarem Erfolg – und die Schreiberei danach aufgegeben. Herr Haiduk sieht in ihm jedoch weiterhin den Schriftsteller und erzählt ihm nun die Geschichte über das gefundene Lotto-Los und die Suche nach dem Besitzer.

So ziemlich jeder Charakter hat in diesem Buch seine bizarren bis lustigen Eigenheiten, wodurch sich die Handlung zu einer kleinen Parade skurriler Begegnungen entwickelt. Natürlich behaupten viele Menschen, dass ihnen das Lotto-Ticket gehört, so dass nicht nur angenehme Momente entstehen.

Die Geschichte ist wirklich unterhaltsam, nur halt nicht besonders tiefschürfend. Wir lernen kaum einen Charakter wirklich gut kennen: Der Leser erfährt ein bis zwei auffällige körperliche Merkmale sowie zwei bis drei ungewöhnliche persönliche Eigenschaften, so dass die jeweilige Person leicht wiederzuerkennen ist. So entstehen interessante Charaktere mit individuellen Eigenheiten, von denen ich zum Teil gerne mehr erfahren hätte. Die Geschichte ist sehr kurzweilig geschrieben und hat bei mir eine positive Stimmung ausgelöst. Immerhin sind die Protagonisten nicht an der eigenen Bereicherung interessiert, sondern wollen das Richtige tun (auch wenn jeder eine andere Definition davon hat, was richtig ist). Da das Buch dabei meist an der Oberfläche verharrt, hat mich die Wendung/Auflösung am Ende jedoch nicht so richtig überrascht oder bewegt. Herr Haiduk bietet gute Unterhaltung, nicht mehr, nicht weniger.
Profile Image for lesemama.
1,610 reviews1 follower
December 31, 2017
Bewertet mit 4 Sternen

Zum Buch:
Herr Haiduk kam der Liebe wegen nach Deutschland. Die Liebe war weg, er blieb und übernahm den Kiosk zwischen zwei Brandmauern.
In diesem Kiosk hat ein Lottospieler den Jackpot geknackt, aber dummerweise die Quittung verloren. Diese fand die stille, in sich gekehrte Alma und versuchte den rechtmäßigen Gewinner zu finden ...

Meine Meinung:
Bisher kannte ich nur Frau Ella von Florian Beckerhoff und war einigermaßen neugierig auf dieses Buch. So wanderte es zuerst auf die Wunschliste und dann ins Regal. Es war wohl eines der Bücher, dessen Kauf sich wirklich gelohnt hat.
Eine ruhige Geschichte, erzählt aus der Sicht der Autors Paul, der schon lange kein Autor mehr ist bzw. sein will. Die Charaktere sind authentisch, richtig gut beschrieben. Genauso wie das Kiosk und der Hintehof. Ich hatte oft das Gefühl, daneben zu sitzen.
Die Story ist zwar nicht aufregend aber sie hat mich berührt und hervorragend unterhalten.
Den fünften Stern gab es nur nicht, weil sie streckenweise etwas langatmig war. Florian Beckerhoff hat einen schönen Schreibstil.

Fazit:
Ein kleines Buch über das große Glück oder auch nicht. Denn kann ein Gewinn über eine so große Summe wirklich glücklich machen? Brauchen wir viel Geld um glücklich zu sein?
Mich hat das Buch zum Jahresende nachdenklich gemacht und sehr berührt. Ich kann es nur empfehlen. Eine ruhige und sehr schöne Geschichte.

Profile Image for Jasi.
469 reviews32 followers
October 27, 2017
Eine Stammkundin von Herrn Haiduks, der einen kleinen Laden namens Das Nadelöhr besitzt, findet eine Lottoquittung im Wert von 13 Millionen Euro und möchte den rechtmäßigen Besitzer finden. Dies stellt sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht, die die Leute, im Hinblick auf den großen Gewinn, bereit sind um an den Haaren herbeigezogene Lügen zu erzählen um den Lottoschein zu bekommen.

Ich fand die Idee des Buches wirklich fantastisch und war sehr neugierig. Die Beschreibung des Ladens Das Nadelöhr fand ich auch entzückend. Ein kleiner, unauffälliger Laden indem schließlich noch so viel passiert. Anfangs konnte mich der Roman schnell gefangen nehmen und ich interessierte mich für die vorgestellten Personen, den Schriftsteller Paul, die "Stumme Studentin" Alma und auch den Besitzer des Ladens Herr Haiduk. Leider verlief die Handlung immer nur so dahin und der Roman schafft es nicht mein Interesse aufrechtzuerhalten. Die Protagonisten selbst blieben sehr statisch und auch die zahlreichen "Lottoschein-Bewerber" konnte mich irgendwie nicht für sich gewinnen. Irgendwie fehlte mir bei dem Roman der Schwung. Das ist wirklich sehr schade, da mir die Grundidee sehr gut gefallen hat.
1,045 reviews9 followers
May 15, 2023
Man glaubt nach dem Lesen der ersten Seiten die Menschen aus diesem Buch schon persönlich kennengelernt zu haben.
Der Autor bringt den Leser dazu zu träumen was wäre wenn.
Genau dieser Frage geht Herr Haiduk mit seinen Kunden nach und erzählt anschließend einem alten Bekannten die ganze Geschichte. Das Buch ist wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Herr Haiduk erzählt und alle "hören" zu.
Aber nicht nur Herr Haiduk ist eine besondere Persönlichkeit alle Figuren ob sie eine große Rolle oder eine kleine spielen sind so fein und detailliert gezeichnet das man sie zu lieben beginnt.
Es ist ein unaufgeregtes Buch vielleicht gerade deshalb interessant weil es nicht um höher, schneller und weiter geht, sondern um die ganz persönlichen Wünsche und Träume der Menschen wenn sie denn das Geld hätten um sich diese zu erfüllen.
Die Emotionen kommen vom Leser selber nicht aus dem Buch dadurch wirkt es sehr authentisch.
135 reviews
October 11, 2017
Zu dem Thema --gefundene Millionenlosquittung -- hat ja jeder seine Meinung. Aber wie die Suche des Gewinners von der Protagonistin Alma umgesetzt wird, ist schon kompliziert und anstrengend. Es ist keine rasante Handlung in dem Buch beschrieben . Die rührende Umgangsweise des Kioskbesitzers Haiduk mit der ruhigen Französin ist allerliebst. Er kümmert sichund verwöhnt seine Kunden . Die Ausdrucksweise und Feinfühligkeit bestimmen den Schreibstil des Autors. Es ist ein ruhiges Buch, in dem die Psyche ganz normaler Mitbürger in Erwartung eines Millionengewinnes dargestellt wird = Spiegelbild. Es zeigt wohl auch, daß der tägliche Umgang miteinander das eigentliche Glück darstellt. Mir hat es gefallen.
Profile Image for Christiane.
86 reviews
April 27, 2018
Das ist eine Geschichte, die in eine gemtüliche Endsommeratmosphäre mitnimmt. Die Idee ist an sich schön, jedoch in der Umsetzung etwas in die Länge gezogen. Ein entspannender Roman, der für kurze Zeit aus dem eigenen Alltag entfliehen lässt.
152 reviews14 followers
January 24, 2018
| 3.5* - Had to read it for school, wouldn't have picked it up myself. Not bad though, kinda cute and fluffy, but I'm also annoyed about how it ended and how it dragged on and on.
Profile Image for isa.
29 reviews
January 23, 2023
„Ich sehe es in den Augen der Süchtigen immer wieder, dass sie mich am liebsten aus dem Weg und die Regale ausräumen würden.“
Profile Image for Karschtl.
2,256 reviews61 followers
October 9, 2017
Die Suche nach einem Lottogewinner und all die - teils stereotypen, teils aber auch skurillen Typen, die dann auftauchen, um den Gewinn für sich zu reklamieren - ist sehr angenehm zu lesen. Auch die Spannung bleibt lange erhalten, und immer wieder frage ich mich: wie will Alma dann erkennen, wer der wahre Losbesitzer ist? Sie ist ja eigentlich recht menschenscheu, hat sie also wirklich so eine gute Menschenkenntnis bzw. psychologische Gabe wie der "Mentalist" oder der Typ aus "Lie to Me", um das zu beurteilen?

---Vorsicht Spoiler!---
Dass das Rätsel am Ende dann doch nicht aufgelöst wurde, lies mich doch etwas unbefriedigt zurück muss ich sagen. Hat der Autor vielleicht nicht so recht gewusst, wie er das Ganze zur Zufriedenheit aller auflösen kann?
---Spoiler Ende---

Schlussendlich kommen bei mir bei der Endbeurteilung gute 3 Sterne heraus, womit das Buch über dem Durchschnitt liegt. Es hat eine interessante Grundidee, und der Schreibstil ist äußerst angenehm. Einen Stern ziehe ich ab wegen dem was ich im Spoiler schon schrieb. Den anderen, weil ich mit keiner der Figuren so recht warm werden konnte, weder mit dem Schriftsteller (und die Nebengeschichte mit dem Grabmal hätte ich zB auch gar nicht gebraucht), noch mit Hr. Haiduk und schon gar nicht mit Alma, deren Beweggründe für ihr Vorgehen auf diese Art & Weise mir doch recht rätselhaft sind. Sie wollte eben alles richtig machen! Ich für meinen Teil denke aber, den Gewinn einem wohltätigen Zweck zukommen zu lassen hätte viel mehr gebracht. Aber schlussendlich ist das ja alles nur Fiktion, die dem Zeitvertreib dienen soll - und das hat sie definitiv getan.
Profile Image for Ulliken.
311 reviews3 followers
January 26, 2020
Zu schön, um wahr zu sein

Florian Beckerhoff schreibt über das Glück, so es das denn gibt.

Das Buch beschreibt einen zugezogenen älteren Herrn, der im modernen Berlin einen kleinen Kiosk betreibt, wie man ihn eher aus südlicheren Ländern kennt. Herr Haiduk hat alles, was seine Kunden sich wünschen, Tabakwaren, Zeitungen, Zeitschriften und Süßigkeiten, selbst eine kleine Poststelle und natürlich eine Lottoannahmestelle. Man hat die Möglichkeit, ein paar Worte mit den Nachbarn zu wechseln und das Leben plätschert dahin.

Bis, ja bis er an seiner Tür in kleines Blatt findet, das seine ruhige Kundin dort und anderswo angebracht hat: sie hat eine Lottoquittung für die Jackpotziehung über 13 Mio. Euro gefunden.

Doch wie herausfinden, wer der rechtmäßige Besitzer ist? Alma ist überzeugt, sie könne das. Gemeinsam mit Herrn Haiduk nimmt sie diese Aufgabe in Angriff.

Das Buch beginnt ruhig und steigert sich immer mehr. Ich bin ganz begeistert und habe das Gefühl, Herr Haiduk hat mir das Geschehen persönlich geschildert. Den Laden kenne ich in- und auswendig. Und in außen sieht er für mich genau aus wie auf dem Cover.

Ich empfehle dieses Buch unbedingt.
Profile Image for Estrelas.
935 reviews
June 3, 2021
Herr Haiduk, ein Kioskbesizer, erzählt Paul, einem Schriftsteller, vom Fund eines millionenschweren Lottoscheins und der Suche nach dem rechtmäßigen Besitzer. In "Herrn Haiduks Laden der Wünsche" erfahren wir, was die Leute seines Viertels bewegt. Alma, die sonst so schüchterne Finderin des Scheins, trifft sich mit allen Anwärtern auf das große Glück, um ihre Beweggründe und Glücksfähigkeit zu prüfen. Wer hätte gedacht, dass es so spannend sein würde, Herrn Haiduks Geschichte zu lauschen? Der Roman handelt von menschlichen Gefühlen und individuellen Lebenssituationen. Und während die meisten Figuren noch auf Glückssuche sind, erleben wir im Hinterhof des Ladens bereits sympathische Momente, die voller Glück sind.
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