Die Intoleranten werden sich ihrer Wahrheiten immer sicherer. Ist das Ende der Aufklärung gekommen? Woher kommt die Intoleranz, und wie ist ihr entgegenzuwirken? Heiner Geißler verfolgt die Spuren zurück: in die Weltreligionen, in den Nationalismus, in das Verhalten gegenüber Frauen und gegenüber dem Fremden, in die Sprache und in die Kunst. Sein vorliegender Essay ist ein Plädoyer für eine Gesellschaft, deren Mitglieder sich 'auf ein gemeinsames Programm der Humanität einigen müssen: die Unantastbarkeit der menschlichen Würde'.
Ein sehr enttäuschendes, gefährliches Buch, da HG sich selber nicht an das hält, was er predigt. Man kann nur hoffen, dass die fachlichen Schwächen des Buchs nicht beabsichtigt sind, nur sollte man sich dann gar nicht zu Themen äußern. Noch schlimmer ist das Sympathisieren mit rechts situierten Menschen wie Broder, Schwarzer und Schavan, die für das Besserfühlen bzgl ihrer persönlichen Probleme die Schwächsten in der Gesellschaft als Fußabtreter nehmen. Ebenso wie diese zeigt HG, dass er nicht den Dialog mit denen sucht, die er auf der Basis von Anekdoten verurteilt. Auch die Sprache des Buchs ist teilweise zu übergriffig für mich, zB wird eine Behinderung als Schimpfwort benutzt, man findet auch Begriffe wie "Selbstmord", "dritte Welt" und "Hausmagd". Ironischerweise gibt es einen Abschnitt über die Verwendung von Sprache, in dem HG die Macht der Sprache erklärt, die er selber sehr offensichtlich in diesem Buch gegen andere anwendet. Mit unterschiedlchen manipulativen Praktiken versucht das Buch, den LeserInnen Teil- und Unwahrheiten zu vermitteln/Vorurteile zu verfestigen, gemischt mit vielen durchaus vernünftigen, sachlichen Passagen. Er war ein Held meiner Kindheit und scheidet durch die im Buch gezeigte fehlende Integrität diskreditiert aus meinem Leben.