Um ihr Erbe betrogen und auf der Flucht vor einer erzwungenen Ehe gibt Johanna von Allersheim sich als Mann aus. Zuflucht finden sie und ihr Zwillingsbruder Karl schließlich bei Adam Osmanski, einem entfernten Cousin und Festungskommandanten in Polen, der die Geschwister allerdings nicht eben freundlich willkommen heißt. Nicht ahnend, dass Adam über ihre Identität Bescheid weiß, beschließt Johanna, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Adam spielt ihr Spiel mit, bewundert er doch widerwillig den Mut der jungen Frau. Plötzlich ergeht der Befehl an alle Männer der Festung, sich dem königlichen Heer anzuschließen, denn die Truppen des Osmanischen Reiches ziehen gegen Wien – zu spät für Johanna, ihr wahres Geschlecht aufzudecken.
Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Autorenehepaar.
Elmar, Iny Lorentz' Ehemann und Co-Autor, stammt aus Bayern und wuchs in einem kleinen Bauerndorf mit fünf Höfen auf. Sein Interesse für Literatur wurde von seiner Religionslehrerin schon früh erkannt und nach Kräften gefördert. Ebenso wie seine spätere Ehefrau begann er bereits als Schüler zu schreiben. Nach einer durch die Umstände bedingten beruflichen Umorientierung, die ihn im Lauf der Jahre in verschiedene Firmen führte, kam er 1981 nach München und erhielt dort eine Stelle im selben Versicherungskonzern wie Iny, die er bereits seit mehreren Jahren kannte und ein Jahr später heiratete. Schon früh entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau, die sich später auf alle weiteren Projekte auswirkte.
Iny Lorentz wurde 1949 in Köln geboren und besuchte dort die Volksschule. Nach dem Schulabgang arbeitete sie in verschiedenen Berufen, bevor sie das Abitur auf dem Abendgymnasium nachholte. Das darauf folgende Medizinstudium musste sie mangels finanzieller Reserven nach drei Semestern an den Nagel hängen und sich beruflich neu orientieren. Zunächst arbeitete sie als EDV-Operator und besuchte nebenbei eine zweijährige Samstagsschule, die sie als Organisationsprogrammiererin abschloss. 1980 zog Iny Lorentz nach München und arbeitet seitdem in einer großen Versicherung als EDV-Spezialistin. Schon früh begann sie zu schreiben, zunächst nur für sich, doch dann bot sich ihr die Gelegenheit Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien zu veröffentlichen. Ein gemeinsam mit ihrem Ehemann Elmar verfasstes Kinderbuch sowie mehrere Bücher zu Fernsehserien markierten den weiteren Weg als Autorin, bis schließlich 2003 mit "Die Kastratin" der erste historische Roman erschien.
Es folgten im Jahr 2004 "Die Goldhändlerin" und „Die Wanderhure“, die sie schlagartig berühmt machten, sowie 2005 "Die Kastellanin" - der Fortsetzungsband der "Wanderhure" - und "Die Tatarin" und im Jahr 2006 „Das Vermächtnis der Wanderhure“ (Teil 3 der Wanderhuren-Saga). Bevor 2008 mit „Die Tochter der Wanderhure“ der vierte Band über die Wanderhure Marie folgte, erschienen „Die Löwin“, „Die Pilgerin“ und „Die Feuerbraut“. 2009 folgten „Die Rose von Asturien“, ein Roman aus der Zeit Karls des Großen, die „Ketzerbraut“ und ihre Lore-Trilogie - „Dezembersturm“, „Aprilgewitter“ und Juliregen" -, die im 19. Jahrhundert spielt. Mit "Töchter der Sünde" ist 2011 der fünfte Band der Wanderhuren-Saga erschienen, deren ersten drei Teile mittlerweile äußerst erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt wurden.
Nachdem Iny und Elmar ihre Romane viele Jahre neben ihren normalen Brotjobs geschrieben haben, leben sie seit 2007 als freie Schriftsteller in einem Ort in der Nähe von München und haben Ideen für noch viele weitere Romane.
Autorský pár mám ráda. Četla jsem vesměs všechny jejich knihy, které u nás vyšly. Líbí se mi historická propracovanost. A nepřeslazenost. Tak tomu je i v tomto případě, kdy se věnuje dějinám Polska. Jan III. byl poslední velký polský král. Tedy aspoň se to tak říká a měl dost co dočinění s Turky. Polsko bývalo velkou zemí, ale díky systému, které tam měli se strašně oslabili a vesměs to nikam nevedlo. Dobře napsané a dohledatelné. Některé věci jsou pravdivé a jiné vyfabulované. Doporučuji.
Ich liebe die Bücher von Iny Lorentz einfach und dieses hat es mir auch angetan. Man kann dem Geschichtsverlauf gut folgen auch wenn einige Namen von Ländern und Städten zwischendurch für Verwirrung gesorgt haben. Man konnte mit der Protagonistin mitfühlen aber auch lachen.
Anders als bei der Wanderhure mochte ich Johanna von Anfang an und sie musste nicht erst durch ihre Entwicklung meine Sympathie erlangen. Dennoch vergleiche ich die beiden Bücher, da es in ihnen um tapfere Frauen geht die sich nicht an die Regeln halten sondern tun, was sie für richtig halten. Ebenso mochte ich die Nebencharakter sehr gerne und fieberte einige male mit. Der Storyverlauf ist abwechselnd spannend und interessant, was es mir erschwerte das Buch beiseite zu legen. Es gab ohne Ausnahme keine Stelle die mich langweilte! Neben der Wanderhure also mein zweites Lieblingsbuch dieser Autoren.
*SPOILER?* während dem lesen kam ich nicht umhin daran zu denken wie es wohl transsexuellen zur damaligen Zeit erging und freute mich darum umso mehr über diesen Gedanken, den Adam hatte: Seite 476 "[...] Sie ist also doch ein Mädchen, dachte er, und kein Mann, der im falschen Körper geboren worden ist.[...]" Allein, dass Iny Lorentz daran gedacht haben, hat mich sehr gefreut !
Die Idee der Geschichte ist wahrlich keine neue – junge Frau auf der Flucht muss sich als Junge verkleiden und durchschlagen –, trotzdem hat mir die Umsetzung gefallen: ich hatte schöne Lesestunden und fühlte mich gut unterhalten.
Das Autorenduo hat es wieder geschafft, mich zu fesseln und in eine andere Zeit zu katapultieren. Man wird direkt rein geschmissen ins Geschehen und es dauert auch nicht lange, bis sich die Geschwister Johanna und Karl auf die Flucht machen – und hier erleben sie einiges: es gibt Schlachten und Kriege, Intrigen und Verrat, Freundschaft und Kameradschaft und im Laufe der Geschichte auch ein bisschen Romanze. Die nimmt aber wirklich nur einen kleinen Teil ein und steht nie im Vordergrund.
Johanna und Karl mochte ich beide – auch wenn sie ganz unterschiedlich sind. Während Karl eher zurückhaltend und vorsichtig ist, prescht Johanna immer direkt nach vorne, ist neugierig und selbstbewusst und lässt sich so schnell nicht einschüchtern. Gegen sie wirkt Karl immer ein wenig blass, obwohl auch er sich nicht verstecken muss. Beide haben ihr Herz am rechten Fleck und sind sehr loyal – ich habe sie gerne begleitet und mit beiden gefiebert. Aber auch andere Charaktere sind gut gezeichnet – auch wenn die Bösen böse und die Guten gut sind und es da leider nur wenige Abstufungen gab, fand ich die Figuren doch gelungen.
Die Geschichte selber ist gut recherchiert und man erfährt als Leser einiges über das osmanische Reich – ich fand das interessant, da ich bisher dazu nur wenig gelesen habe. Dabei wird es aber nie langweilig, sondern die Geschichte ist lebendig erzählt und besticht durch einige Überraschungen und Wendungen. Lediglich im Mittelteil waren es mir dann zu viele der Schlachten und es wurde etwas langatmig – diese „Durststrecke“ hat aber nicht lange angehalten und bald war ich wieder gefesselt. Auch wenn man als Leser ahnt, wie sich die Geschichte um Johanna auflösen wird, hat das den Lesespaß nicht getrübt.
Der Schreibstil ist gewohnt leicht zu lesen, schafft es, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und wird durch viele Dialoge sehr lebendig – so sind die Seiten rasch dahingeflogen. Ein wenig gefehlt hat mir lediglich die Tiefe in der Geschichte, weil sie doch sehr konstruiert wirkt – dennoch hatte ich unterhaltsame Lesestunden und gebe daher 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Auch wenn ich schon viele Geschichten gelesen habe, in denen sich eine Frau als Mann verkleidet durchs Leben schlägt, hat mich „Die Widerspenstige“ doch überzeugen können – die Charaktere sind sympathisch, der Schreibstil angenehm und das Szenario für mich mal ein anderes. Lediglich die Tiefe hat mir bei dieser eher konstruiert wirkenden Geschichte gefehlt, trotzdem wurde ich gut unterhalten und gebe 4 von 5 Sternen.
Seit Jahren liebe ich die Bücher von Iny Lorentz. Das Autorenehepaar begeisterte mich stets mit spannenden Handlungssträngen, historischen Hintergründen, starken Protagonistinnen und großartigem Schreibstil. Demnach hatte ich mich sehr auf "Die Widerspenstige" gefreut.
Leider entpuppte sich die Geschichte als sehr enttäuschend. Die Protagonistin war, im wahrsten Sinne des Wortes, "widerspenstige".
Johanna war oft zu aufbrausend, herrisch und arrogant. Wenn es nicht nach ihrem Willen ging, wurde sie unausstehlich, egal in Bezug auf ihren Bruder oder Vorgesetzten. Im Gegensatz zu ihren "Vorgängerinnen" wurde ich mit ihr einfach nicht warm. Ihren Bruder Karl mochte ich dafür umso lieber.
Die Handlung entwickelte als zu schnell, es schien als würde alles zu harmlos vorüber gehen und das Ende war doch "zu kitschig".
Ich habe mir dieses Feedback lange überlegt, da ich die bisherigen Geschichten wirklich sehr gerne mochte.
Bylo to nečekané. Jednoduché, poutavé, napínavé, vtipné. Když jsem knihu kupovala, netušila jsem, že je to kombinace dvou světů - vyprávění, milostná tématika, trocha historie, erotika. Zvláštní, působí to tak naivně a lehce, a pak do toho vůbec nezapadá popis drsného sexu. Nešlo mi to k sobě dohromady. Nakonec jsem si řekla: "Aha."
Diesmal hat sich das Schreiberpaar wirklich keine Mühe gescheut sich selbst auf der Suche zu den Schauplätzen zu begeben, worüber sie sogar ein eigenes Buch geschrieben haben. Anders als in ihren anderen Bücher hat man auch das Gefühl, dass hier mehr das geschichtliche Geschehen als die Liebesgeschichte im Vordergrund rückt. Schade nur, dass die Landkarten so spärlich gestaltet sind und man schon einen Atlanten braucht, um nachzuverfolgen, wo die Personae sich aufhalten. Da hätte sich der Herausgeber etwas mehr Mühe machen können.
Leider kam die "Widerspenstigkeit" Johannas meist total zickig, übertrieben und unangebracht herüber. Ja, wir haben verstanden, dass sie eine super toughe Frau ist. Die ganze Reise funktionierte ohne Probleme, alles fiel den beiden in den Schoß, bis zu den Ringen am Ende des Buchs. Das Happy End hätte meinetwegen auch weniger Kitsch vertragen können.
Leider gab es in jeder Konversation mindestens drei Ausrufezeichen zu viel. In meinem Kopf haben sich die Leute ständig angeschrien, das hat mich sehr genervt.
Als ihr Vater stirbt, werden Johanna und Karl von Allersheim von ihrer Stiefmutter und ihrem Halbbruder um ihr Erbe betrogen. Auf der Flucht vor einer Zwangsheirat und einem Leben im Kloster begeben sich die beiden in die Heimat ihrer Mutter, nach Polen. Um die gefahrvolle Reise zu überstehen, verkleidet sich Johanna als Mann, mit der Sicherheit, sich ihrer Familie gegenüber offenbaren zu können. Doch dann läuft alles anders als geplant und sie werden als Krieger ins polnische Heer berufen - für Johanna zu spät, sich als Frau zu erkennen zu geben.
Meine Meinung:
Ein neuer Lorentz, eine neue Geschichte, in der eine Frau im Mittelalter um ihr Recht kämpft. Und wieder eine, in der sich eine Frau in Männerklamotten wagt. Klingt also typisch Lorentz - gute Unterhaltung ohne viel Anspruch.
Diesmal wagt sich das Ehepaar allerdings aus den deutschen Gefilden heraus und nimmt den Leser mit nach Polen. Die dortigen Sitten und Gebräuche sind doch etwas anders, ebenso natürlich wie die komplizierteren Namen. Daher brauchte ich einige Zeit, um mcih daran zu gewöhnen, bin ich doch eher im deutschen Mittelalter historisch zuhause. Leicht gemacht wurde es mir durch die Hauptfigur Johanna jedoch nicht. Das war das erste Mal, dass ich in einem Roman von Iny Lorentz nicht mit der Protagonistin klarkam. Johanna war mir zu … ja, was nur? Sie war aufmüpfig, eingebildet und furchtbar arrogant. Jeder musste ihrem Willen folgen, egal ob ihr Bruder oder der Anführer Adam, der sie widerwillig aufgenommen hat - mit jedem legte sich diese Frau an. Gut, man mag das als Ecken und Kanten bezeichnen können, doch hat Johanna nur Ecken. Ich konnte einfach keine Verbindung zu ihr aufbauen, wie es mit ihren "Vorgängerinnen" der Fall war. Natürlich wurde ihr Unrecht getan - doch auch ihrem Bruder, sie hingegen sieht jedoch nur sich. Neue Aspekte in Die Widerspenstige von Iny Lorentz
Positiv muss ich anmerken, dass diesmal untypisch eine Frau nicht alleine ihren Weg gehen musste. Johanna hatte ihren Burder Karl bei sich, einem eher sanften, ruhigen Mann, der in diesem Buch die größte Wandlung durchmachte und sich irgendwann auch gegen seine auftrabende Schwester behaupten konnte. Natürlich weiß er von ihrem Geheimnis und so ist es erfrischend, dass die Frau einmal Unterstützung hat und sich nicht allein durch die Welt schlagen muss. Dazu gibt es noch den Knecht Wojslaw, der jedoch mal auftaucht und mal wieder verschwindet.
Dank des gewohnt bildhaften Schreibstils kam ich trotz aller Hindernisse schnell durch, wenngleich die Geschichte mich nicht so gepackt hat wie andere Bücher des Autorenpaars. An und für sich war sie spannend, wenngleich diesmal recht kampflastig, jedoch wurden die vielen kleinen Schlachten und Klüngeleien interessant beschrieben. Manches Mal musste ich sogar schmunzeln, wenn Johanna sich wieder einmal mit Adam Osmanski angelegt hat, denn natürlich fällt es ihr schwer, Autorität anzuerkennen. Dennoch ließ mich das Schicksal der Beteiligten relativ kalt, etwas, das mir selten bei Iny Lorentz passiert - normalerweise fiebere ich sehr mit.
Dabei hat es mich besonders gefreut, dass es den Autoren gelungen ist, ein Paar Grauschattierungen zwischen den üblichen Schwarz-Weiß-Brei einzufügen, so ist nicht jeder, der gut scheint, wirklich gut, und nicht jeder der schlecht scheint, durch und durch durchtrieben. Diese Gewohnheit können sie durchaus beibehalten.
Die Widerspenstige von Iny Lorentz hält, was es verspricht: Eine widerspenstige Protagonistin, die von ihrem Bruder in den Schatten gestellt wird und mit der man warmwerden muss (mir ist es nicht gelungen) und eine bekannte Geschichte mit ein paar neuen Elementen. Ich bin gespannt, was man als Nächstes von den beiden erwarten darf.