Eine Flüchtlingsgeschichte ... ... bei der man alle Akteure kennt. Sie waren weltberühmte Schriftsteller und gefeierte Dirigenten, Nobelpreisträger, Universitätsprofessoren, Juden und Christen, Politiker und Zeitungsredakteure, die ein gemeinsames Schicksal Die Nationalsozialisten wollten sie ermorden. Im Juni 1940 organisiert Thomas Mann in New York eine beispiellose Rettungsaktion für verfolgte Dichter und Denker in Europa. Ausgestattet mit viel Geld und einer Liste mit 200 Namen wird der junge, exzentrische Amerikaner Varian Fry nach Lissabon geschickt, um diese Vertreter der geistigen Elite aus Europa zu schleusen. Unter den Flüchtlingen sind Franz Werfel und seine Frau Alma Mahler-Werfel, Alfred Polgar, Heinrich, Golo und Erika Mann, Hermann Leopoldi, Anna Seghers, Robert Stolz, Friedrich Torberg, Karl Farkas, Billy Wilder u. v. m. Herbert Lackner erzählt in diesem Buch ein wichtiges Stück Zeitgeschichte – ein Thema, das viele Parallelen zu heute aufweist.
Sehr bewegend, wie der profilierte Journalist Herbert Lackner in diesem Buch das Schicksal einiger zum Teil wohl betuchter, teilweise brotloser Künstler und Schrifsteller unter den Nazis in Deutschland und Österreich schildert. Wie lange es bei vielen von ihnen dauerte, bis sie, wenn überhaupt, endlich sichere Häfen erreichten und wie wenig viele Staaten in Europa oder Nordamerika ihnen helfen wollten oder sich auf Druck NS-Deutschlands nicht trauten oder gar zu Kollaborateuren der Nazis wurden. Mut macht, dass es doch einige wenige, mutige Menschen gab, wie Varian Fry, die hunderten Juden und Jüdinnen das Leben retteten. Traurig macht nicht nur, wie viel menschliches Leid durch dieses Buch greifbar wird, sondern auch wie schwer der Verlust an Intellekt, Scharfsinn und Kreativität im deutschsprachigen Raum bis heute wiegt.