Als Liam Weston, ein abgehalfterter Musiker, in einem Gewittersturm die völlig durchnässte und verängstigte Cara findet und ihr Unterschlupf gewährt, kann er nicht ahnen, dass ihre Begegnung sein Leben für immer verändern wird. Verfolgt vom mysteriösen Mann in Blau, treten die beiden eine Flucht ins Ungewisse an, die sie nach Fallen Mountain führt, dem Ort, von dem Liams schlimmste Albträume handeln und an dem er als Kind beinahe sein Leben verlor.
Bald muss er erkennen, dass Caras und seine eigene Vergangenheit eng verknüpft sind und sich ihre Wege nicht per Zufall gekreuzt haben. In einer Welt, in der Magie plötzlich zu Realität wird, sehen sich ein Mann ohne Zukunft und eine Frau ohne Vergangenheit gezwungen, um mehr als nur ihrer beiden Leben zu kämpfen.
Zu Beginn wurde ich in eine düstere Welt geworfen, die durch einen nicht enden wollenden Sturm noch mysteriöser auf mich wirkte. Das erste Kapitel wurde aus der Sicht der Protagonistin Cara beschrieben, die sich auf der Flucht vor dem 'Mann im Blau' befand. Darauf folgte ein Abschnitt aus der Sicht Liams, der Cara findet und sich ihrer annimmt. Im weiteren Verlauf der Geschichte brauchte ich etwas Zeit, um mich in den Geschehnissen sowie der Welt zurecht zu finden und zu orientieren, wobei mir einige Passagen teilweise als etwas zu lang vorkamen, meine Aufmerksamkeit leider zwischendurch abschweifte, so dass ich das Buch beiseite legte. Dieses erschwerte mir im ersten Drittel des Buches leider die Lektüre ein wenig.
Aber die vielen Fragen, die ich bereits von Anfang an in meinem Kopf hatte, konnten mich dann doch packen und ich verfolgte gespannt die folgenden Ereignisse. Besagte Fragen wurden nicht sofort bzw. teilweise nicht in diesem Band beantwortet, so dass die Spannung während der Lektüre relativ aufrecht gehalten werden konnte, sich zum Ende hin sogar steigerte.
Die Protagonisten empfand ich beide als spannend und sehr geheimnisvoll: Beide haben ihre Geheimnisse, ihre Dämonen und ihre Ängste, die sie bewältigen wollen und sich ihnen daher stellen. Cara, die versucht sich an ihre Vergangenheit, ja sich ihrer selbst zu erinnern, hat Bruchstücke von 'Erinnerungen' (wenn ich es so nennen kann), die sie zusammenzuflicken sucht, die sie trotz ihres Misstrauens Liam gegenüber antreiben und ihr ein vages Ziel geben. Ihre Angst, Verzweiflung und Verwirrung, aber auch Beharrlichkeit und Mut empfand ich als überwiegend nachvollziehbar. Insbesondere ihre Angst vor dem 'Mann in Blau' spürte ich selbst und hatte immer eine Gänsehaut, sobald wieder die Rede von ihm war. Ich war sehr stolz auf Liam, der sich getraut hat sich seiner Vergangenheit und demnach seiner Furcht zu stellen, wenn ich es auch zu bezweifeln wage, dass er dieses ohne Cara nicht geschafft hätte. Beide erschienen mir als sehr interessante, mysteriöse und überwiegend authentische Figuren. Bei einer Person, Sophie, wusste ich bis zum Ende nicht genau, was ich von ihr halten soll: Sie erschien mir so undurchschaubar und hinterließ jede Menge Fragezeichen in meinem Kopf. Spontan musste ich an 'Professor Umbridge' von Harry Potter denken, aber nicht aufgrund ihrer Grausamkeit (an die man vermutlich bei besagter Figur als erstes denken würde), sondern vielmehr wegen ihrer Erscheinung und ihrer Wirkung auf Andere.
Die Kapitelüberschriften gefielen mir sehr, welche in Stichworten auf die kommenden Ereignisse vorbereiteten, auf bestimmte Orte verwiesen, gewisse Gefühle ansprachen usw. Ein sehr geschicktes und schönes Mittel der Autoren, das mir gefallen hat und das die Spannung während der Lektüre steigerte. Auch mochte ich den Schreibstil der beiden Autoren, der flüssig und unkompliziert war und die Lektüre somit angenehm für mich gestaltete. Die düstere, mysteriöse Stimmung zog sich durch das gesamte Buch hindurch, auch als die beiden Figuren erkannten, dass sie durch gewisse Umstände und/oder Aspekte eine Verbindung zu einander haben. Spannend und zum Ende hin packend!
Dunkelfall. Die Verlorenen von dem Autorenduo Robert und Sarah Glas hat mir im Großen und Ganzen gefallen, wenn auch ich sagen muss, dass ich mich am Anfang ein wenig schwer getan habe. Einiges kam mir leider etwas lang gezogen vor, aber die Geschichte mit dem düsteren Setting, den überwiegend authentischen Charakteren, vor allem aber die Grundidee an sich konnten mich dann zum Glück doch noch packen, so dass die restlichen zwei Drittel des Buches mich doch überzeugen konnten. Ein spannender Auftakt auf deren Fortsetzung ich gespannt bin und das durchaus eine Empfehlung für (Urban-) Fantasy- Fans Wert ist.
Liam findet eines Abends eine junge Frau, die bewusstlos am Strand liegt. Er nimmt sie mit in sein Zuhause „hinter der Mauer“, einen aufgegebenen Rohbau. Dort erfährt er, dass Cara ihr Gedächtnis verloren hat. Sie weiß nur noch, dass sie auf der Flucht ist vor den Mann in Blau und dass sie nach Fallen Mountain muss. Mit Fallen Mountain verbindet Liam keine guten Erinnerungen, denn das ist der Ort, an dem er früher gelebt hat und wo er einst im See ertrank. Trotzdem weiß er, dass er Cara dorthin begleiten muss. Doch der Weg nach Fallen Mountain gestaltet sich schwierig. Stürme und nächtliche Schatten behindern ihren Weg…
Ich sage dazu:
Ein Buch wie ein Fiebertraum. Realität und Fantasie verschwimmen zu einem düsteren Brei.
Liam ist ein Getriebener. Jede Nacht wird er von Alpträumen gequält und immer wieder zieht es ihn ans Wasser. Linderung erfährt er nur, wenn er die spezielle Kräutermischung einnimmt, die Sophie, die ebenfalls aus Fallen Mountain stammt, für ihn zusammen stellt. Liam lebt in den Tag hinein. Gequält von Alpträumen und dem Drang ans Wasser zu gehen, hangelt er sich von Tag zu Tag.
Cara ist eine toughe, junge Frau, die mutig ihren Weg geht, auch wenn sie nicht weiß, wohin er sie führen wird. Sie ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und hofft, diese in Fallen Mountain zu finden.
Liam und Cara müssen sich beide ihren Dämonen stellen.
Die Hauptfiguren Liam und Cara haben beide ihre Ecken und Kanten, was es nicht leicht macht, beide uneingeschränkt zu mögen. Dafür sind sie umso authentischer.
Das Autorenduo Robert und Sarah Glas hat einen wunderbaren Schreibstil, der allerdings nicht ganz leicht zu lesen ist. So fand ich das erste Drittel des Buches sehr verwirrend. Ich konnte nur schwer unterscheiden, was Traum und was Realität war. Die losen Enden ließen sich einfach nicht fassen. Das änderte sich erst mit der Ankunft in Fallen Mountain. Hier fand ich die Geschichte wieder klarer, übersichtlicher.
Alles in allem fand ich den Auftakt dieser neuen Fantasy Reihe zwar interessant aber zunächst schwer zu begreifen. Hat man sich aber erst durch das erste Drittel gekämpft, wird man in eine düstere, sturmgepeitschte Welt voller Magie gezogen.
Viele Fragen werden zwar im Laufe des Buches beantwortet, aber nicht alle. Das Buch hat also durchaus das Potential für eine Fortsetzung.
Mein Fazit:
Ich kann das Buch leider nicht uneingeschränkt weiter empfehlen, da ich gerade den Anfang sehr verwirrend fand.