Man muss es wohl kaum sagen, aber das Cover ist ein absoluter Blickfang und wirklich ein Traum, womit mich das Buch auch direkt ansprechen konnte und das schon vor langem. Das Buch war wirklich einige Jahre lang nur auf meiner Wunschliste zu finden, aber das hat sich endlich mal geändert und so habe ich es auch gleich gelesen.
Der Klappentext dazu klang ebenfalls spannend und verriet erste Ansätze, die mir eigentlich schnell klar machten, in welche Richtung es gehen wird, nachdem ich die ersten Seiten gelesen habe und den Weltenaufbau und das System verstanden habe, welches, nebenbei bemerkt, übrigens beides genial aufgebaut wurde. Irgendwie war es mir doch auch klar, was es mit Nora so auf sich haben könnte.
Im Groben traf das dann auch ein, aber da sind dann doch auch noch andere Überraschungen, die dann doch auch unerwartet kamen. Ich muss sagen, ich hätte das Buch so gerne geliebt, aber im Nachhinein, gerade auch hier beim Schreiben, merke ich doch, das die Wendungen zwar gut, aber doch auch etwas flach sind, weil sehr viele davon erst am Ende passieren und kaum den Ausbau bekommen, die sie verdient hätten, insbesondere im Vergleich zum Anfang mit dem System und allem. Auch die Auflösung selbst war dann am Ende überstürzt. Sie wurden irgendwie auf den letzten zehn Seiten oder so gefangen genommen und ich habe mir schon erhofft, mal ein unerwartetes Ende zu sehen, in dem die Helden auch einmal sterben und das so “perfekte“ System gewinnt.
Natürlich wurde aber stattdessen alles ziemlich schnell aufgelöst und es herrscht nun einfach mal Frieden. Dieser Umsturz und Wandel allein, sowie der Aufbau der anderen Welten und Fähigkeiten, hätte noch einmal die Länge des Buches ausmachen können, wenn es nur ausführlich gewesen wäre. Die Ideen waren da, aber irgendwie scheint mir, als wäre da gegen Ende hin die Lust dazu ausgegangen, alles auch ausführlicher auszubauen.
Kommen wir aber noch zu einigen positiven Punkten. Wie gesagt, ist das System auf seine Weise am Anfang sehr gut aufgebaut worden und ich liebe es, wie man durch Noras Perspektive auch erkennt, wie sehr das System die einzelnen Personen im Griff hat. Ich bin nämlich absolut begeistert davon, dass es auch einmal eine Protagonistin gibt, die der Hirnwäsche doch auch nicht ganz entkommen kann und deshalb auch relativ lange von der Sache überzeugt ist, obwohl die kleinen Zweifel immer wieder hochkommen. Das wurde besonders gut durch die Szenen am Start und nach der Hirnlöschung im Kern gut gezeigt. Die beiden ähneln sich wohl mit Absicht so sehr, was auch zeigt, wie effizient alles ist, denn obwohl sie zuvor so weit gekommen ist, kann sie nun wieder neu beginnen, ihre Zweifel auszubauen. Einfach nur klasse.
So bin ich doch auch ein wenig gespalten. Das Buch habe ich während des Lesens einfach nur geliebt, aber mir sind doch mit dem Schreiben darüber, doch auch einige kleinere Fehler am Ende aufgefallen. Mehr Ausbau wäre hier nötig gewesen, einfach weil ich auch gerne mehr gesehen hätte. Es macht für mich aber nicht viel aus und da es keine halben Sterne gibt, bin ich sowieso immer fürs Aufrunden, statt abrunden, womit das Buch eigentlich letztendlich doch auch fünf Sterne bekommt. Es sind einige Mängel da, aber mich haben sie hier nicht weiter gestört und sie sind so klein, dass sich ein Abrunden sowieso nicht lohnt, selbst wenn ich darauf Wert legen würde. Fünf Sterne also.