Der Beitrag des Saxophonisten John Coltrane zur Entwicklung des Jazz – die (Über-)Dehnung der Funktionsharmonik und ihre schließliche Überwindung – war der bislang letzte Riesenschritt der Jazzgeschichte. Doch das hat wohl weniger zu der Heiligenverehrung geführt, die Coltrane postum zuteil wird, als die lebensgeschichtliche Wendung von den Drogen zur Spiritualität. Eine Biographie, wie sie Peter Kemper kenntnisreich, anschaulich und lebensnah schreibt, macht dieses existentielle Spannungsverhältnis begreiflich.
Ich habe dieses Buch gerne gelesen; die Informationen über Coltrane's Schaffensprozesse gaben mir einen anderen Einblick in sein Leben. Ich finde, dass das Buch stärker auf race und class hätte eingehen können; darüber hinaus empfand ich es zuweilen als stark musiktheoretisch und nicht unbedingt zugänglich für die durchschnittliche Jazzhörer_in.