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Absinth: Geschichten im Rausch der Grünen Fee

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Absinth – Das Getränk der Künstler
Gleichsam unverzichtbare Inspirationsquelle und verlockende Falle.
Diese Anthologie entführt Sie ins Reich der Grünen Fee, durch einen Strudel von Farben und Gefühlen an den Rand des Wahnsinns und über die eigene Weltanschauung hinaus. In 12 Geschichten lernen Sie die Personifizierung des grünen Getränkes kennen. Doch Vorsicht! Jedem erscheint die Fee in einer anderen Gestalt und manchmal offenbart sie sich erst beim letzten Tropfen.

232 pages, Paperback

Published October 14, 2017

5 people want to read

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Sandra Bollenbacher

42 books4 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Meggies Fussnoten.
944 reviews12 followers
November 19, 2017
Absinth - ein Getränk, um welches sich viele Legenden ranken. 12 Autoren haben sich nun diesen Legenden angenommen und daraus Kurzgeschichten gesponnen. 12 Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Anthologie führt zu den verschiedensten Orten. Einmal ist die grüne Fee als Muse unterwegs, ein anderes Mal ist sie grausam und brutal. Doch jedesmal hat sie mit Künstlern zu tun. Sie regt die Phantasie an, nährt sich davon oder mordet.

Wir treffen auf die unterschiedlichsten Personen, fiktiv, wie auch historisch belegt. Schriftsteller, Maler, Dichter... allesamt Personen, die durch ihre Phantasie kreativ wurden und auch gerne zu dem grünen Getränk gegriffen haben. Zumindest in den Kurzgeschichten.
So begegnen uns Arthur Conan Doyle, Jules Verne, Mata Hari, Oscar Wilde und viele, viele mehr.

Auch wenn ich alle Kurzgeschichten ausnahmelos gut fand, gab es doch einige, die für mich aus der Menge herausstachen.

"Scheiß auf Nemo - rettet die Nautilus" von Markus Cremer z. B. ist eine lustig-wirre Geschichte über eine grüne Fee, die in einer eher abgewrackten Kneipe als Muse für Künstler unterwegs ist. Je mehr Absinth konsumiert wird, umso mehr kann sich die Fee in die Gedanken der jeweiligen Kreativen hineinversetzen und ihnen als Muse dazu verhelfen, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. So kommt es, dass sich die Fee in den Gedanken von Jules Verne wiederfindet und im dazu verhilft, dass er den Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" schreibt. Doch bis es soweit ist, müssen so einige Dinge durchgestanden werden.

In "Hipster van Gogh" hat sich Nina Teller die grüne Fee als moderne Geschäftsfrau vorgestellt, die verschiedene "Künstler" um sich gescharrt hat. Dabei bedient sie sich einer interessanten Methode, da die Künstler allesamt schon seit Jahrzehnten oder gar Jahrhundert tot sind. Unter anderem Vincent van Gogh arbeitet für sie.

Und "Der Tod des Sherlock Holmes" von Carmen Hübner erzählt die Geschichte von Arthur Conan Doyle, als dieser an einem wichtigen Punkt seiner Schreibkarriere steht und in der Schweiz über seine weitere Zukunft nachdenkt. Natürlich geht es dabei um den allseits beliebten Detektiven aus der Baker Street.

Aber egal, welchen Weg die grüne Fee auch einschlägt, immer wieder ist es der Absinth, der sie leitet und im Mittelpunkt steht.

Aber nicht nur die Geschichten sind echte Höhepunkte, auch die Aufmachung des Buches ist wieder wunderschön. Wie alle Bücher aus dem Art Skript Phantastik Verlag ist auch dieses mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Die Grüntöne auf dem Cover sowie die abgebildete Fee zeigen schon genau, um was es geht und spiegeln den Inhalt deutlich wieder. Auch innen ist es mit schönen Überschriften und Absinthgläsern auf jeder Seite ein Schatz.

Die Autoren haben die Aufgabe, eine Kurzgeschichte über Absinth bzw. die grüne Fee zu schreiben, einfach hervorragend gelöst und kurzweilige Unterhaltung geschaffen. Ein ums andere Mal war ich begeistert von der gerade gelesenen Geschichte. Ein Buch, nach dem ich bestimmt öfter greifen werde.

Fazit:
Eine unterhaltsame Anthologie rund um die grüne Fee.
Profile Image for Amalias Buchblog.
73 reviews10 followers
November 29, 2017
Ich habe vom Verlag ein Rezensionsexemplar erhalten. Meine Rezension und Meinung zur Anthologie ist davon unabhängig.
Das Buch wird eingeleitet mit einem kurzen historischen Hintergrund zum Absinth und einem Vorwort von Stephan Kinting, Betreiber der Grotesque Absinth Bar in Aachen.

Die Geschichten im einzelnen:

Ein Schloss aus Inspiration und Wahnsinn - Sandra Bollenbacher
In Briefform berichtet hier keine geringere als Zelda Fitzgerald einer Freundin von erstaunlichen Vorkommnissen, die auch ihren Mann F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway betreffen und sie mitten hineinziehen in Geschehnisse, die sie sich kaum erklären kann.
Wer sich mit den Biografien der Fitzgeralds auskennt, dem wird hier einiges sehr vertraut erscheinen. Bekannt ist, dass Scott Fitzgerald zum Teil Geschichten seiner Frau als seine eigenen ausgab bzw. ihr literarisches Talent für seine Zwecke ausnutzte. Das Zusammenleben der beiden wurde über die Jahre immer problematischer. Mit dreißig Jahren erlitt Zelda einen Nervenzusammenbruch und verbrachte den Großteil ihres restlichen Lebens in psychiatrischen Kliniken.
Aber selbst ohne diese Kenntnisse liest sich die Geschichte sehr spannend.

Scheiß auf Nemo - rettet die Nautilus // Markus Cremer
Eine skurille Geschichte, die sehr viel Spaß macht. Humorvoll und schräg. Hier trifft die Grüne Fee auf eine ganze Reihe historischer und fiktiver Persönlichkeiten, darunter Jules Verne und Mata Hari.

Der Fluch der Blume // Martin Rüsch
Eine der aus meiner Sicht stärksten Geschichten des Buches, da sich Martin Rüsch hier auf eine sehr düstere, phantastisch-originelle und dramatische Weise ausgedacht hat, wie der französische Dichter Charles Baudelaire wohl auf sein berühmtestes Gedicht „Die Blumen die Bösen“ („Les fleurs du Mal“) gekommen ist. Die Kurzgeschichte schließt mit einer historischen Anmerkung zur Biografie Baudelaires, dem zu Lebzeiten tragischerweise die Anerkennung seines literarischen Schaffens verwehrt blieb.

Rien Ne Va Plus // M. W. Ludwig
Ebenfalls eine sehr originelle Geschichte, angesiedelt im viktorianischen England in der M.W. Ludwigs Charaktere, eine Prostituierte und ein Glücksspieler, einen Lebemann und Spieler namens Mister Hyde austricksen wollen. Ob das gut gehen kann?

Das dritte Glas // Nele Sickel
Eine sehr poetische Geschichte, bei der Oscar Wilde in London auf einen mysteriösen Fremden trifft, während er versucht, „Das Bildnis des Dorian Gray“ zu schreiben. Und was wäre passender, als diese Geschichte mit einem düsteren Zitat Wildes abzuschließen?

Honigmann&Breuer: Louche // Robert von Cube
Hier wird es kriminell und übernatürlich, im Jahr 1950, so dass in dieser Geschichte nicht nur Absinthgrün, sondern auch reichlich Noir-Feeling einzieht. Spannnend und actionreich erzählt.

Der letzte Tropfen // Melanie Vogltanz
In dieser Geschichte verknüpft die Autorin reale politische Ereignisse (Wien während und nach des 1. Weltkriegs) und deren dramatische Auswirkungen auf Einzelne anhand der Charaktere Marlene und Albert auf sehr gelungene und vor allem berührende Weise mit phantastischen Elementen. Marlenes Mann Albert fällt im ersten Weltkrieg und alles was von ihm bleibt, ist eine Flasche Absinth, die er eigentlich mit ihr bei seiner Heimkehr trinken wollte. Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen, in einem Hier und Jetzt (wann das genau ist, wird nicht gesagt, aber das ist auch nicht notwendig) und in Rückblenden ins Jahr 1915 und 1927. Die Auflösung am Ende hat mich überrascht, kann aber sehr vielfältig interpretiert werden. Diese Geschichte hat mich beeindruckt.

Traum und Wahrheit // Jacqueline Mayerhofer
Jonathan Veldeke ist ein Journalist, der eine ganze Reihe an interessanten historischen Künstlern und Autoren interviewt – H.P. Lovecraft, Jules Verne, Oscar Wilde, J.R.R. Tolkien, Sir Arthur Conan Doyle und noch mehr. Ja, richtig, alle diese. Was aufgrund deren Geburtsdaten gar nicht sein kann. Oder doch? Geht es hier um Zeitreisen? Ist der Journalistin unsterblich? Oder gibt es eine ganz andere Erklärung? Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Hipster van Gogh // Nina Teller
Was wäre, wenn van Gogh seinen Tod fingiert hätte und heute noch unter uns weilt? Und was hat diese Grüne Fee damit zu tun? Und warum trinken heute alle so gern grüne Smoothies? Dieser und anderen Fragen widmet sich „Hipster van Gogh“, aber das ist erst der Anfang zu einer epischen Urban Fantasy Geschichte.

Der Lärm in meinem Kopf // Fabian Dombrowski
Auch diese Geschichte spielt heute und vieles hier ist sehr real. Doch der Protagonist und Ich-Erzähler leidet an einer psychischen Erkrankung und kann sich nicht immer sicher sein, was real ist und was nicht. Man merkt der Geschichte an, dass der Autor sich mit dem Thema gründlich befasst und dazu recherchiert hat, denn er hat die Idee sehr gut und glaubwürdig umgesetzt.

Der Tod des Sherlock Holmes // Carmen Hübner
Bei dieser Geschichte musste ich spontan an den Guy Richie Film „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ denken, der ja ein Sherlock-Holmes-Pastiche ist (also eine Fortsetzung oder Ergänzung zur Sherlock-Holmes-Serie von Sir Arthur Conan Doyle durch andere Autoren). Allerdings ist hier nicht Sherlock Holmes der Protagonist, sondern sein Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle, der sich von seiner eigenen Schöpfung mittlerweile erdrückt fühlt.

Blutfeuer // Christine Bathelt
Die einzige Geschichte komplett aus der Sicht einer Fee. Doch nicht irgendeiner Fee, denn diese heißt Absinthienne und ihr Blut ist grün. Die Handlung beginnt dort, wo der Absinth erfunden wurde, in schweizerischen Val-de-Travers 1737 und endet 1992 in Wien. Sie erzählt zugleich die Geschichte des Absinth auf phantastische Weise neu und zugleich ist es auch eine Geschichte voller Intrigen und Rachegelüsten. Im buchstäblichen Sinne ein Feuerwerk als Abschluss dieser rundum gelungenen Anthologie.

Fazit: Selbst, wer sich nicht die Bohne für Absinth interessiert, sondern einfach Freude an originellen, düsteren, dramatischen, schrägen, realistischen und immer wieder historisch inspirierten Phantastik-Geschichten hat, der sollte sich diesen Absinth, pardon, diese Anthologie zu Gemüte führen. Sehr lesenswert.
Profile Image for Ceremony.
108 reviews2 followers
December 29, 2019
sehr charmante sammlung von geschichten rund um und mit der grünen fee 🧚‍♀️
Displaying 1 - 4 of 4 reviews

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