Berlin im Januar 1928: Ein Toter wird in einem Schuppen im Hinterhof des Askanischen Gymnasiums gefunden. Direkt daneben befindet sich das Varieté- und Sensationstheater »Das Cabaret des Bösen«, dessen Besitzer seine aus dem Krieg stammenden Gesichtsverletzungen offensiv zur Schau stellt. Vor dem Fund der Leiche wurde eine verstörte junge Russin am Theater gesehen, auf der Suche nach einem gewissen »Fjodor«. Liegt der Schlüssel zu den mysteriösen Vorkommnissen um das Cabaret im Scheunenviertel, wo russische Emigranten in beengten Verhältnissen leben? Einmal mehr lernt Leo Wechsler bei seinen Ermittlungen unbekannte Gesichter seiner Stadt kennen.
Berlin 1928. In einem Schuppen am Askanischen Gymnasium wird ein Toter gefunden. Nichts deutet auf seine Identität hin, aber wurde ermordet. So beginnen Leo Wechsler und seine Kollegen mit den Ermittlungen. Diese führen sie unter anderem auch zu einem Theater, das direkt neben dem Gymnasium liegt, das Cabaret des Bösen. Stück für Stück hangeln sich die Kollegen von Hinweis zu Hinweis und machen dabei die Lebensgefährtin des Ermordeten ausfindig. Allerdings führt dies zu noch mehr Verwirrung, stammt sie doch aus der Ukraine und kennt den Nachnamen ihres Gefährten nicht. Nach und nach enthüllt sich eine Geschichte, deren Anfänge im ersten Weltkrieg nahmen.
Dabei verschafft uns Susanne Goga Einblicke in die russische Gesellschaft Berlins in den Zwanzigern, in die Anfänge der plastischen Chirurgie und nicht zuletzt in das Leiden deutscher Kriegsgefangener im ersten Weltkrieg in Russland. Und auch die Zeitgeschichte kommt nicht zu kurz. Georg, Leos Sohn ist heimlich der HJ beigetreten. Dies und vieles andere erinnert uns daran, was am Horizont dräut. Aber noch kann Jakob Sonnenschein seine freien Nachmittage mit Frau und Kind im Park geniessen und auf eine Beförderung hoffen.
In diesem Fall statt die Fußarbeit des Ermittelns stark im Vordergrund. Hier wird noch viel befragt, Amtshilfe aus Stuttgart kann zwar telefonisch angefordert werden, aber das Reisen dauert noch sehr lange und das andere Ende von Deutschland muss noch persönlich aufgesucht werden. Forensische Beweise spielen in diesem Fall so gut wie gar keine Bedeutung. Mir hat diese "altmodische" Art zu ermitteln viel Spass gemacht, fordert es doch auch den Leser heraus, sich seine Gedanken zum Geschehenen zu machen. Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich hoffe doch auf weitere Fälle für Leo und seine Kollegen. Auch wenn die Zeiten sicher immer unangenehmer für sie werden wird.
Für mich war dieses Buch wieder einmal eines meiner Jahreshighlights!
1928, Berlin. In einem Schuppen auf dem Hinterhof des Askanischen Gymnasiums wird ein Toter gefunden. Kurz zuvor wurde in der Nähe eine abgemagerte, schlecht gekleidete Frau gesehen, die verzweifelt nach einem "Fjodor" gesucht hat. Ist der Tote der Gesuchte? Doch warum sollte ein Russe auf dem Gelände einer Berliner Schule ermordet werden? An den Schuppen grenzt auch das "Cabaret des Bösen", eine Art Gruselkabinett, das sich zur Zeit großer Beliebtheit erfreut. Der Besitzer ist ein sehr ungewöhnlicher Kriegsversehrter, der seine Gesichtsverletzung quasi vermarktet und zur Schau stellt. Weiß er vielleicht mehr? Oder sollte sich Leo Wechsler lieber im Scheunenviertel, wo viele russische Emigranten unterkommen, nach der Identität des Toten umhören?
Zugegebenermaßen bin ich ein großer Fan der Reihe um Kommissar Leo Wechsler und auch der neueste Krimi hat mich nicht enttäuscht. "Nachts am Askanischen Platz" ist der mittlerweile sechste Fall um den sympathischen Ermittler, den man allerdings auch eigenständig lesen kann. Doch nicht nur Leos Arbeit und seine Kollegen stehen im Fokus - auch sein Privatleben spielt eine Rolle. In diesem Fall erfahren wir am Beispiel von Leos Sohn Georg das Aufkommen der Nationalsozialisten. Der Junge gerät durch seinen besten Freund Werner immer tiefer in den braunen Sumpf - unbemerkt vom Vater, der ansonsten immer ein sehr ausgeprägtes Gespür für andere Menschen hat. Doch zum Glück gibt es noch Clara, die zweite Frau Leos und Stiefmutter seiner Kinder, die klug, mitfühlend und für ihre Zeit erstaunlich eigenständig ist. Ob sie Georg überzeugen kann, dass seine neue Gesellschaft nicht die beste ist?
Wieder einmal verwebt die Autorin Susanne Goga historischen Fakten und Figuren in die Geschichte. In diesem Fall hat mich vor allem der sogenannte 'Nasenjoseph', Prof. Dr. Jaques Joseph, beeindruckt. Mir ist dieser Name zuvor noch nie untergekommen, aber die Geschichte eines der bedeutendsten plastischen Chirurgen seiner Zeit ist sehr interessant! Seine Veröffentlichung zum Thema Nasenplastik gehört noch heute zu den Standardwerken seines medizinischen Fachbereichs. Doch nicht nur das - denn Joseph hat vor allem im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg sehr erfolgreich Wiederherstellungschirurgie betrieben und somit vielen stark Verwundeten wieder neuen Lebensmut gegeben. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass Joseph sich nur im Rahmen der Möglichkeiten seiner Patienten bezahlen ließ.
Selbstverständlich ist auch der Fall an sich gewohnt packend. Auch wenn ich vielleicht die ein oder andere Ahnung hatte, die Auflösung ist sehr clever und originell. Ich lese sehr gerne historische Krimis - vor allem alles, was im Zeitraum Anfang des 20. Jahrhunderts bis Ende der 40er spielt. Für mich ist die Leo Wechsler-Reihe eine absolut feste Größe und der sechste Fall hat mich darin wieder einmal bestätigt!
Fundierte Recherche, großartig entwickelte Figuren, die mir bei jedem neuen Fall das Gefühl geben, auf alte Bekannte zu treffen, und eine spannende, atmosphärisch dichte Geschichte - was will man mehr?
Im Schuppen des Askanischen Gymnasiums wird ein Toter entdeckt, dessen Identität zunächst noch unklar ist. Möglicherweise haben die Gymnasiasten mit dem Mord zu tun – oder doch jemand aus dem Variete “Cabaret des Bösen” nebenan?
Leider wusste ich ab ca. 100 Seiten vor Schluss, wer der Mörder ist und warum er den Mord begangen hatte. Davon ab ist das Buch wie immer gut geschrieben und sehr spannend. Leider kommt mir die Familie etwas zu kurz, Georg wird zwar weiter entwickelt, aber Marie fehlt mir etwas.
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Ein Buch, dass einen ins Jahr 1928 nach Berlin entführt. Es gibt Einblicke in das normale Leben des Kommisssars. Der Mord, der aufgeklärt werden muss, ist recht einfach gestrickt und ich hatte von Anfang an, eine gute Idee wer der/die TäterIn war. Aber dennoch fand ich es spannend
Als Berlinerin mag ich die Reihe um Kriminalkommissar Leo Wechsler sehr gern. Den aktuellen Fall fand ich besonders spannend, auch wenn ich ihn schneller gelöst hatte als Leo. Trotzdem gefiel mir die Idee und die wieder einmal sehr gut recherchierten Hintergründe. Einiges habe ich noch einmal im Internet nachgelesen und faszinierendes dazu gelernt. Schön fand ich auch, wie Leo die familieninternen Probleme angeht.
Im Jahr 1928 wird im Hinterhof des „Cabaret des Bösen“ eine Leiche gefunden, die Identität wirft für Leo Wechsler und sein Team viele Fragen auf. Welche Rolle spielen die Akteure in diesem Sensationstheater? Und wie passt Jelena, die mysteriöse Russin, ins Bild, die auf einmal im Theater auftaucht?
Auch im sechsten Teil der Kriminalroman-Reihe bekommen wir einen spannenden Fall präsentiert, der am Anfang noch undurchdringlich erscheint, sich dann aber wie eine Lotusblüte öffnet und genau so vielschichtig ist. Militärgeschichte von deutschen Kriegsgefangenen, historische Polizeiarbeit, eine herzzerreißende Liebesgeschichte - eingebettet in den Kontext der späten 1920er Jahre.
Im Gegenteil zu anderen Krimireihen bekommen wir hier etwas weniger Lokalkolorit, dafür aber mehr Einblicke in das „echte“ Leben. Die Ermittlerkollegen Jakob Sonnenschein und Robert Walther werden ebenso beleuchtet wie Leo Wechsler und seine eigene Familie.
Mit 312 Seiten ist es ein eher kürzeres Buch, was den verkürzten und etwas gehetzt wirkenden Einstieg erklären mag. Dies hat mir zu Beginn etwas Sorgen bereitet, sich dann aber schnell gelegt, als die Gesichte so richtig an Fahrt aufgenommen hat.
Bisher vermutlich mein liebster Teil der Reihe und eine große Empfehlung für alle Fans von nicht so derben und weniger blutigen Krimis mit einem historischem Faible.
Der 6. Fall mit Leo Wechsler und ich habe da lange drauf gewartet und mich richtig gefreut als das Buch rauskam. Ich wurde nicht enttäuscht. Ein tolles Bild der zwanziger Jahre, man taucht in diese Zeit ein. Das macht für mich den Reiz dieser Reihe aus. Spannung herrscht nur teilweise, aber das stört nicht. Ich freue mich schon auf Band 7, der hoffentlich bald kommt.