In diesem Band sind zwei Geschichten enthalten, die titelgebende "The Legend of the Sleepers" sowie "Simon Magus".
Der "Legend of the Sleepers" ist die 18. Sure des Koran vorangestellt, die im Prinzip auch die Handlung vorwegnimmt: "They stayed in their cave three hundred years, increased by nine" (Koran XVIII:25). Die kurze Erzählung basiert auf der Legende der sieben Schläfer von Ephesus. Der Überlieferung zufolge wurden sieben Christen unter der Herrschaft des römischen Kaisers Decius um das Jahr 250 gezwungen ihrem Glauben abzuschwören. Die Christen weigerten sich und zogen sich in eine Höhle zurück um zu beten, dabei fielen sie in eine Schlaf. Währenddessen ließ Decius den Höhleneingang verschließen. Die Christen wachen schließlich 300 Jahre (+9 im Koran) wieder auf, verkünden den Namen Gottes in der nun christlichen Region und sterben anschließend.
So weit eine prinzipiell interessante Hintergrundgeschichte. Davon ließt man in der Erzählung leider gar nichts. Die Anzahl der Schlafenden ist hier auf drei reduziert, plus ein Hund - bei dem allerdings nicht klar hervorgeht ob er nur schläft und verwest wie die anderen oder ob er bereits tot ist. Jedenfalls beginnt einer der drei Schlafenden aufzuwachen. In weiterer Folge bekommt er mit (oder träumt er?), wie eine Menge in die Höhle eintrittund die drei Schlafenden und den Hund in einer Prozession in eine Stadt trägt. Dabei reflektiert der Aufwachende ständig, ob er nur träumt oder ob die Geschehnisse wirklich passieren. Jedenfalls reflektiert der Wachende ständig über Details, Details und noch mehr Details. Die Erzählung endet schließlich wieder in der Höhle, wo die drei Schlafenden liegen und ihren totenähnlichen Schlaf schlafen - es bleibt offen, ob sie den Märtyrertod gestorben sind oder nicht.
Alles in allem eine wirre Erzählung voller langweiliger Details, komplett ohne Höhepunkte. Hier hätte ich dem gesamten Band nur 1-2* gegeben, aber die zweite Erzählung reißt das Ganze wieder etwas heraus.
In der Erzählung "Simon Magus" geht es um die gleichnamige Figur, bekannt als der erste Ketzer der Kirche. Er zieht mit seiner Gefährtin Sophia (dargestellt als Hure aus einem syrischen Bordell und nimmersatte Mischung aus Rachel, Lot's Tochter und der griechischen Helena) siebzehn Jahre nach dem Tod Jesu durch Samaria und predigt die Falschheit Gottes, dabei den Spuren der Aposteln Jesu folgend. Simon Magus meint, das irdische Leben sei das einzig wahre und es sei aufgrund der Schlechtigkeit Gottes die Hölle, während die Aposteln vom ewigen Leben im Paradies predigen. In einem Dorf kommt es schließlich zum Aufeinandertreffen der Aposteln (darunter Johannes und Petris) und von Simon Magus. Petrus meint zu Simon: Nur der Herr kann Wunder wirken. Simon widerspricht dem und erklärt, er werde nun in den Himmel fliegen. Nach einem Monolog über die Schrecklichkeit Gottes beginnt Simon tatsächlich zu schweben und immer höher in die Luft zu steigen. Da spricht Gott zu Petrus und mahnt ihn, dies sei nur eine Illusion. Petrus schafft es die restlichen Aposteln von der Illusion zu überzeugen, und dadurch beeinflusst hört Simon auf zu schweben und stürzt zu Boden, wo nur sein zerschmetterter Leichnam liegenbleibt. In einer weiteren Episode mit einer anderen Version lässt sich Simon in einem Sarg in ein Grab legen, um drei Tage später wieder aufzuerstehen. Als der Sarg nach drei Tagen geöffnet wird ist Simon jedoch bereits verwest.
Die Geschichte um Simon Magus ist recht kurzweilig erzählt, deshalb alles in allem 3*