Ein Bäcker backt die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Richter Seybold geht in Pension … Drei Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.
Es ist nur ein merkwürdiges Detail auf einem Holbein-Gemälde, aber es istder Auslöser. Beim viel zu üppigen Weihnachtsessen seiner Mutter fällt es Carl Tohrberg wieder ein, und er begreift … Ein Berliner Bäcker liebt eine japanische Geigerin und beschließt, es ihr mit der schönsten Torte der Welt zu sagen … Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen … Ferdinand von Schirach stellt auch in diesen Stories wieder sein Ausnahmetalent als Erzähler unter Beweis, über das Die Welt schrieb: »Beim Lesen dieser Geschichten hatte man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit, im Leserkopf entsteht ein soghafter – man kann es nicht anders sagen – Film; die Figuren und ihre Geschichten in einer zwar warmherzigen Menschenkenntnis entwickelt, zugleich jedoch weht durch die Zeilen ein kühlklares Lüftchen der Vergeblichkeit, der Unausweichlichkeit menschengemachter Katastrophen.«
Ferdinand von Schirach (born 1964 in Munich) is a German lawyer and writer. He published his first short stories at the age of forty-five. Shortly thereafter he became one of Germany's most successful authors. His books, which have been translated into more than 35 languages, have sold millions of copies worldwide and have made him an internationally celebrated star of German literature.
Wie immer gut geschrieben. Aber die drei Geschichten hätten kein eigenes "Buch" gebraucht. Inhalt grandios gar keine Frage, aber 62 Seiten waren mit 8€ teuer erkauftes sehr kurzweiliges Vergnügen.
die einzigen erzählungen, die ich noch nicht von ihm kannte! brillant wie immer - von schirach erzeugt gänsehaut wenn banalität in brutalität umschlägt.
3 Stories, mal wieder Schriftgröße 54 und nur 68 Seiten für 8 Euro. Habs mir nicht gekauft, sondern nur aus der Bib ausgeliehen, weil mein Geld niemals in seine Tasche fließen wird, und weil mir die Geschichten eigentlich gefielen, hätte ich gerne 3 Sterne gegeben. Aber Ferdi, altes Haus, du hast es hier mit einer waschechten Kommunistin zutun, oder wie man sich halt nennt, wenn man ein Bewusstsein für Klassismus hat. Der Vorreiter von „Regen“. Nur um das klarzustellen, ich hab ja nichts gegen dich persönlich, aber bin halt sensibel für so gesellschaftlichen Kram und so. Golf nächste Woche steht aber, nä?
Das Buch würde ich an eurer Stelle nur lesen, wenn ihr es euch leihen könnt und nicht kaufen müsst, und wenn ihr schneller näher an euer Goodreads-Ziel rücken müsst.
Carl Tohrberg war erst mein zweites Buch von Schirach, aber auch dieses hat mir sehr gut gefallen. Drei sehr kurze Geschichten und jede für sich sehr speziell. Zu Beginn sieht man nur sehr eingeschränkt, was da auf einem zu kommen könnte und das hat mir sehr gut gefallen. Ich mag den klaren, deutlichen und schnörkellosen Schreibstil von Schirach und konnte mich teilweise (vor allem mit Carl) auch sehr gut identifizieren. Wer eine kurze aber interessante, fesselnde Lektüre sucht, macht mit Carl Tohrberg sicherlich nichts falsch! 😁👍🏻
Unglaublich menschlich mit Abgründen, die zwar nicht immer sichtbar sind, aber dennoch stets unter der Oberfläche schlummern, bereit jeden Moment hervorzutreten. Und so treibt von Schirach etwas in 20 Seiten zur Perfektion, wo von man bei anderen in 200 Seiten nur träumen kann.
Die 3 Geschichten sind wirklich kurz, das liest man zwischendurch schnell weg. Gerade wegen der Kürze fällt es mir schwer, darüber etwas zu schreiben oder es zu bewerten. Die Geschichten sind nicht schlecht, aber sie können auch nicht großartig hängen bleiben. Ich mag die Art, wie von Schirach schreibt sehr. Mit Carl Tohrberg hatte ich eine gute, kurzweilige Unterhaltung.
Ich hätte die 3 Geschichten in genau umkehrter Reihenfolge im Buch geordnet. Meiner Meinung nach beginnt es nämlich mit der stärksten (Der Bäcker, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen und gleichzeitig das Blut in den Adern gefrieren lässt) und endet mit der schwächsten (Carl Tohrbergs Weihnachten). Die titelgebende Story und das rote Cover lässt alles auch sehr weihnachtlich anmuten, was es überhaupt nicht ist. Davon mal abgesehen haben mir die Stories gut gefallen. Sie sind kurz, aber regen zum Nachdenken an (vor allem die zweite, Seybold, über einen pensionierten Richter, der seinen Job und eine regelmäßige Tätigkeit vermisst). Am Ende gibt es immer noch einen kleinen Twist, den ich bei Carl Tohrbergs Weihnachten aber am schwächsten fand . Von Schirachs Schreibstil ist schnörkellos und liest sich fast wie ein nüchterner Bericht, aber für diese Geschichten funktioniert das sehr gut.
drei superkurze vignetten, die gut geschrieben sind und auch an die qualität der anderen stories von schirach anschließen. dennoch ist das buch viel zu dünn - 64 seiten sind nun mal in etwas mehr als 45 minuten gelesen. mir hätte das buch besser gefallen, wenn noch ca. 9 geschichten dabei gewesen wären, so ist es VIEL zu dünn und zu rasch wieder durchgelesen. es verbleibt der unangenehme eindruck, als ob das ganze viel zu früh publiziert worden wäre und eigentlich noch andere geschichten dazugehören würden.
diesen schmackofatz sollte man als schirach-liebhaber keinesfalls verschmähen. für diese kurzgeschichten würde ich gar in der buchhandlung einen bescheidenen obulus ausgeben
Habe es auf meinem Arbeitsweg direkt durchgelesen. Sehr kurz, aber gut. Mir gefällt sein Stil. Allerdings ist das Buch recht teuer für so wenig Seiten…
Schon dem Talmud war klar: Kein Mensch weiß, was im Herzen seines Nächsten vor sich geht. Und die drei Geschichten von Ferdinand von Schirach zeigen dies mehr als deutlich. Alle Protagonisten führten ein völlig 'normales' Leben: unauffällig und angepasst. Doch irgendwann war es eine Kränkung oder Verletzung zuviel und ihre Wut und ihr Ärger darüber suchten sich ein Ventil, das sie aus ihrem ach so normalen Leben ausbrechen ließ. Jeder auf seine Weise.
Ferdinand von Schirach beschreibt diese weitgehend durchschnittlichen Leben auf eine so ruhige und gelassene Art, dass die plötzliche Ungeheuerlichkeit fast schon beiläufig daherkommt. In einem Fall wird sie beinahe nebenbei in einem Satz erwähnt, den man fast überhört. Der Vorleser Christian Berkel setzt diese Ruhe und Gelassenheit gelungen um, so dass diese 'Ausbrüche' umso drastischer wirken, sodass man sie beim ersten Hören kaum zu glauben mag und sich deshalb gleich nochmals anhört (zumindest erging es mir so ;-))
Es sind wirklich gute Geschichten, die nur den Nachteil haben, dass sie viel zu kurz sind. Gerade einmal 48 Minuten hat die CD und wenn man dafür den vollen Preis bezahlt, ist das schon ein recht teures Hörvergnügen. Für den halben Preis oder weniger kann ich aber dazu raten, sich die CD zuzulegen. Es lohnt sich.
Empfohlen für Leser von: klarem Stil, Kurzgeschichten, Gegenwart, Jura?, Psychologie?
Inhalt: Hier gibt es drei Kurzgeschichten zu lesen. Von einem Bäcker, einem Richter, und eine über Carl Tohrberg. Man kann nicht viel über den Inhalt sagen, ohne zu spoilern. Der Leser erhält einen kurzen Einblick in das Leben des jeweiligen Charakters. Währenddessen werden verschiedenste menschliche Züge reflektiert, wie sie jederzeit tatsächlich auftreten können.
Ich habe einen richtig guten Erzählstil erwartet, und den gab es hier auch. Ich lese sehr gerne prägnante, klare Sätze. Dadurch werden die Geschehnisse nicht abgefedert. Der Autor verzichtet auch komplett auf Wertung von menschlichen Facetten. Die Enden der Geschichten sind roh und lassen keine Ruhe zurück, sodass man unweigerlich zu einer eigenen Aussage kommt.
Der Buchsatz ist so grosszügig, dass ich das Buch weiter weghalten musste, um die Wörter in der gewohnten Geschwindigkeit erfassen zu können. Unterm Strich sind die Geschichten sehr kurz, was dann auch schwierig zu bewerten ist. Der Stil in Kombination mit dem Hintergrund des Autors sind hier meiner Meinung nach das Wichtigste.
Drei Kurzgeschichten im Stile von "Schuld" oder "Verbrechen". Allerdings rechtfertigen die nicht einmal 60 Seiten den Preis von 9,00 € ganz und gar nicht.
Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.
Erneut stellt von Schirach in diesen Stories sein Ausnahmetalent als Erzähler unter Beweis, über das »Die Welt« schrieb: »Beim Lesen dieser Geschichten hat man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit.«
Das erwartet den Leser im neuen Buch "Carl Tohrbergs Weihnachten" nicht. Vielmehr zeichnet Ferdinand von Schirach in unheimlich dichtem, prägnantem Schreibstil zerrissene, traurige, verlorene Charaktere, die mich sofort fasziniert haben. In der zweiten Geschichte zum Beispiel beschreibt er den Amtsrichter Seybold: "Seybold will keine Karriere machen. Er bleibt sein Leben lang Amtsrichter, zuständig für die kleineren Delikte: Einbruchsdiebstahl, Betrug, ab und zu etwas Außergewöhnliches wie unerlaubte Abfallbeseitigung oder sexuelle Nötigung." In dieser Knappheit für mich ein geniales Einfangen einer ganzen Persönlichkeit. Diese zweite Geschichte ist für mich auch die stärkste, denn man ahnt, dass es eine Wendung geben muß, doch sie ist so poiniert und witzig - toll! Sehr liebenswert die erste Geschichte über den unglücklichen Bäcker, der von Schirch nicht mal einen Namen bekommt, er heißt einfach nur "Bäcker", auch das sagt für mich viel aus. Es sind ganz andere, leisere Töne, die mich in dieser Geschichte überrascht haben. In der letzten Geschichte wird es dann noch einmal spannend a la "Verbrechen", aber auch hier ist der Protagonist Carl mit wenigen Sätzen so komplex beschrieben, dass ich gerührt bin und mit Carl leiden und fühlen kann. Großartige Literatur!
Drei Geschichten über Verbrechen und Verbrecher, die von Schirach in seiner gewohnt nüchternen Manier präsentiert werden. Die ersten beiden waren nur sehr kurz und bestanden ausschließlich aus beschreibenden Sätzen. Wem das Prinzip Show don’t tell etwas bedeutet, wird in diesem Fall wohl eine Enttäuschung erleben und nur noch in der Originalität der Geschichte etwas Vergnügen finden. Schirach versteht es seine Leser in die ordinäre Welt, in der die Verbrechen stattfinden einzuführen. Um detaillierte Szenerien oder empathische Charaktere kümmert er sich in seinen Kurzgeschichten aber eher weniger. Gerade im Vergleich mit seinem Roman „Der Fall Collini“ ist mir bei diesem Band aufgefallen, wie sporadisch und kurz die Einblicke in die Schicksale der Figuren sind. Ich hätte mir etwas mehr gewünscht. Wenn schon nicht auf der literarischen Erzählebene, dann auf der juristischen Ebene, mit der Schirach sich ja so gut auskennt, und die er in seinen Geschichten sonst so präsent in den Vordergrund stellt. Die dritte, titelgebende, Geschichte, war mir die Liebste von den Drei. Das Leben und der Verfall von Carl Tohrberg wurde explizit dargestellt und die Verzweiflung des Protagonisten in seiner Tat am Ende des Textes wie in einem Theaterstück als Höhepunkt zum Ausdruck gebracht. In dieser Geschichte waren viel mehr Details vorhanden und der persönliche Bezug des Erzählers zu den Ereignissen und Personen lies mich selbst Anteilnahme an den Figuren empfinden. Wer die anderen Bücher von Schirach gelesen und genossen hat, wird auch bei diesem kleinen Band auf seine Kosten kommen.
Meine 3-Sterne-Bewertung setzt sich aus dem mittleren Wert der folgenden zwei Kriterien zusammen: 5/5 Sterne für die drei Geschichten: Ferdinand von Schirach erzählt in routinierter Stärke. Anschaulich, interessant und mit Twist.
1/5 Sterne für die Aufmachung des Verlags: Diese drei Geschichten in Form eines eigenen Buches zu veröffentlichen ist eigentlich frech. Die Geschichten haben 13, 16 und 22 Seiten. Durch großzügige Lückenfüller in Form von leeren Seiten erreicht das Buch eine Gesamtlänge von 62 Seiten. Dabei ist zu erwähnen, dass der Zeilenabstand zusätzlich ungewöhnlich groß gewählt wurde, gleiches gilt für die Schriftart. Es fühlt sich so an, als wenn der Verlag in studentischer Manier wie bei einer Masterarbeit das Gesamtwerk künstlich in die Länge zieht, wenn alles geschrieben ist und der Inhalt einfach nicht mehr her gibt.
Wenn ihr eine Möglichkeit habt, die drei Geschichten zu lesen, ohne euch dieses Buch kaufen zu müssen, dann wählt diesen Weg.
Diese drei Kurzgeschichten waren mein erster Schirach und mir haben sie sprachlich sehr gut gefallen. Drei scheinbar normale Menschen, mit einem ganz normalen durchschnittlichen Leben, brechen plötzlich aus ihrer Welt aus und begehen ein Verbrechen. Alle haben starke Kränkungen erfahren, aber man ist dennoch verblüfft, zu welchen Taten diese teils über Jahre andauernden Kränkungen und Missachtungen führen. Eigentlich sind das Geschichten, über die man gerne mit anderen Bücher Freunden diskutieren würde, denn so richtig nachvollziehen kann man die Handlungen der Protagonisten nicht. Die Geschichten sind alle sehr kurz und gut geeignet für mal eben zwischendurch!
Natürlich schreibt Schirach fantastisch. Und natürlich ist dieses Buch keine Ausnahme. Natürlich sind die Geschichten interessant und aufrüttelnd und natürlich ist es unglaublich leicht zu lesen. Die einzige Kritik, die man diesem Buch angedeihen lassen kann (und sollte) ist, dass die Schritt lächerlich groß und drei Geschichten zu kurz sind für 8Euro Paperback. Wen das nicht stört, der:die wird fantastische 30 Minuten beim Lesen verbringen, viel länger dauert es nämlich nicht, um von einem Buchdeckel zum anderen zu gelangen.