Time-out, Handy- und Computerverbote, wenn-dann-Sä Strafen und Konsequenzen als Konfliktlösestrategie halten sich hartnäckig im Erziehungsrepertoire von Eltern und in den Ratgebern von Experten. Ob es um Zimmer aufräumen oder Hausaufgaben machen geht - was kurzfristig funktioniert, zeigt langfristig Schaden, denn Kinder erleben durch Strafen Demütigung, Ablehnung, Vertrauensverlust, und das Familienklima wird durch Machtkämpfe vergiftet.Die bekannte Pädagogin Katharina Saalfrank beschreibt in diesem Buch, warum ein auf Bindung und Wertschätzung basierender Umgang mit Kindern Strafen überflüssig macht. Anhand zahlreicher Erfahrungsberichte aus dem Alltag mit Kindern zwischen Autonomiephase und Pubertät zeigt sie neue Handlungsalternativen auf. Sie geht auf die Gefühlswelt der Kinder und Eltern ein und erläutert, wie wertschätzende Beziehung und Kommunikation einen anderen Umgang mit Stresssituationen möglich machen.
Ich bin hin und her gerissen ob ich das Buch gut finde. Ich werde es nochmal zu einem späteren Zeitpunkt lesen.
„Das Verhalten eines Kindes ist immer nur ein Symptom für ein nicht erfülltes Bedürfnis. Statt also das Fehlverhalten unserer Kinder direkt zu bestrafen, gilt es für uns als Eltern, herauszufinden, warum unsere Kinder sich schlecht fühlen. Dafür müssen wir ihnen beibringen, auf ihre eigenen Emotionen zu achten und zu lernen, diese zu regulieren. Bevor wir das in der Erziehung umsetzen können, müssen wir als Erwachsene selbst verstehen, auf unser Inneres zu achten und uns selbst zu lieben.“ (Blinkist, 2020, Abschnitt 10)
Ich fand das Buch sehr hilfreich und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Es enthält eine gute Kombination von Theorie, praktischen Beispielen und Reflektionsübungen. So werde ich es auch in Zukunft als Nachschlagewerk nutzen.
Manche der vorgestellten “idealen” Szenarien erschienen mir allerdings ein klein wenig konstruiert, bzw. ich konnte mich darin mit meinen eigenen Alltagserfahrungen mit Kleinkind manchmal nicht ganz wiederfinden. Insgesamt finde ich den Ansatz aber super und hoffe, dass ich die Anregungen in meiner Familie umsetzen kann.
Zwischendurch, als man eine Reise in die eigene Kindheit machen sollte und versuchen sollte sich zu erinnern wie das war, fand ich es nervig. Da entsprach ich wohl nicht der Zielgruppe. Ich kann mich noch sehr gut an meine Kindheit erinnern und diese war nicht geprägt von Konflikten und Strafen. Da bin ich wohl eine andere Generation als die meisten von Katias Lesern
Ansonsten hat mir das Buch und vorallem die konkreten Beispiele sehr gut gefallen