Der Bolschewismus ist der Inbegriff des Scheiterns kommunistischer Emanzipation. Entgegen des Verständnis des Bolschewismus als „revolutionär“ lässt sich zeigen, dass es von Anfang an hellsichtige Kritik von Links am bolschewistischen „Befreiungsmodell“ gab. Diese ist weder als reaktionär abzutun, noch musste sie auf Stalin warten, um zu wissen, dass die Revolution die Herrschaft nicht abschaffte, sondern in einem neuen Staat totalisierte. Im Interesse der Gegenwart gilt es diese verdrängte Geschichte dem Vergessen zu entreißen. Im Mittelpunkt steht die Darstellung zentraler theoretischer Kritiken an Lenin und seinen Genoss*innen, die links von der Sozialdemokratie entstanden sind: Trotzki, Luxemburg, Gorter, Pannekoek, Rühle, Rocker, Goldman, Steinberg, Korsch, Weil und viele weitere kommen zu Wort. Diese Revolutionär*innen teilten mit dem Bolschewismus die Kritik an Reformismus und Kapitalismus, erkannten aber, dass jener selbst eine neue Form der Herrschaft war, die der (Arbeiter*innen-)Selbstbefreiung entgegenstand.
Umfassende Sammlung der diversen linken Kritiken am Bolschewismus. Wallat erklärt und verbindet verschiedene theoretische Ansätze, um aufzuzeigen, inwiefern die brutalen und terroristischen Auswüchse des Bolschewismus bereits in Lenins und teilweise Marx' Denken und Ausführungen verankert sind. Perfekt für alle, die von der Sturheit der marxistisch-leninistischen Linken frustriert sind und diesem Gefühl ein analytisches Fundament hinzufügen wollen. Kann stellenweise sehr zäh und trocken werden, lohnt sich aber auf jeden Fall.