Eines der Asterix-Highlights, ist es nicht?
In Asterix bei den Briten machen unsere zwei Freunde einen Abstecher auf die Insel, von der schon in Hamlet gesagt wird, daß jemand, der verrückt sei, dort zwar nicht geheilt werde, aber immerhin nicht so auffalle. Und wirklich zündet dieses Album ein wahres Feuerwerk an Gags, die mit den Eigenarten der Briten spielen – angefangen von der aus französischer Sicht eigenartigen Syntax, über die britische Vorliebe für einen gepflegten Rasen bis hin zu der sprichwörtlichen stiff upper lip, die sich etwa beim Treffen des Gastwirtes Relax mit seinem Kollegen Seelax zeigt, bei dem sie betonen, wie glücklich sie seien, sich gesund wiederzusehen, dabei aber ganz gelassen einander gegenüberstehen, oder auch im Falle des Hausbesitzers, der ungerührt seine in Stein gemeißelte Times liest, obwohl Obelix ihm doch gerade die Haustüre eingebrochen hat. Auch die britische Küche, die Obelix hier gekochtes Wildschwein mit Pfefferminzsoße kredenzt, darf in diesem Reigen der gutmütigen Stereotype nicht fehlen.
Dabei geschieht die Reise von Asterix und Obelix nicht zum Vergnügen: Vielmehr liefern sie zur Unterstützung eines der römischen Invasion trotzenden Dorfes unter seinem Häuptling Sebigbos ein Faß des von Miraculix gebrauten Zaubertranks, nachdem Asterix‘ britischer Vetter Teefax die Gallier auf die Notlage ihrer Nachbarn aufmerksam gemacht hat. Wie es zu dem Sieg der Römer über die Briten kommen konnte? Vielleicht auch, weil letztere jeden Tag um Punkt 5 Uhr die Waffen niedersenken, um erst einmal ein Täßchen heißes Wasser mit einem Tropfen Milch darin zu genießen. Am Ende des Abenteuers wird es freilich Tee sein, der zum britischen Nationalgetränk aufsteigt, und wie dies vor sich ging, das wird in diesem Album auch historisch einwandfrei nacherzählt. Aber auch sonst gibt es eine Menge an Details, die man als Asterix-Fan nicht verpassen möchte, wie beispielsweise Obelix‘ erste Bekanntschaft mit dem Rauschspender Wein, einen Gastauftritt der Beatles, einen Peter Ustinov nachempfundenen römischen Präfekten, ein durch und durch gedoptes Rugby-Spiel sowie ein zweimaliges Wiedersehen mit unseren leidgeplagten Piraten. Auch das Lied „Es lebe Roma! O Roma! Süßes A … Roooma im herrlichen Wein!“, das ein betrunkener Legionär anstimmt, blieb mir schon nach dem ersten Lesen des Albums nachhaltig im Gedächtnis.
In einem Panel gar – auf Seite 9 – sehen wir in Asterix‘ Behausung ein kleines Regal, auf dem wir neben einen Römerhelm auch folgende Dinge finden: einen Gotenhelm, den Helm eines Gladiators, eine goldene Sichel sowie eine kleine Sphinxfigur, allesamt Reminiszenzen der vorausgegangenen Abenteuer unseres unschlagbaren Duos. Mein Lieblingspanel (Seite 22 unten) zeigt diesmal eine Reihe disziplinierter römischer Legionäre, die hinter einer Reihe beschlagnahmter Weinfässer stehen und diese auf Kommando aufschlagen, um herauszufinden, ob sich der Zaubertrank in einem von ihnen befindet. Ein paar Panels weiter sind diese gutausgebildeten Eroberer gar nicht mehr sooo diszipliniert.