Eine etwas andere Geschichte, die mir gut gefallen hat
Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser Geschichte schreiben soll. Ich kann sie ja noch nicht einmal richtig einordnen: Ist es Fantasy, weil es unsterbliche Wesen wie Tod, Leben, Schicksal, etc. gibt? Ist es ein Roman über den Tod (und das Leben)? Ist es ein humorvoller Roman? Oder ... oder ...
Ihr merkt, in diesem Buch steckt viel drin. Auch vieles, was man nicht so erwartet. Das beginnt mit dem Inhalt und endet beim Schreibstil. Es gibt hier keine Helden oder Bösewichter. Keinen Anfang und kein Ende (wenn man es mal als Kreislauf betrachtet). Wer also einen klassischen Roman mit einem normalen Helden, einem normalen Konflikt, einem roten Faden, Spannung und Cliffhangern bis zum Ende erwartet, der ist hier fehl am Platz.
Und ich finde das gut so. Denn die Geschichte lebt davon, dass Tod (die Hauptfigur) aus seinem Leben erzählt, dabei anekdotenhaft vor und zurück springt, Exkurse macht, seine Erzählung mit Fußnoten versieht und irgendwann beschließt, dass der Jahrmillionen alte Ablauf, wie die Dinge auf der Erde und in allen anderen Realitäten geregelt sind, ihm nicht mehr passt, dass er es satt hat, der Tod zu sein.
Kommt euch bekannt vor? Keine Bange, dieser Roman ist ganz anders als Terry Pratchetts Romane über Gevatter Tod. Die Hauptfigur ist ganz anders. Dieser Tod ärgert sich in allererster Linie über seinen schlechten Ruf, obwohl er sich selbst als netten Kerl sieht, der doch nur seine Arbeit macht - im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen, die er für faul hält -, aber der im Gegensatz zu seinen Kollegen keine Anerkennung erhält. Wie er versucht, das zu ändern (ich sage nur Wiederbelebung, Nahtod-Erfahrung, etc.), ist amüsant zu lesen.
Mir hat das Buch mit den ungewöhnlichsten Charakteren seit langem (Tod, Leben, Zufall, Schicksal, Glück, Zeit, Karma, Krankheit) sehr gut gefallen. Nur ein kleines Manko hatte es: die Fußnoten. Sie waren lustig zu lesen, trotzten vor Sarkasmus und trockenem Humor, doch im E-Book kamen sie erst am Ende eines Kapitels vor und auch wenn ich mir ein paar Stellen merken konnte, die mit einer Nummer versehen worden war, am Ende des Kapitels hatte ich die anderen zehn Stellen wieder vergessen, sodass ich vor und zurück blättern musste, um zu verstehen, worauf sich die Anmerkungen überhaupt beziehen. Aus dem Kontext gerissen ergaben nicht alle immer Sinn. Aber ich weiß auch nicht, wie man das besser hätte lösen können. Vermutlich gar nicht.
Aber inhaltlich und erzählerisch - ich konnte kaum glauben, wie jung die Autorin noch ist -, fand ich das Buch klasse.