"Hallo? … Hallo? Ist da wer? Wenn du keine Hoffnung mehr hast und nicht weißt, wohin du sollst. Komm zu uns. Wir haben es geschafft. Wir haben überlebt. Unsere Geschichte ist nicht kurz, aber kurze Geschichten sind auch langweilig. Sie haben versucht uns zu besiegen, doch wir sind wie Kakerlaken und damit haben sie nicht gerechnet. Sie haben alles zerstört, was wir aufgebaut haben, aber uns nicht. Wir bauen immer noch! Wir lassen uns doch nicht von ein paar Bomben unterkriegen. Statt uns auszulöschen werden wir nur stärker. Es gibt sogar noch Kaffee. Wenn ihr also in der Nähe seid, so kommt vorbei und verhaut mit uns ein paar dieser verfickten Madenköpfe."
Ich bin überrascht, wie gut mir diese Novelle gefiel! Die Geschichte der Autorin in der Anthologie fand ich etwas schwach, aber in Zirkus brilliert sie mit einer dicht erzählten Geschichte. Einzig der Anfang war etwas anstrengend, weil die Gedanken des Protagonisten zu seiner Situation zu verwirrend eingearbeitet waren. Ansonsten fand ich vor allem das Ende ziemlich genial ;)
Dafür, dass Zombiegeschichten üblicherweise nicht zu dem gehören, das ich gerne lese/schaue, hat mich das hier ganz gut unterhalten. Lag sicher am Heimatbonus (es spielte teilweise in Leipzig), aber prinzipiell fand ich die Geschichte ganz witzig, auch wenn es mich jetzt nicht total umgehauen hat. Ist halt eine Zombieapokalypse, ein Haufen Untoter und ne Menge Leute, die versuchen, sich der Zombies zu erwehren und dem durch eine Mauer isolierten Deutschland zu entkommen. Dass so eine Mauer eigentlich bar jeglicher Realität ist, lassen wir mal außen vor. Vor allem, wenn man bedenkt, wie lange es dauert, die zu bauen, und die Zombies bleiben in der Zwischenzeit natürlich brav auf deutschem Staatsgebiet ... Die Geschichte ist also ok, bringt aber nicht viel Neues.