Deutschland empört sich. Oft, gerne und über nahezu alles. "Empört Euch!" war folgerichtig ein Bestseller hierzulande, markiert er doch in zwei Worten das Coming-out der deutschen Seele.Wir leben im Zeitalter der Hypermoral. Moral ist zur Leitideologie und zum Religionsersatz unserer postreligiösen Gesellschaft mutiert. Moral ist absolut geworden, sie duldet keine anderen Diskurse neben sich. So wird aus Moral die Tyrannei der Minderheitenkult, Kränkungsfetischismus, Gleichheitsideologie. Politik, Wirtschaft, Kunst – alles wird auf moralische Fragen reduziert. Selbst der Konsum hat fair, nachhaltig und ressourcenschonend zu sein. Wer sich diesem Diktat der totalen Moral zu entziehen sucht, wird gesellschaftlich sanktioniert. Der Publizist und Philosoph Alexander Grau, Autor der vielbeachteten Kolumne "Grauzone" auf cicero.de, liefert eine schonungslose Bestandsaufnahme des zeitgenössischen Hypermoralismus und entlarvt die Grundlagen dieser grotesken Ideologie.
Es ist mir fast ein bisschen peinlich, dass ich dieses Buch gelesen habe und ich bin auch vorsichtig damit, wem ich es empfehle, denn es wird immer wieder offensichtlich, dass der Autor eine stark konservative Meinung vertritt.
Allerdings muss ich gestehen, dass die Analyse des Buches wirklich gut getroffen ist. An vielen Stellen habe ich mich erwischt gefühlt und musste Zugeständnisse machen.
Letztlich stehe ich der Konklusion skeptisch ggü. und tue mich auch schwer mit dem arroganten und verächtlichen Ton des Essays, aber ich denke, dass das Thema (bzw. Problem) sicherlich auch von linken Intellektuellen mehr Interesse verdient. Rahel Jaeggi nimmt sich dem ja in letzter Zeit (sehe ich auch skeptisch aber egal) zunehmend an, hoffentlich folgen andere. Jedenfalls merken wir alle, dass die gesellschaftlichen Diskurse in allen Themen und Ebenen zunehmend moralisiert und depositionalisiert werden (sicherlich eines der faszinierendsten und relevantesten Phänomene unserer Zeit) und das zu merken und zu behandeln, sei es in der Kritik oder im Lob, ist sicherlich eine gute Idee.
Also abschließend: In vielen Punkten gute Analyse, allerdings m.E. falsche Konklusion und unangenehmer Ton.
„Wer demgegenüber Ruhe bewahrt, die medialen Mechanismen der Bedrohungsinszenierung hinterfragt und sich der Moralisierung verschließt, gilt entweder als uneinsichtig, schlecht informiert oder als Zyniker. Denn der massenmediale Diskurs verträgt keine sachlichen Argumente und Emotionsfreiheit schon mal gar nicht. Der moralische Diskurs wird zum Rationalitätsersatz. Ich fühle und verurteile, also bin ich.“
Bunch of cr4p, I’m going to be honest. The writer lost himself about halfway through the book, going on about Catholics and their alleged hypocrisy. For about 30 pages after that, the main theme of the discussion completely disappeared. He cannot prove his point because it’s mostly hysterical far-right common sense. This guy sees himself as a traditionalist because he hates ‘multiculturalism that is destroying Europe.’ And is just racism disguised. Boohoo.