London, 1888. Ein bestialischer Mord erschüttert Whitechapel, dem bald weitere folgen. Unter den Tatverdächtigen ist auch der Politiker und Magier Sir Zane Wentworth. Die Angst geht um in der Stadt! Auch die irische Hexe Fiona fühlt sich verfolgt, während ihre Freundin, die Künstlerin Nica von unerklärlichen Albträumen geplagt wird. Der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches beginnt, den Mordfall auf eigene Faust zu untersuchen. Victor Berlington kämpft zugleich mit ganz anderen Schwierigkeiten...In der Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“ treffen historisch-viktorianische Urban Fantasy auf Krimi und Mystery, vereint mit einem Hauch Steampunk und düsterem Gothic Horror wie in der klassischen Schauerliteratur des 19. Jhs. Gewürzt wird diese Genremischung mit ein wenig gleichgeschlechtlicher Romantik (Gay Romance und Lesbian Romance). Die Buchreihe im ÜberblickTeil 1: AndersweltTeil 2: MördernächteTeil 3: Die Türme von LondonTeil 4: Untotentanz"Berlingtons Geisterjäger 2 - Mördernächte" kann unabhängig von "Berlingtons Geisterjäger 1 - Anderswelt" gelesen werden. "Berlingtons Geisterjäger 3 - Die Türme von London", schließt direkt an die Ereignisse in Band 2 an.
Ich schreibe in den Genres Phantastik, Krimis, Historisches und Romance - fast immer mit queeren (LGBTIAQ*) Protagonist*innen und gern mit Diversität, denn ich bin selbst queer und intersektional. Ich lese auch gern diese und noch mehr Genres. Zu meinen Hobbies zählen Liverollenspiel und Pen & Paper Rollenspiel, und beides hat mich auch schon fürs Schreiben inspiriert. Ich liebe das Meer und trinke beim Lesen oder Schreiben gern Tee oder Kaffee.
Story: Mehrere Monate sind seit den dramatischen Ereignissen in der Anderswelt vergangen, doch zur Ruhe kommt die Gruppe um Victor Berlington deswegen noch lange nicht, denn die Hexe Camur konnte von Fionas Großmutter nur ein Jahr verbannt werden. Es gilt neue Möglichkeiten zu erschließen, um eine Rückkehr des mächtigen Wesens zu verhindern – denn Camur könnte ganz London bedrohen. Während Fiona Rat und Unterstützung bei den Londoner Magiern und Hexen sucht und diese gemeinsam an einer Lösung arbeiten, beginnt in Whitechapel eine grausame Mordserie, die schon bald die ganze Stadt in Atem hält. Der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches beschäftigt sich mit den schrecklichen Morden, da er selbst eins der Opfer gefunden hat und über ein seltsames Beweisstück gestolpert ist. Schon bald hat die Gruppe alle Hände voll zu tun, denn auch im privaten Bereich haben die Pärchen mit einigen Problemchen zu kämpfen …
Eigene Meinung: Mit „Mördernächte“ führt Amalia Zeichnerin ihre historische Urban Fantasy-Reihe „Berlingtons Geisterjäger“ weiter und setzt grob am Ende des ersten Bandes „Anderswelt“ an. Kenntnisse des ersten Teiles sind nicht zwangsweise notwendig, um jedoch alle Zusammenhänge zu verstehen, sollte man den ersten Roman der Reihe gelesen haben. Die Geschichte in „Mördernächte“ endet weitestgehend offen und soll im nächsten Band fortgeführt werden.
Die Geschichte kommt dieses Mal wesentlich komplexer daher, denn Amalia Zeichnerin verfolgt mehrere Handlungsbögen parallel – teilweise gehören sie zum großen Ganzen und werden nur bedingt abgeschlossen (und im nächsten Band wieder aufgegriffen), teilweise werden sie im vorliegenden Buch beendet. Gerade die kleineren Themen, wie die Beziehungsprobleme zwischen Fiona und Nika, als auch der kurze Erpressungsversuch von Lord Berlington kommen zu einem Ende, wenngleich die Autorin diese Fäden erneut aufgreifen könnte. Auf jeden Fall sollte man am Ball bleiben, denn man muss sich viele Dinge merken und sollte den roten Faden nicht aus dem Blick verlieren. Das erfordert eine Menge Konzentration, doch es macht auch Spaß, mitzuverfolgen, wie alles ineinandergreift und die Charaktere nach und nach dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Nichtsdestotrotz ist man frühzeitig dem wahren Täter der Mordreihe auf der Spur, so dass einen die Enttarnung des Mörders nur bedingt überraschen kann. Vielleicht wäre es klüger gewesen, einige Szenen (und die Perspektiver einer bestimmten Person) außen vorzulassen, um die Spannung ein wenig länger aufrecht zu erhalten. Auch mag die Umsetzung des Falles „Jack the Ripper“ nicht unbedingt jedem gefallen – gerade Kenner des Falles könnten mit der offenen, teils fantastischen Auslegung der Thematik ihre Probleme haben. Dennoch macht das Buch Spaß und weiß zu fesseln – es ist in sich wesentlich schlüssiger und spannender, als „Anderswelt“, zumal viel mehr Handlungsfäden ineinandergreifen.
Auch die Charaktere können überzeugen – dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf dem lesbischen Pärchen Fiona und Nika, denn die beiden Damen haben wesentlich mehr zu tun als Viktor und Alec (die gerade zu Beginn nur am Rande vorkommen und erst später für die Ereignisse wichtig werden). Ganz besonders blass bleibt dieses Mal Giselle, die gerade wenn es spannender wird, nicht mit von der Partie ist. Da sie im ersten Band eine wichtige Rolle eingenommen hat, fällt das aber nicht störend ins Gewicht – es ist schön, dass andere Figuren dieses Mal in den Vordergrund rücken. Das trifft auch auf Eliott Breeches zu, der gerade die Handlung rund um Jack the Ripper vorantreibt. Schön ist auch, dass einige Nebenfiguren stärker zum Tragen kommen und sich ein wenig besser etablieren.
Stilistisch legt Amalia Zeichnerin einen soliden Roman vor – im Vergleich zu „Anderswelt“ hat sie sich spürbar gesteigert. Wie schon im ersten Band erzählt sie aus wechselnden Perspektiven, so dass fast jedes Mitglied der Gruppe um Berlington zu Wort kommt – einzig Alec darf nicht aus seiner Sicht berichten, was schade ist, da er dadurch fast zu einem Nebencharakter wird, obwohl er für die Handlung sehr wichtig ist. Dennoch liest sich „Mördernächte“ flüssig und in sich rund. Ganz besonders schön sind die stimmungsvollen, atmosphärischen Beschreibungen des historischen Londons und die Liebe zu den Details – man merkt, dass die Autorin viel Zeit in die Recherche gesteckt hat, um trotz aller Fantastik ein realistisches Bild des alten Londons zu zeichnen. Auch die Dialoge sind sehr schön, einzig die Action und Erotik holpert manchmal ein wenig. Gerade letztere wirkt ein wenig hölzern was die Beschreibungen anbelangt.
Fazit: Mit „Mördernächste“ führt Amalia Zeichnerin die Abenteuer von „Berlingtons Geisterjäger“ fort und bietet spannende Unterhaltung und eine gute Grundlage für weitere Geschichten mit Victor & Co. Gerade die verschiedenen Charaktere können punkten, ebenso die detaillierten Beschreibungen und die Atmosphäre des historischen Londons und die vielschichtigen Handlungsstränge. Bis auf einige kleinere Schnitzer ist „Mörderwelt“ ein gelungener historischer Urban Fantasy, der Lust auf mehr macht – hoffentlich lässt die Fortsetzung nicht allzu lange warten, denn nicht alle Fragen werden beantwortet.
Fiona, Berlington und ihre gemeinsamen Freunde haben wieder alle Hände voll zutun. Nicht nur, dass sie sich gegen einen Angriff von Camun vorbereiten, nein jetzt macht auch noch Serienmörder London unsicher. Die Freunden werden in den Fall verwickelt, denn der Mörder scheint kein normaler Mensch zu sein.
Seit dem Ereignissen aus dem 1. Teil der Berlingtons Geisterjäger-Reihe ist ein Jahr vergangen. Im 2. Teil gibt es für die Geisterjäger wieder einiges zutun. Dieses Mal gibt es direkt zwei Fälle, an denen sie arbeiten. Die Autorin lässt hier einen historischen Fall nämlich den von Jack the Ripper in ihre Handlung mit einfließen und mischt Fiktion und historische Fakten, was ich sehr spannend fand. Die Handlung wird wieder aus der Sicht der verschiedenen Charaktere erzählt, was ich bereits im ersten Teil sehr gut fand. Die verschiedenen Personen sind alle sehr unterschiedlich und gehen an die Ermittlungen auf verschiedene Art und Weise heran. Das macht die Geschichte sehr abwechslungsreich. Neben den Ermittlungen dreht es sich auch um die gleichgeschlechtlichen Beziehungen von Victor und Alec sowie von Fiona und Nica. Beide Paare haben so ihre Probleme, mit denen sie kämpfen. Wobei die Probleme von Victor und Alec doch wesentlich schwerwiegender sind, denn immerhin ist ihre Beziehung vor dem Gesetz verboten. Das Ende ist dieses Mal sehr offen und wird dann im 3. Teil weiter geführt. Mir hat dieser zweite Teil auch wieder sehr gut gefallen und ich vergebe 4,5 von 5 Punkten.