Ein Krieger aus einer fremden, mittelalterlichen Welt, mit dessen Seele man verschmilzt – genau das passiert der Geschichtsstudentin Mona Johansson, als sie bei Recherchen für ihr Studium durch eine magische Entladung in eine andere Welt geschleudert wird. Fortan hört sie die Stimme von Korvas Weißwolf in ihrem Kopf. Der ist ungehobelt, raubeinig und Verfechter eines antiquierten Frauenbildes. Dennoch muss sich das Gespann wider Willen zusammenraufen, denn Korvas´ Mission ist eng mit Monas eigenem Schicksal verwoben. Mit neu gewonnen und sehr unterschiedlichen Gefährten begibt sie sich auf eine Reise in die Tieflande, wo nicht nur schaurige Kreaturen hausen, sondern einst die Götter selbst einen erbitterten Kampf ausfochten. Aber immerhin hat Mona mit Korvas einen Begleiter, der sie auf seine ganz eigene Art zu unterstützen weiß, wenn es mal wieder brenzlig wird … „Hör auf zu flennen, Weib, und reiß dich zusammen! Tränen sind eines Kriegers unwürdig!“
Im Taschenbuchformat hätte dieser Roman ca. 1050 Seiten.
Mona Johannson ist eine sehr energische junge Frau, die sich immer wieder intensiv in neue Aufgaben stürzt und sich darin verbeißt. Als sie wegen eines Unfalls ihr Hobby, das Klettern, aufgeben muss, ist das für sie ein schwerer Schlag. So widmet sie sich nun voll und ganz ihrem Geschichtsstudium und ihrer Masterarbeit. Vor allem fasziniert sie die Frage, warum der Hexer Harald Udin im Jahre 1685 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Ein Schicksal, das damals eher Frauen vorbehalten war, die man als Hexen verunglimpft hatte. Bei ihren Recherchen stößt sie in einer alten, verfallenen Mühle auf ein legendäres Wesen. Was für sie ein Wolpertinger aus uralten Märchen und Sagen ist, ist in der anderen Welt ein Hüter der Magie. Durch einen unglücklichen Umstand, werden Mona und der Wolpertinger in diese Welt katapultiert. Während des Übergangs verschmilzt Monas Seele mit der des Krieger Korvas Weißwolf, auf den ein Mordanschlag verübt wurde. Während sein Körper nun in Koma liegt, muss sich sein Geist mit Mona auseinandersetzen. Zwei Welten prallen aufeinander.
Von nun an ist das Schicksal der beiden grundverschiedenen Menschen miteinander verknüpft. Mona möchte nach Hause in ihre Welt und Korvas möchte wieder in seinen Körper und den Attentäter finden. Eine weinerliche, in Selbstmitleid versinkende Frau ist das keine große Hilfe. Kommentar: Eigentlich mag ich es nicht, wenn moderne Frauen in eine mittelalterliche geprägte Welt stolpern und innerhalb kürzester Zeit zu starken Kriegerinnen mutieren. Hier allerdings wirkt es glaubhaft, denn in gefahrvollen Situationen übernimmt Korvas den Körper von Mona, so dass seine kriegerischen Fähigkeiten zum Tragen kommen. Zwar agiert er dann nicht zu hundert Prozent aber seine Talente im Kampf sind so überragend, dass auch ein mittelmäßiger Korvas noch wesentlich besser kämpft als andere Krieger. Leider übernimmt Korvas den Körper der jungen Frau auch bei anderen Gelegenheiten, zum Beispiel, wenn sie schläft, und das führt zu großen Spannungen zwischen den beiden Zwangspartnern. Zu Beginn ist Mona sehr ängstlich und weinerlich in dieser neuen Welt. Für Korvas immer wieder ein Grund, sich über sie zu beschweren. Mit ihrem Verhalten bestätigt sie ihn nur in seiner Meinung, dass Frauen schwach sind. Je mehr sie aber miteinander agieren, desto sicherer wird die junge Frau und nach wird sie als starke Persönlichkeit anerkannt. Mit ihrem forschen Auftreten schafft sie es, ihre unwilligen Reisegefährten von der Mission zu überzeugen. Ishkor zu finden und die Magie zurück in die Welt zu bringen. Mir gefällt besonders der Schreibstil des Autors. Er ist weder hochgestochen, noch zu salopp. Er nutzt sehr ausdrucksstarke Metaphern und schafft es somit, dass man sich die Situation, in der die Charaktere sich gerade befinden, sehr gut vorstellen kann. Und das alles gewürzt mit einer Prise Humor. Gerade bei den Dialogen zwischen Mona und Korvas schafft Peter Hohmann es immer wieder, dass ich lauthals lache. Hier ein Beispiel von Seite 99, Mona hat Hunger »Salat mit Putenstreifen wäre gut« »Salat, was soll das sein?« »Leckere Sachen mit grünen Blättern.« »Du bist doch keine Ziege. Obwohl....vielleicht doch. Herummeckern jedenfalls kannst du gut.« »Und du bist ein Ochse!« »Stimmt, man sagt ja, stark wie ein Ochse.« »Ochsen sind kastriert.« Diese verbalen Auseinandersetzungen ziehen sich durch das ganze Buch und auch wenn beide mit der Zeit etwas Verständnis füreinander aufbringen, stoßen sie doch immer wieder an ihre Grenzen. Was folgender Satz beweist: »Leg dich hin und stirb, Mona Johannson, und erspare mir die Schmach, weiterhin deinen Gedanken ausgesetzt zu sein.«. Da Korvas alle Gedanken mit der jungen Frau teilt - teilen muss - weiß er um ihre Angst, ihre Zweifel und ihr Selbstmitleid. Für einen Krieger wie ihn ist es unvorstellbar, an sich selbst zu zweifeln oder Unsicherheit zu zeigen. Immer wieder fordert er sie heraus, hält ihr einen Spiegel vor, gibt ihr aber auch die Kraft und den Mut langsam an sich zu glauben. Seine chauvinistische Art ist dabei aber nicht immer hilfreich. Das letzte Drittel des Buches ist mir allerdings etwas zu langatmig, ich habe einige Seiten überblättert. Das sollte aber niemanden abschrecken, diese teils lustige, spannende und unterhaltsame Geschichte zu lesen. Keine 08/15 Fantasy sondern eine wirklich gelungene Idee, gut umgesetzt. Ich habe schon einmal eine Romanreihe gelesen, in der es ein ähnliches Thema gab. Wer also dieses Buch mochte, sollte zu Schwerter des Zorns von David Weber greifen. Ich denke, Peter Hohmann kann man durchaus mit diesem bekannten Autor vergleichen. Der Weltenaufbau ist soweit ok, leider fehlt eine Karte um die Vielfalt der Welt zu zeigen. Sie ist mittelalterlich geprägt, dementsprechend gibt es viele Auseinandersetzungen zwischen den Herrschenden. Hier hilft es Mona, dass sie Geschichte studiert und somit eine klare Vorstellung über das Mittelalter hat. Das Cover ist relativ nichtssagend, man denkt dabei eher an Science Fiction aber es hier handelt es sich um gute, spannende und unterhaltsame High Fantasy. Fazit: Hundert Seiten weniger und die Geschichte wäre perfekt. Ich habe viel gelacht und mich wunderbar unterhalten und genau das verlange ich von einem Buch. Da kann ich die Längen zum Ende hin durchaus verzeihen. Das war sicher nicht mein letztes Buch dieses Autors.
Ein unterhaltsames Buch, welches sich gut in einem Rutsch durchlesen lässt. Allerdings waren auch ein paar Dinge dabei, die ich nicht so mochte. Die Hauptfigur Mona fand ich leider eher unerträglich - zu zickig und kindisch-bockig. Korvas hat ihr gut den Wind aus den Segeln genommen und das Zusammenspiel der beiden war unterhaltsam. Die erotischen Szenen und die Liebesszenen lasen sich leider zum Teil so, als ob sich jemand seiner pubertären Fantasie hingab. Die Kapitel in denen nur Mona (ohne Korvas) vorkam, hätte man gerne kürzen können und somit mehr Platz für Kapitel, die sich nur um Korvas drehen, schaffen können. Dennoch im Großen und Ganzen, dank Korvas und den Gefährten, eine gute Unterhaltung.