Fotografie ist Davids Passion. Stolz darauf, jeden Kunden perfekt in Szene zu setzen, verzweifelt er beinahe, als der schüchterne Luis in sein Studio stolpert. Der Rotschopf ist nicht nur unglaublich unfotogen, sondern auch tierisch verklemmt. Doch Davids Ehrgeiz ist geweckt: Er wird aus Luis das perfekte Foto herausholen, koste es, was es wolle. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass der Preis sein Herz sein könnte...
David ist ein leidenschaftlicher Fotograf, der am liebsten Menschen mit all ihren Emotionen ablichtet. Als Luis in sein Fotostudio kommt, weiß David schon, dass es schwer werden wird. Denn Luis hat blasse Haut, jede Menge Sommersprossen und wilde, rote Locken, die aus ihm alles andere als eine klassische Schönheit machen. Am schlimmsten ist aber seine Verklemmtheit, die ihn auf allen Fotos so aussehen lässt, als würde er gleich zur Schlachtbank geführt.
Davids Ehrgeiz ist geweckt, auch Luis vorteilhaft abzulichten. Und je näher er ihn kennenlernt, desto weniger versteht er, wie er Luis für unscheinbar und hässlich halten konnte.
So fand ich’s:
Kein Wunder, dass David sehr auf Äußerlichkeiten und das Erscheinungsbild achtet, denn er ist Fotograf von Beruf. Er versucht zwar auch, das Wesen eines Menschen mit abzulichten, aber da macht es ihm Luis ziemlich schwer, denn er versteckt sich hinter unvorteilhafter Kleidung und zurückhaltendem Auftreten.
Anfangs hat David keine besonders hohe Meinung von Luis, aber das liegt nicht an Luis, denn ganz allgemein benimmt sich David anderen Leuten gegenüber ziemlich egoistisch. Seine oft wechselnden Sexpartner sucht er sich über eine Dating-App und macht sich nicht immer die Mühe, sich überhaupt die Namen der Männer zu merken. Den Freund seines Kumpels Ryan z. B. kann er nicht ausstehen und lässt ihn das auch deutlich spüren, denn den schönen Ryan möchte David ganz gerne für sich selbst haben. David denkt an sich zuerst und auch Luis gegenüber ist er ziemlich undiplomatisch und viel zu direkt.
Luis ist schüchtern, wird schnell rot und man kann ihm seine Gefühle immer vom Gesicht ablesen. Er ist freundlich und sympathisch. Doch da gibt es einen Punkt, an dem er nicht mehr mit sich spaßen lässt und nicht nur David ist erstaunt festzustellen, dass er durchaus weiß was er will. Von Anfang an ist er in David verknallt und leider ist er sich auch darüber im Klaren, was für ein Mensch David ist. Für eine heiße Nacht wäre er zu haben, aber mehr gibt’s bei David nicht. Die Sexszenen zwischen den beiden sind entsprechend explosiv, aber auch voller Emotionen.
Wie kann aus diesen beiden so unterschiedlichen Menschen ein Paar werden? Nun, es dauert seine Zeit, bis die Filter alle deaktiviert sind und beide hinter die Fassade des anderen schauen. Und vor allem, bis sie sich selbst gegenüber ehrlich sind. Diese Entwicklung ist absolut glaubwürdig erzählt, man kann jeden Schritt nachvollziehen und bleibt gebannt dabei, denn sie machen es sich beide nicht leicht. Und nicht nur was den anderen und ihre Beziehung zueinander angeht, haben sie zu kämpfen. Sowohl David als auch Luis haben eine Vergangenheit, die immer noch nachwirkt. Das erklärt ihr Verhalten und macht beide lebendig und als komplexe Menschen greifbar und das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Die Autorin ist für mich eine Neuentdeckung, aber da mit ihre Art zu erzählen vom ersten Satz an richtig gut gefallen und mich gepackt hat, wird das sicher nicht das letzte Buch von ihr gewesen sein.
Ich fand die Geschichte wirklich gut, allerdings gab es einige Dinge, an denen ich mich etwas gerieben habe, aber dazu komme ich gleich.
David scheint ein wirklich guter Fotograf zu sein, der in seinem Beruf aufgeht und für sein Lieblingsmotiv Ryan schwärmt. Tja, und dann kommt Luis in sein Studio. Gefühlt ist dieser wie ein Eimer kaltes Wasser für Davids Gefühl für Ästhetik. Allerdings lässt es seine Berufsehre nicht zu, dass ein “Motiv” sein Studio verlässt und er nicht das Beste aus diesem herausgeholt hat.
Bis David sich umschaut, hat der kleine, unscheinbare Luis etwas bei David bewirkt, was dieser noch lange nicht greifen kann. Luis weiß auf der einen Seite genau, was er will (nämlich David), ist auf der anderen Seite aber wirklich verunsichert und zurückhaltend. Dennoch behält er seinen Stolz – was ihn für mich zum eigentlichen Helden der Geschichte werden ließ – und lässt sich nicht alles von David gefallen. Dieser ist, was wechselnde Partner angeht, nämlich ein Hans Dampf in allen Gassen und Luis will sich in diese laaaaaange Reihe an Männern nicht wirklich einreihen. Die Liebesgeschichte um die beiden ist wirklich nett geschrieben und hat so einige Höhen und Tiefen, bis es endlich zum Happy End kommt. Das alles hat sich wirklich flüssig und gut lesen lassen, dennoch, gab es so einige Punkte, die es mir schwer gemacht haben, David als den idealen Partner für den netten, freundlichen und liebevollen Luis zu sehen.
David polarisiert – und das meiner Meinung nach nicht unbedingt auf der sympathischen Seite. Er ist egoistisch, selbstverliebt und rücksichtslos. Warum? Tja, sich Luis “warmzuhalten” und andere Männer zu treffen und das nur, weil er Luis nicht für attraktiv genug hält, seine Gedanken sich aber genauso viel um diesen wie um Ryan drehen. Er hält sich für den (männlichen) Nabel der Welt. Er geht auf der Gefühlsebene über Leichen – vielleicht aus Selbstschutz? Aber dies kam nicht so wirklich (für mich erklärbar) rüber. Denn und das war das für mich größere Manko der Geschichte, man erfährt nicht wirklich, warum David so ist, wie er ist. Nur an der weit zurückliegenden Absage dieser Galeristin? – nein, das war mir zu wenig. Lag es an Chris? Keine Ahnung, denn diese Beziehung liegt im Dunkeln. Denn nur weil ein Teil einer “Beziehung/Freundschaft” einen anderen Berufsweg geht, wird und reagiert man nicht so wie David.
Allerdings lässt dieser dunkle Punkt in Davids Vergangenheit Raum für eine Sidestory, über/mit Chris – wer weiß. Auch Ryan, der lange Zeit ebenfalls sehr selbstverliebt und flirty dargestellt wird, wird gegen Ende des Buches menschlicher, netter und “aus Gründen” kleinlauter. Auch hier gäbe es Stoff für eine weitere Geschichte *g*.
Ihr seht also, polarisierende Typen sind gut für die Fantasie. Ich hoffe natürlich nicht nur für mich als Leser, sondern auch für die Autorin *g*. Auf gut Deutsch: Ich möchte mehr über die Typen aus dem Buch lesen.
Wie gesagt, mir hat die Geschichte mit allen “wenn” und “aber” gut gefallen – mehr “Input” wird gewünscht :-) . Rezension 11/2017
Das Buch stand jetzt schon einige Wochen in meinem Schrank und hat immer wieder meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nachdem ich es jetzt endlich gelesen habe, ärgere ich mich mal wieder so lange gewartet zu haben aber dafür gibt es einfach immer zu viele Bücher. #noFilter erzählt uns die Geschichte von David, seines Zeichens Fotograf mit einem eigenen Fotostudio und großen Ambitionen. Er liebt es Menschen in Szene zu setzen und das Beste aus ihnen rauszuholen. Er würde gerne mit seinen Bildern in Gallerien ausgestellt werden, aber der große Durchbruch ist ihm nie gelungen. Deshalb begnügt er sich damit aus jedem Kunden das beste Foto herauszuholen. Und dann betritt Luis sein Geschäft: rothaariger Lockenkopf, unzählige Sommersprossen, blasse Haut, unförmige Klamotten. Für David eine wandelnde Katastrophe auf zwei Beinen...aber sein Ehrgeiz ist geweckt...
Das Buch wird komplett aus der Sicht von David erzählt, deshalb lernen wir ihn und seine Welt besonders gut kennen. Ich empfand David zunächst als sehr oberflächlich. Ein typischer Partygänger, der jede Nacht nen anderen Mann abschleppt. Seine eigene Vernarrtheit in Ryan, einen guten Freund und regelmäßigen Kunden, fand ich wiederum am Anfang ganz niedlich. Da Ryan aber in einer Beziehung steckt lässt David die Finger von ihm...trotz der massiven Flirterei.
Luis ist das komplette Gegenteil von David. Sehr ruhig, sehr introvertiert und eher unerfahren. (Hab ich schon mal erwähnt, dass ich rothaarige Männer mit Sommersprossen liebe?) Luis' Gesicht überträgt jede seiner Emotionen. Vom totalen Erröten wenn ihm etwas peinlich oder unangenehm ist, bis hin zum Erstrahlen wenn er sich über etwas freut. Dass der schüchterne junge Mann sich zu David hingezogen fühlt merkt also jeder sofort...inklusive David selbst.
Aus einem Fotoauftrag für Bewerbungsbilder folgt ein zweiter...und der Wunsch von David das perfekte Bild von Luis zu bekommen wächst... Ich mag die Story richtig gern. Es ist zwar total unrealistisch, dass ein Fotograf derartige Mühen auf sich nimmt um einen einzelnen Kunden zufriedenzustellen, aber in der Geschichte passt es. Die Entwicklung von David und Luis' Beziehung hat viel Spaß gemacht. Tatsächlich dauert es länger bis es eine erste vorsichtige Annäherung gibt. Mitzuerleben, wie David Luis entdeckt, wie er seine Schönheit nach und nach erkennt, wie er auch nach und nach erkennt, dass Oberflächlichkeiten alleine nicht ausreichen, wird wahnsinnig schön beschrieben.
David wirkt auf den ersten Blick wie der stärkere Part. Er hat Selbstvertrauen, einen großen Freundeskreis und einen Job, den er liebt. Aber im Laufe des Buches erkennt auch er, dass er vielleicht gar nicht so zufrieden ist wie er immer dachte. Luis, der auf den ersten Blick wie der schwächere Part wirkt, ist aber genau das nicht, nämlich schwach. Er geht die Dinge anders an als David aber er setzt sich durch. Und er ist stärker als man glaubt. Aber nicht auf laute Art und Weise, sondern eher ruhig. Und genau diese Ruhe liebe ich an Luis. Er mag mit seinem Äußeren vielleicht manchmal hadern, aber er weiß was er will. Eine insgesamt wirklich schöne Geschichte mit zwei zauberhaften und interessanten Persönlichkeiten, tollen Nebenfiguren und einer stimmigen Story.
Das Cover finde ich großartig. Weil es so anders ist. Wie Luis. Ein Typ mit nacktem Oberkörper ist vielleicht nichts Neues bei Gay Romance Büchern aber der Typ an sich ist es. Ein ungewöhnlicher junger Mann, der meinen Blick immer wieder zu sich gezogen hat. Nicht im klassischen Sinne hübsch aber genau das mag ich. Den Schreibstil von Nora Wolff empfand ich sehr angenehm, super lesbar. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.
Für mich ist #nofilter ein tolles, modernes Buch über zwei Protagonisten, die auf den ersten Blick so überhaupt nicht zusammenpassen, die aber zeigen, dass Äußerlichkeiten nicht alles sind und in jedem Menschen Schönheit schlummert.
Mich hat das Buch berührt deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
Die Neuerscheinung von Nora Wolff war für mich schon beinahe ein must-read. Schließlich zählt die Autorin, schon seit ich ihre ersten Geschichten auf einem kostenlosen Hobbyboard gelesen habe, zu meinen persönlichen Favoriten.
Zur Handlung. David ist Fotograf mit Leib und Seele und ständig auf der Suche nach dem perfekten Foto. Von Beziehungen hält er nichts, ein One-Night-Stand folgt dem nächsten. In der Vergangenheit hat er allerdings eine herbe berufliche Niederlage einstecken müssen. Eine erfolgreiche Galerie hat seine Werke abgelehnt und stattdessen seinem Konkurrenten Chris Keller zum Erfolg verholfen. Luis möchte nur Bewerbungsfotos machen lassen und stolpert zufällig in Davids Studio. Schüchtern, unsicher, ohne Selbstbewusstsein und unfotogen bringt er David fast an seine Grenzen. Doch der gibt nicht auf, wäre doch gelacht wenn er Luis nicht perfekt in Szene setzen könnte.
Obwohl mir die Grundidee der Story eigentlich gefallen hat, konnte ich dem Paar David und Luis nicht viel abgewinnen. David ist ein selbstverliebter, fast schon rücksichtsloser Egoist, der nur von einem Bett ins nächste hüpft. Luis ist in seinen Augen nicht attraktiv genug und für ihn anfangs nur eine Notlösung im Bett, wenn sich gerade mal nichts Besseres ergibt, bzw. sein Traumtyp Ryan mit einem anderen zusammen ist. Das macht die Figur David nicht gerade zum Sympathieträger. Luis ist zwar lieb und nett, wirkt auf mich aber recht leblos, zu nachgiebig und ohne eigenen Willen. Jedesmal, wenn er sich mal wieder von David zu etwas überreden lässt, das er eigentlich gar nicht will, hätte ich ihn am liebsten geschüttelt. Gerne hätte ich noch etwas mehr über Davids Vergangenheit erfahren, besonders über sein Verhältnis zu Chris Keller. Die wenigen Andeutungen lassen vermuten, dass Chris der Grund dafür ist, dass David anfangs keine Gefühle zulassen will.
Die Story erhält von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Mein Dank geht an den Cursed Verlag für das erhaltene Rezensionsexemplar.
Dieses Buch war ein klassischer Cover-Kauf von mir. Ich mag Buchverpackungen, die nicht zu überladen sind, sondern eine klare Linie haben. Trotzdem ist „#nofilter“ in meinem Regal immer weiter nach hinten gerutscht. Nun habe ich es hervorgeholt und war gespannt, was sich hinter diesem tollen Cover verbirgt.
Der erste Satz: – Ryans Arsch war perfekt. –
David ist ein Perfektionist, was seine Bilder betrifft. Dafür ist ihm kein Aufwand zu Groß. Ganz anders in seinem privaten Leben, dort geht er gerne den leichtesten Weg - vor allem, was Beziehungen anbelangt. Er sucht unkomplizierten Spaß, ohne große Verpflichtungen und ohne sich irgendwie auf seinen Gegenüber einlassen zu müssen, Hauptsache die Optik passt soweit. Ich empfand ihn in weiten Teilen der Geschichte deswegen wahnsinnig oberflächlich und vor allem Luis gegenüber sehr verletzend. Logischerweise kommen das Umdenken und die Veränderung seiner Haltung, sonst wäre es ja keine Love-Story, aber das nur sehr zögerlich.
– Er wusste nicht, ob er dem standhalten konnte. Er wusste nicht mal, warum er jetzt noch standhielt. Nur dass Luis zu beschissen heftig für ihn schwärmte. Dass er zu sehr … zu sehr Luis für diesen Scheiß hier war. Er war nicht der Typ für One-Night-Stands. Verdammt, er war der 10-Schritte-für-mehr-Selbstvertrauen-Typ. Er würde sich morgen dafür hassen. – (S. 146)
David hat Luis lange Zeit am ausgestreckten Arm verhungern lassen, sich dessen Gefühle für sich allzu sehr bewusst. Für mich war dieser schüchterne, unsichere Charakter der klare Sympathieträger dieser Geschichte. Einzig, dass er zum Schluss hin doch sehr zügig eingeknickt ist, fand ich etwas Schade. David hätte für meinen Geschmack durchaus noch etwas mehr für sein anfängliches Verhalten leiden dürfen.
Im Großen und Ganzen wurde ich von „#nofilter“ trotzdem gut unterhalten. Die Geschichte lässt sich flüssig weg lesen und Nora Wolff hat, vor allem mit Luis, einen Charakter erschaffen, den ich gerne begleitet habe. Von mit gibt es daher für alle Romance-Fans gerne eine Leseempfehlung.