Der Shintô, eine Mischung von Natur- und Ahnenkult mit einer starken gemeinschaftsbegründenden, politischen Komponente, ist für einen Nicht-Japaner nicht leicht zu verstehen. Die Hauptschwierigkeit besteht dabei nicht in irgendwelchen komplizierten Lehren oder Konzepten, sondern gerade in deren Abwesenheit. So besitzt der Shintô weder einen Gründer noch eine Heilige Schrift, noch eine festumrissene Glaubenslehre. In der vorliegenden Einführung werden die Besonderheiten des Shintô anschaulich und verständlich dargestellt, das historisch bedeutsame Verhältnis von Staat und Shintô erörtert und die Einflüsse des Shintô auf deas heutige Japan angesprochen. Zum Abschluß wird der Shintô in den Kontext der aktuellen Diskussion um die "asiatischen Werte" gestellt.
Das Buch hält genau das, was es verspricht und was ich von ihm erwartet habe, einen allgemeinen Überblick über den Shinto, aufgeteilt in drei Teile. Der erste Teil erklärt, worin der Shinto besteht, die Götter, die Zeremonien, die Schreine usw. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Staats-Shinto und den Wechselwirkungen von Staat und Shinto. Der dritte Teil geht näher auf die Einflüsse des Shinto auf die Gesellschaft und seine Geschichte ein.
Ernst Lokowandt schreibt gut verständlich, ich bin zwar schon über den ein oder anderen Fachbegriff gestolpert, doch eher selten, und diese erschließen sich in der Regel aus dem Kontext. Die japanischen Begriffe stehen jeweils in Klammern hinter der Übersetzung. Dem Vorwurf eines Lesers bei Amazon, in dem Buch käme ja das Wort „kami“ gar nicht vor, kann ich nicht zustimmen, denn das stimmt schlicht nicht. Lokowandt nennt diese im Fließtext schlicht „Götter“ oder „Gottheiten“ und bei einigen Götternamen, Gegenständen oder Konzepten, die sich auf die Götter beziehen, taucht der japanische Begriff „kami“ sehr wohl in Klammern auf, meiner Meinung nach eine absolut legitime Vorgehensweise.
Die Fakten des Shinto haben mich immer wieder in Erstaunen versetzt, allein die schiere Anzahl von Göttern und die Tatsache, dass es praktisch keine „Lehre“ in dieser Religion gibt, ist schon bemerkenswert.
Aufgelockert wird der Text durch einige Anekdoten des Autors, der selbst in Japan lebt oder gelebt hat. Besonders witzig fand ich die Anekdote von dem Schrein, wo man sein Geld im Quellwasser waschen sollte, damit es sich verdoppelt. Lokowandt beobachtete einen Mann dabei, als er sein Sparbuch Seite für Seite wusch…
Fazit: Wer sich über den Shinto informieren möchte, ohne sich in wissenschaftlichen Details zu verirren, ist hier genau richtig.
Dieses Buch gibt einem einen Einblick in die japanische Shinto-Religion und in die damit verbundenen Riten und auch einige Mythen. Das Buch beinhaltet auch zahlreiche Fotografien, derer sich der Autor bedient um diverse Schreine, etc. zu beschreiben. Man wird hier auch aufgeklärt, welchen geschichtlichen und sozialen Hintergrund der Shinto in Japan besitzt, sodass dieses Buch einem zumindest ein bisschen hilft, die japanische Kultur ein klein wenig mehr zu verstehen.