What do you think?
Rate this book


150 pages, Hardcover
Published July 16, 2018
Allgemeiner gesagt, reichen bei manchen Indivduen ihre Hautfarbe, ihre soziale Klasse, ihre sexuelle Orientierung, ihr Geschlecht und ihre Religion oftmals schon als Erklärung aus, warum sie auf diese Weise behandelt werden. Und es erklärt auch, warum viele darueber hinwegsehen und so zulassen, dass die huimmelschreienden Ungleichheiten in der Politik des Lebens sich immer weiter fortsetzen. (p.180)
Durch die Analyse, wie es sein kann, dass die abstrakte Wertschätzung des Lebens als höchstes Gut in den demokratisch geltenden Gesellschaften nicht verhindert dass die konkreten Leben unterschiedlich bewertet werden, dass die internationale Verpflichtung zum Schutz von Leben in tödlicher Gefahr mit einer unerbitterlichen Unterdrueckung der solchermassen bedrohten Personen vereinbar ist und dass das humanitäre Prinzip des Rettens von Leben sich als symmetrische Ensprechung des Märtyrer-Prinzips erweist, sich fuer eine Sache zu opfern, und darueber hinaus durch die Untersuchung der ungleichen Umgangsweiseen mit dem Leben hoffe ich gezeigt zu haben, dass eine andere Perspektive auf die Welt nicht ausschliesst, dass man sich um ihre Veränderung kuemmert, und dass die Hinterfragung des Selbstverständlichen der Auftakt zur Anfechtung dessen sein kann, was es als solches erscheinen lässt. (p.190)
Ein Beleg fuer die unfaire Behandlung von Afroamerikanern durch die Strafbehörden ist, dass Kokainkonsumenten bis 2010 fuer den Besitz einer 100-mal geringeren Menge von Crack, das hauptsächlich in den schwarzen Armenvierteln verbreitet ist, zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, als es bei dem Kokain in Pulverform der Fall war, das vornehmlich in der Oberschicht erhältlich ist, obwohl die Wirkung und die Risiken vergleichbar sind. (p.165)