Prag zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Menschen, die mit schwejkschen Listen kafkaeske Abenteuer bestehen - ein Meisterwerk erzählender Kunst Wie die Teile eines Flügelaltars wollte Johannes Urzidil diese Erzählungen angeordnet wissen. Mehr noch als durch die Form sind sie aber durch den Ord der jeweiligen Handlung verbunden: Prag zu Anfang des 20. Jahrhunderts, als man in den Kaffeehäuserd der Stadt unter dem Hradschin noch Werfel, Brod, Kisch und Kafka begegnen konnte. Im "Relief der Stadt" erinnert sich Urzidil an die Orte seiner Kindheit, wo die Deutschen die Tschechen befehdeten und die Tschechen die Deutschen und alle gegen die Juden waren. Die "Seitentafeln" schildern einen sich abahnenden skurrilen Rechtsstreit von kohlhassischen Dimensionen zwischen einem Prager Bürger und dem Magistrat beziehungsweise die letzte Lebensphase des Dichters Karl Brand, dessen Tod als Symbol für den Untergang einer enthusiastischen Schriftstellergeneration gesehen werden kann. Im "Schrein" schließlich - einem wahren Kabinettstück erzählerischer Kunst - diktiert "Weißenstein Karl", eine Figur zwischen Erfindung und Realität, "vom Weltgebäude herab oder hinab" die Geschichte eines ebenso abenteuerlichen wie banalen Lebens, das die Welten Haseks und Kafkas vereinigt. Mit schwejkischer List meistert Weißenstein Not, verworrene Liebesbeziehungen und die Wechselfälle des Daseins. Im abschließenden "Gesprenge" beschwört Urzidil mit einem unheimlichen Operntraum noch einmal die Stadt seiner Jugend.
Appassionata dichiarazione d'amore a un'epoca e a una città.
"Grande è ciò che è passato attraverso tempi inimmaginabilmente lunghi, che è passato attraverso passioni, slanci esistenziali e creativi, e si è ereditato e tramandato nella lotta e nello spasimo. Un frutto della nostalgia, ecco cos'è la grandezza: l'Atene di un tempo, la Roma di un tempo, la Praga di un tempo - anch'essa ormai, pur con le sue case e le sue sale intatte, un sito di rovine. Grande è ciò che resta edificato nella memoria del cuore".
Questo libro è uno scatolone pieno di gemme preziose buttate dentro alla rinfusa che, come pietruzze di un caleidoscopio, compongono quei bei disegni che, almeno apparentemente, non ricordano niente che esista in natura.
Sono storie di persone che Urzidil ha conosciuto nella Praga dell'inizio del XX secolo. Alcune sono persone realmente esistite, alcune molto note (Kafka, Werfel, Brand). Altre sono misconosciute ma potenti incarnazioni del bizzarro spirito praghese dell'epoca, come lo scalognato Karl Weissenstein, amico tuttofare del gruppo dei letterati riuniti intorno a Max Brod e Franz Werfel. A lui Urzidil dedica ben più di metà del libro, una fantasmagoria di tutto ciò che, dalla farsa alla tragedia, potrebbe capitare al vostro personaggio letterario mitteleuropeo ideale (ma anche a un uomo in carne ed ossa ben poco ideale, si direbbe).
I fatti sono realmente accaduti, o forse no, forse sono in larga parte inventati. Non ha nessuna importanza. Unica eccezione, la storia della morte del giovane poeta Karl Brand, che simboleggia la fine incombente di tutta una stagione e di un mondo intero, raccolto in una città, e che introduce al capitolo finale, una danza macabra ambientata nel Teatro tedesco di Praga.
Davvero non saprei dire se queste storie siano interessanti, di per se stesse. D'altra parte, capita spesso anche nella vita reale di interessarsi a persone sconosciute o a cui ben poco, in teoria, ci lega. Spesso è proprio così che ci succedono le cose più interessanti, divertenti e a volte decisive. Non vedo ragione per cui la stessa cosa non dovrebbe applicarsi anche ai libri e ai loro personaggi.
Non saprei nemmeno se un libro così possa essere consigliato o debba essere per forza incontrato, per non guastarne la singolare magia. In effetti, a me l'hanno consigliato, quindi penso che non ci sia niente di sbagliato nel consigliarlo a mia volta. Perciò, ve lo consiglio.
"Come i maestri chassidici, Urzidil aveva il dono di trasformare la vita in racconto e il racconto in realtà; (...) amava tutte le gioie della transitorietà, con la fedeltà del piccolo rivo che scorre sereno verso la foce: "Il mondo" - dice il Trittico - "è un ponte. Attraversalo, ma non stabilirvi la tua dimora".
Che dire? Un atto di amore verso una Praga indimenticabile negli occhi e nel cuore di chi la aveva abbandonata da molti anni.
Libro costruito come un vero trittico dipinto in cui i racconti rispettano (per disposizione, per dimensioni e per importanza) le posizioni dei quadri (tavola centrale, le due laterali ,con tanto di predella a mo'di introduzione e cuspide per chiudere).
Una grande prova di un grande scrittore e della centralità di Praga nella storia della grande letteratura europea.
Fünf Erzählungen versammelt Johannes Urzidil in diesem Band, jede soll einen Bestandteil eines mittelalterlichen Flügelaltars darstellen - daher der Titel.
Es beginnt mit dem knappen "Relief von Prag" - wir folgen dem Knaben auf stimmungsvollen Exkursionen durch die Gassen seiner Vaterstadt und erfahren vom Vater die abenteuerliche und geradezu legendenhafte Begebenheit, als ein k-u-k Beamter es schaffte, sich Zutritt zur königlich böhmischen Schatzkammer unter dem Veitsdom zu verschaffen. Mit List und Tücke gelangte jener Virgil Suchy an alle sieben Schlüssel, die - getrennt verwahrt - nur gemeinsam die Tür zu Böhmens Kronjuwelen öffnen. Als die von besagtem Suchy gefoppten Honoratioren bzw. Schlüsselbewahrer am Morgen entsetzt die Kammer aufsuchen, finden sie die Tür geöffnet, in der Kammer den Täter, angetan mit den Reichsinsignien - und tot. Über die Begebenheit bewahren die Beteiligten Stillschweigen, um ihre Nachlässigkeit oder Leichtgläubigkeit zu verbergen.
Die zweite, etwas umfangreichere, Erzählung handelt von der "Causa Wellner". Der Icherzähler gibt als Student Privatunterricht bei einer wohlhabenden Prager Familie, deren Sohn wegen einer mentalen Behinderung nicht regulär zur Schule gehen kann. Der Vater ist besessen davon, alte Dokumente und Urkunden aus der Familiengeschichte zu sammeln und stößt dabei auf das Kuriosum, dass in uralter Zeit der Familie das unveräußerliche Recht zum gewerbsmäßigen Fährbetrieb auf der Moldau zugesprochen wurde, aus Dank, weil der damalige Wellner den böhmischen König aus einer ebenso pikanten wie brenzligen Lage befreite. Der Vater kommt auf die abseitige Idee, Klage zu erheben, weil die Stadt Prag mit dem Bau der Franzensbrücke das exklusive, wenngleich längst vergessene Beförderungsrecht der Wellners verletzt habe. Der Sohn aber lehnt diese Klage vehement ab, weil der Urahn seinem König in einer Situation geholfen habe, in der dieser ein eklatantes Unrecht begangen habe.
Den Hauptteil (mit rund hundert Seiten) nimmt die Erzählung "Weißenstein Karl" ein, in der besagter Weißenstein zum Erzähler kommt, um sein Leben zu berichten. Weißenstein, Sohn eines Branntweinwirts aus der Provinz, ist körperlich durch einen monströsen Wasserkopf entstellt. Er hat sein Glück in der Stadt gesucht und ist dort zwischen zwei Frauen geraten, von denen sich eine umbringt - sie hängt sich ausgerechnet mit der Krawatte auf, die Weißenstein von der anderen geschenkt bekommen hat. Weißenstein verkehrt mit den berühmten Prager Dichtern, er arbeitet als Antiquar und als Totengräber und am Ende wohnt er seiner eigenen Beerdigung bei.
Auch die kurze Erzählung vom "Vermächtnis eines Jünglings" spielt in jenem berühmt gewordenen Dichterzirkel um Kafka, Brod, Werfel, Kisch, der sich im Café Arco traf. Karl Brand, ein junger, expressionistischer Dichter aus kleinen Verhältnissen, lungenkrank und dem Tod geweiht, zieht den Icherzähler ins Vertrauen, liest ihm seine Werke vor und nimmt ihm das Versprechen ab, sein schmales Opus herauszugeben, wenn er nicht mehr ist.
Abgeschlossen wird der Reigen von der traumartigen "Zauberflöte". Der Icherzähler stapft durch die namenlose winterliche Stadt, heimwärts von einer geselligen Runde, und wird von einem Männlein angesprochen, in dem er den Statistenarrangeur des Opernhauses erkennt. Trotz der späten Stunde lädt das Männlein zu einer Opernaufführung ein. Man gibt die Zauberflöte, die Logenschließerin ist ein Fräulein Schikaneder, Ururenkelin des Librettisten, und nach der Pause kommt alles aus den Fugen: Die Sänger und Musiker erheben auf der Bühne Protest, der Kronleuchter fällt herab, ein eiserner Vorhang fällt vor der Bühne und alles gerät in Brand.
Jene letzte Geschichte lässt sich natürlich unschwer symbolisch lesen, auch wenn sich etliche im Traum angedeutete Personen in der Oper mir nicht zu erkennen gegeben haben. Nebbich. Der expressionistische Karl Brand hat tatsächlich gelebt und ist früh (mit nur 22 Jahren) gestorben, wie mir Wikipedia sagt - Urzidil hat seine Werke 1921 herausgegeben, mit der hier abgedruckten Erzählung als Einführung, die also halb Essay, halb Fiktion ist.
Auch die Figur Weißenstein ist nicht aus der Luft gegriffen. Im Klappentext heißt es, der Drehbuchautor Willy Haas habe ebenfalls von ihm erzählt. Außerdem gibt es eine Erzählung "Weißenstein, der Weltverbesserer" von Franz Werfel aus dem Jahr 1939, ein kurzes Stück von vier oder fünf Seiten, in dem Werfel von einem Männlein mit Wasserkopf erzählt, den er während seiner Militärzeit 1911 im Café getroffen habe. Der sei ein standhafter Moralist gewesen, bis er sich im Krieg komplett gewandelt habe. Urzidils Weißenstein hat das Äußere und den biografischen Hintergrund gemein mit Werfels Figur und er behauptet, ebendieser Werfel habe ihn beauftragt, seine Lebensgeschichte von Urzidil festhalten zu lassen.
Was bei beiden Fiktion ist und was authentische Erinnerung, bleibe dahingestellt. Werfels Weißenstein ist zwanzig Jahre vor Urzidils Erzählung erschienen und wenn man ihn liest, zeigt sich leider deutlich, dass der Dichter Werfel dem Journalisten Urzidil in seiner stilistischen Eleganz schon um Längen voraus ist.
Die Geschichte vom unrechtmäßig erlangten Privileg der Wellners gefällt als Idee, zeigt sich aber schlecht gealtert. In unserer Zeit wirkt die Figur des geistesgestörten Sohnes unpassend. Heute diagnostizieren wir schließlich alle Neurodivergenzen ins Detail - und dabei komplett wertungsfrei - und ADHS und Autismusspektrum grassieren unter Kreativen und Sensiblen der Zwotausendzwanziger so unvermeidlich wie Schwindsucht und Hysterie in der Belle Epoque. Käme also jemand heute auf die Idee, das "Prager Triptychon" neu aufzulegen, wären vermutlich zumindest Fußnoten und Warnhinweise angesagt.
Wenn ich das Netz schließlich nach dem dreisten Einbrecher Virgil Suchy durchforste, erhalte ich keine weiteren Quellen. Kein Wunder, schließlich sollte sein Schicksal ja ein Geheimnis bleiben.
Urzidil hat die Sammlung von Erzählungen 1960 herausgebracht, als er schon fast zwanzig Jahre im Exil in New York lebte. Sein Deutsch hat noch jenen Vorkriegsklang, der von allen modernen Entwicklungen unberührt geblieben ist. Das "Prager Triptychon" fügt eine ziemlich abenteuerliche Mischung an Gestalten zusammen, man muss sich schon auskennen (oder eben recherchieren), um die Hintergründe und Zusammenhänge zu erkennen. Was dem unbedarften Publikum bleibt, ist eine lesenswerte, wenngleich etwas angestaubte Sammlung von Begebenheiten aus der Zeit der großen Prager Dichter, wobei Urzidil selbst oszilliert zwischen (stolzem) Teilnehmer und (bewunderndem) Chronisten jenes genialen Zirkels.
Johannes Urzidil, der 1970 starb, ist im deutschen Sprachraum nahezu vergessen. Verdient hat er das nicht, auch wenn er für meine Begriffe literarisch an Torberg, Werfel oder gar Kafka bei weitem nicht heranreicht. In Italien hält man ihn dagegen in Ehren, das belegen auch die vielen italienischen Kritiken, die man auf goodreads findet.
L’opera di Urzidil ha la struttura di una pala di altare che vede sempre al centro delle storie che la compongono un’”antica città scomparsa, foresta selvaggia” fatta di palazzi che incombono, angoli di strade che ti trascinano facendoti correre in tondo, vicoli ciechi che ti strangolano: Praga; quella Praga teatro di conflitti e fratture dalla quale lo stesso autore è costretto a scappare con l’invasione nazista, cercando rifugio in America. E così “da altre città il ragazzo è futuro uomo era destinato, o condannato, a volgersi a guardare il profilo della vecchia Praga…la Praga di un tempo-anch’essa ormai, pur con le sue case e le sue sale intatte, sito di rovine”; una Praga che è Grande, passata attraverso tempi inimmaginabilmente lunghi, passini slanci esistenziali e creativi: Grande poiché tale è “ciò che resta edificato nella memoria del cuore”. Così nel tentativo di ritrovare la sua città e di ricercare la sua identità scomparsa assieme alla perdita delle proprie radici, l’autore compone un trittico di storie che sembrano attraversare dapprima la sua giovinezza, poi la sua età adulta e la sua maturità; e lo fa attraverso una scrittura fluida e inarrestabil, evocativa e onirica, che catapulta lettori e lettrici dentro un mondo che talvolta sembra un sogno, un’illusione, il ricordo di ciò che è stato e che non ritornerà. “Ma questo mondo, me stesso compreso, è proprio vero e reale o accade soltanto? Non è fatto forse di milioni di forme provvisorie che si agitano una accanto all’altra e una contro l’altra dando luogo a un grande spettacolo di illusionismo?” L’essere umano non è un essere eterno e nulla è immutabile: tutto è destinato a mutare e noi siamo solo delle comparse nel quadro di questo mutamento. In questa ottica Urzidil si interroga sul senso della esistenza e del restare vivi quando tutto rema contro, quando la vita è solo afflizione e dolori e ingiustizia. E giunge, infine, alla conclusione più bella: “Posso sbagliarmi, ma mi sembra che tutta la storia degli uomini e del mondo non sia altro che un caleidoscopio di forme provvisorie chiamat: LA VITA”.
Ho scelto di leggere questo libro in prossimità di un weekend a Praga, speravo in descrizioni della città per entrare nello spirito giusto, ne sono rimasta un po’ delusa perché purtroppo ne fa solo da sfondo. Il libro è composto da cinque racconti, un mix di malinconia, ironia e tragedia, una lettura scorrevole ma non decisamente il mio genere.