Inhaltlich gliedert sich das Buch in ein Vorwort, 11 Kapitel, Epilog, einer korrigierten Genesis und Literaturangaben. Die Nummerierung sowie die "Genesis, korrigiert" werfen bei den lesenden schon zu Beginn Fragen auf.
Das Anliegen des Autors wird auf den ersten Seiten erklärt: Die Akzeptanz der Dummheit des Menschen und wie dieser damit zurecht kommt.
Darauf folgen erst einmal Erklärungen zu den Textnachweisen und der Ansprache im "gewohnten grammatikalischen Geschlecht". Auch das mutete seltsam an, wurde aber durch den Humor des Autors etwas aufgelockert.
Der eigentliche Einstieg ins Thema gestaltet sich dann mittels provokanter Thesen und stellt die Lesenden vor die Herausforderung mit gewissen Kränkungen umzugehen. Wichtige Sätze oder Zitate sind besonders hervorgehoben und lockern das Textbild auf.
Was Emil Kowalski genau unter Dummheit versteht bleibt viele Seiten lang unklar. Stattdessen folgen zahlreiche Beispiele und Bezüge zur Aufklärung (Kant) oder der Evolutionstheorie. Dabei kratzt der Autor eher an der Oberfläche. Die Frage ob es überhaupt allgemeingültiges Wissen gibt und ob der Mensch es erlangen kann, ist bereits aus der Antike bekannt und erzeugt beim Lesen keinen "Aha-Effekt". Es folgt schließlich die ersehnte Definition von "Dummheit" und tatsächlich wird von da an einiges deutlicher. Mir drang sich mehrmals der Gedanke auf, dass hier für bekannte Phänomene lediglich neue Begriffe konstruiert wurden.
Es finden sich viele Analysen der Gesellschaft und ihrer Systeme. Aber auch hier; wenig Neues. Generell bekam ich beim Lesen das Gefühl, vieler Wiederholungen, vager Thesen (die ich oft nicht teilen konnte), einer defizitorientierten Sichtweise und insgesamt zu vieler Beispiele für den Inhalt.
Das, vom Autor gezogene, Resümee ist gelungen und kompakt. Leider wog es für mich den Rest des Textes nicht auf. Allein vom Titel her, hatte ich mir mehr versprochen.