Soy muy reacio a abandonar libros, me cuesta mucho tomar la decisión de dejarlos inacabados. De hecho, me cuesta recordar cual fue el último que dejé a medias, pero desisto de seguir intentándolo con este libro. He llegado a la página 272 de 382 y muchas son para el poco interés que me ha causado la novela mientras la leía.
La historia se va a dividir en dos tramas, que acabarán uniéndose de alguna extraña manera. Por una parte nos encontramos al esclavo Mazuf, un hombre homosexual (y pederasta, algo demasiado normal en la época que trata la historia, con todo ese rollo maestro-alumno), que trabaja como copista de libros para su amo en la antigua Roma. Pronto su talento le ayudará a ascender y pasará a ser el narrador de los libros que otros copiarán. Por otra parte, tenemos a Laurence, un universitario en Harvard en los años 90, también homosexual, que nos va a narrar sus diferentes relaciones sexuales.
Pese a tener una trama super interesante y llamativa, me he encontrado un libro con excesivas escenas de sexo, orgías y violaciones. Y todo mezclado con la muerte durante el sexo. El resto de la trama se queda casi inexistente y te aporta absolutamente nada. Estoy una mijita cansado de encontrar una alta sobresexualización en las historias gays dentro de la literatura. Prácticamente 9 de cada 10 novelas que leo peca de lo mismo. Y no es que haya muchas escenas de sexo, es que la trama gira en torno al sexo todo el tiempo y cuanto más bruto, basto y perverso sea, mejor. Cansinos. Leí el final por curiosidad, y ni por esas despertó en mí ningún interés.
(Revised for clarity but no opinions changed, I hope my scorn, when intended, is now clear and consistent - November 2024)
This is a novel, in part, about books which are built from other books. It has been described by many reviewers as postmodern, a term which is elastic enough to mean nothing or anything, and utterly useless when used to describe a novel or its authors place in current literary fashions. It doesn't matter if it is intended to be either as praise or abuse. Invariably it is a term used by people who are attempting to conceal rather than explain. There is plenty of sex and gore in this cool tease of a thriller, which again is either a good or bad thing according to various reviewers - though rarely is the sex and gore decried on simplistic moral grounds - usually condemnation of those themes are presented as considerations of taste - which in my experience is a sophisticates way of concealing prejudices. There are two narratives in the book and they reflect each other: in 1st century Rome a scribe, Mazuf, covertly rewrites classical texts; in contemporary Harvard a scholar, Laurence, describes a series of deaths and a mysteriously altered copy of Gibbon's Decline and Fall of the Roman Empire. It is usually at this point that the criticisms and dismissal of the novel come from the glib reviewers so let me lay my cards on the table and say that I found this novel enjoyable, inventive, different, clearly sexy in part, also interesting enough to cause me to reflect and question why I was enjoying it. If you are wondering if your reading is reflecting the current acceptable trends then you probably won't like it - because it doesn't find favour with trendy commentators - but if you enjoy a novel that is different and in the best way challenging then sit down and enjoy this wonderful, if maybe odd book.
My five star award is perhaps over-generous because I am not sure the novel, wonderful in parts, is as successful as a whole. But I liked it enough, and was annoyed sufficiently by so many of the reviews posted, that I left the star rating alone.
Mir gefiel das nicht. Der Roman handelt von zwei schwulen bzw. päderastischen Literatur-Maniacs auf zwei Zeitebenen, einmal Harvard (bei Boston) in den 1960-er oder 1970-er Jahren, einmal das antike Rom. Beide Protagonisten stellen sich ziemlich schnell als Lustmörder heraus und wir halten uns ständig in ihren Köpfen auf. Es gibt nur wenig Handlung, die von weiteren Figuren befördert werden könnte. Die beiden sind ihrem Wesen nach Freaks und, nicht verwunderlich, absolut einsam und unverstanden. Mazuf, der Schreiber aus Syrien, beginnt in Rom als eine Art Kopiergerät für eitle Dichter und kommt darauf, dass er deren Bücher verbessern kann, indem er Teile aus ihnen schneidet, durch von ihm selbst erfundene Passagen ersetzt. Mazufs Kapitel werden mit Er-Perspektive vorgetragen. Sofort als Ich-Erzähler und unentdeckter Mörder stellt sich uns in Kapitel 3 der Bibliothekar Laurence von der Widener Bibliothek vor, der diesen Tresor der Bücher erst einmal als Gay Cruising Area entdeckt, dann herausfindet, dass es dort BDSM-Anhänger gibt, denen er (im Hotel- oder Wohnheimzimmer) so zusetzen kann, dass sie den Geist aufgeben.
Das klingt sehr krass, aber ich muss dem Kollegen Liam Ostermann, dessen Einschätzung ich ansonsten überhaupt nicht teile, - vielmehr hat auch mich dieses Buch unendlich gelangweilt, das vor allem -, beipflichten: Es geschehen zwar immer wieder grotesk ausgedachte und gefühllos ausgeführte Morde an Menschen, in die man sich angeblich verliebt hatte, aber hier entstünde eine sehr inkorrekter Eindruck, würde man sich grauenhaftes, widerliches, irgendwie schleimiges, glibberiges Geschehen erwarten. Dies ist ein Werk über Ästheten - und von einem Virtuosen, der formvollendetes Kunsthandwerk in jedem einzelnen Satz vorzeigen will. Der Stil ist hervorragend, die schmutzigen Details bleiben draußen, auch sexuelle Raserei. Man kommt sich vor wie bei einer Abendunterhaltung von einem Anwalt zum anderen, einem konservativen Abgeordneten zum nächsten.
Das führt stracks in bleierne oder, falls Ihnen das lieber ist, kalt blitzende Langeweile. All die Gelegenheiten zu sich überstürzender Aktion, Ansatzpunkte für Geschwätz, Soziolekte, komische Zusammenstöße, die sich aus glaubhaft divers geschaffenen Charakteren ergeben könnten, verschenkt de Juan, indem er möglichst jedem wörtlichen Dialog, jeder Schilderung eines Sekundenablaufs ausweicht wie der Sänftenträger dem Sumpf. Wir sitzen da im gut gepolsterten Sessel, der nicht zittert, edlen Cognac im Schwenker.
Wer könnte wagen, José Luis de Juan das Nicht-Schreiben-Können vorzuhalten. Aber nein! Er kann das brillant. Und meine Vorbehalten gegen inflationären Gebrauch der Formel „beautifully written“ bei englischsprachigen Kritikern tanzen im Kreis.
Der 1958 auf Mallorca geborene José Luis de Luna gehört dieser, gerade in der Zeit zwischen 1990 und 2020 in Westeuropa nicht seltenen Spezies kalkuliert postmoderner Erzähler an. Unserem Daniel Kehlmann vergleichbar. Allerdings befleißigt Kehlmann sich - dankenswerterweise - größerer Straffung seiner Beredsamkeit, weiß, - der deutschsprachige Leser hat es nicht so mit Ideen und Rhetorik, er bevorzugt die Eingängigkeit filmischer Fabeln -, dass unterhaltende Bücher (wie viele Gedanken sie auch haben) ihr „Kopfkino“ mitbringen müssen, ausstaffiert mit Möbeln, Messern und Mantelstoff. De Luna ist in Deutschland noch völlig unbekannt, einige Gedichte wurden übersetzt. Er gehört zur globalen Künstler-Elite, die wohl alles kann, überall ist, alle erfreut, mal dies, mal das bearbeitet. Jura, Internationale Beziehungen, Journalismus hat er in New York und Barcelona studiert, in Amerika und Italien hat er gelebt und gearbeitet, für mehrere Internationale Organisationen, Bücher anderer Autoren rezensiert, er juriert Literaturpreise, bestreitet Vorlesungen in Nordengland und Irland, gibt Übersetzern Tipps und ja doch, in Deutschland wurde er nicht ewig übersehen, sondern war „Writer in Residence“ in Schloss Wiepersdorf (bei Jüterbog) und Villa Waldberta in Feldafing am Starnberger See. Hans Magnus Enzensberger ist vergleichsweise Dreck dagegen gewesen und hat nicht einen einzigen Thriller geschrieben!
Unser Spanier hier aber auch nicht. Dieses Buch hat sich in die Idee seiner Vertracktheit verliebt. Dies natürlich generelles Merkmal besagter Postmoderner: Es gibt keine Klassen mehr - oder jedenfalls fühlen sich der Schreibende und seine Protagonisten nicht länger als Teil von größeren Verbänden lebender Zeitgenossen. Es gibt keine Ziele, für die man noch kämpfen wollte, soweit man bei Verstand ist. Keine Erzählungen, die nicht erzählt wurden. Also erzählt man Versatzstücke noch einmal, die vom sympathischen Serienmörder aus minoritär-sexuellen Motiven zum Beispiel. Es gibt nach wie vor Stil, Geschichte, Bildung, Ideen, Meisterschaft. Meisterschaft ist die Eleganz des Zusammenfügens von Gedanken, die man so kombiniert noch nie erlebt hat! (Oder man glaubt es zumindest.)
Ich muss sagen, ich habe lange vermisst, dass mal einer versucht, mir, der ich die Leidenschaft nicht teile, nachfühlbar zu machen, wieso Laurence diesen bisexuellen Studenten Jonathan erdrosseln muss (von dem keiner sonst weiß, dass er den Höhepunkt beim Breath Control Play erlebt), danach alle weiteren Sexualpartner auch. Was gibt ihm das? Darf man so eine Frage stellen? Ich habe mich gewundert, dass es im Rom der frühen Kaiserzeit für Knabenliebhaber ein extra Stadtviertel gegeben haben soll, dass im öffentlichen Raum allnächtliche Gruppenorgien mit Strichern stattfanden, dass man als vor sich hin alternder Buchfälscher bzw. Bauchredner keinerlei Schwierigkeiten hat, für jede Nacht einen Willigen aufzugabeln, dass der letzte Kick nur erreichbar ist, wenn man sie umbringt. Für de Juan sind solche Fragen platt und voyeuristisch, er fliegt oberhalb.
Das Wunder der Verschränktheit ist so vertrackt nicht. Wie eigentlich immer geht´s um die Genialität des Schreibens, Büchersammelns, Lesens. Wir blicken übers Cognacglas in die braunen Augen eines Connoisseurs. Laurence entdeckt eine Bücher-Terroristin, die nach und nach Seiten aus „Verfall und Untergang des römischen Reiches“ von Edward Gibbon (1776) herausschneidet, dafür geänderte Seiten einklebt. Die Methode, mit der Mazuf zu Ruhm, Geld und der eigenen Buchfälscher-Firma gekommen war. Die Fälscherin behauptet, die Geliebte des toten Jonathan gewesen zu sein. Die Spur weist zurück in die Antike. Mazuf hat sich das Geschehen ausgedacht, es ist ein Buch! Mazuf lässt Gibbon „verbessern“, dann zeigt er in Rom dessen „Untergang des Römischen Reichs“ vor und wird ausgelacht.
Ich bin aufs Marketing reingefallen. Mich zog das Coverfoto von Boris Ignatovitch magisch an, das sonst in schwuler Publizistik noch mehrfach auftaucht. Und die Behauptung, hier würden sich John Updike und Marguerite Yourcenar treffen. (Zu meiner Schade sei's gestanden, ich habe sie beide nie gelesen.) Und dieser Roman sei „bold“ und eine „romance“ und ein „labyrinthine thriller“. Stimmt alles nicht.
An intriguing , well written (and translated) novel split between ancient Rome and 1960s Harvard. The two main characters, one from each era, become involved quite early on in murders which shape their actions and the plot of the stories. Then, just as things were moving steadily along, the author throws a spanner in the works, and then another, and my mind began racing with possibilities about what would happen next.
This a novel about words and books, libraries, literature, readers and writers. It is clever and funny, shocking and moving, a very pleasing chance discovery.
To me, the mix between historical and contemporary did not prove useful. I tended to skip the old Rome parts, even after I realized they were written by one of the contemporary characters.
This entire review has been hidden because of spoilers.