Roland Lehoucq – Faire de la science avec Star Wars
(Wissenschaft machen mit Star Wars)
Roland Lehoucq (Astrophysiker und oberster Inquisitor der Logik in einer Galaxie weit, weit entfernt)
Genre:
Populärwissenschaft, Physik-Didaktik, faktenbasierte Filmkritik
Der Todesstern im Physik-Labor
Roland Lehoucq tut das, wovon viele jugendliche Fans heimlich geträumt haben: Er nimmt die fantastische, oft lückenhafte Wissenschaft von Star Wars auseinander – mit der gnadenlosen Präzision irdischer Physik.
Die Prämisse des Buches ist bereits der erste Witz: Star Wars wimmelt von futuristischer Technologie, und doch wirken manche Szenen verdächtig vertraut. Lehoucq geht nicht ins Kino, um zu träumen, sondern betritt es bewaffnet mit dem Schraubenschlüssel der Thermodynamik.
Der Autor verwandelt den Leser in einen Ermittler der Naturgesetze, dessen einzige Datenquelle die Lichtstrahlen der Filme sind. Die Fragen sind so nerdig wie fundamental: Wie viel Energie müsste der Todesstern tatsächlich aufbringen? Warum kann ein Lichtschwert physikalisch kaum funktionieren? Und ist die Macht womöglich eine sehr freie Interpretation von Quantenphänomenen?
Lichtschwert, Schallwellen und Kaffeetassen
Lehoucq zerstört die Magie nicht – er erklärt sie. Darin liegt die pädagogische Stärke des Buches. Anstatt schlicht zu urteilen: „Unmöglich!“, fragt er: „Welche bekannten physikalischen Prinzipien müssten bis zur Unkenntlichkeit gedehnt werden, damit es fast möglich wäre?“
Die spektakulären Inkonsistenzen interstellarer Schlachten werden so zu didaktischen Werkzeugen. Wenn der Millennium Falcon im luftleeren Raum quietscht, folgt nicht nur der Hinweis „Im Vakuum gibt es keinen Schall“, sondern eine spielerische Einführung in die Physik der Schallausbreitung.
Das Buch ist eine Abrechnung mit Science-Fiction – jedoch eine liebevoll-strenge. Es erklärt die Gesetze von Reibung, Impuls und Energie, wohl wissend, dass der Film sich längst darüber hinweggesetzt hat.
Möge die Physik mit dir sein
„Faire de la science avec Star Wars“ ist eine brillante Brücke zwischen Popkultur und akademischer Strenge. Der Traum wird nicht zerstört, sondern geschärft: Der Leser lernt, das Universum mit denselben kritischen Werkzeugen zu betrachten, mit denen man auch eine galaktische Blockade analysiert.
Nach der Lektüre lässt sich Star Wars kaum noch sehen, ohne im Kopf die kinetische Energie eines AT-AT-Walkers zu überschlagen.
Pflichtlektüre für Lehrende, die Physik begeisternd vermitteln wollen – und für Fans, die wissen möchten, warum selbst in einer weit entfernten Galaxie die Naturgesetze nicht einfach Urlaub machen.