Dark City. Ein Ort der ewigen Dämmerung, seit der Nebel das Sonnenlicht verschluckt hat. Doch es gibt Hoffnung. Fünf Teenager wurden auserwählt, das Licht nach Dark City zurückzubringen und den Weg zu bereiten, damit der wahre König des Landes zurückkehren kann. So wurde es seit tausend und abertausend Jahren prophezeit und im geheimnisvollen Buch der Prophetie festgehalten.Aber das Buch wurde in drei Teile zerrissen, und nur wenn alle Teile wieder vereint sind, kann die Prophezeiung in Erfüllung gehen. Die Teenager riskieren ihr Leben, um die fehlenden Buchteile zu finden. Inzwischen setzt Drakar der Zweite, König von Dark City, alles daran, die Jugendlichen aufzuhalten und zu eliminieren.Fürchterliche Kreaturen und fatale Fehlentscheidungen bringen die Gefährten in Lebensgefahr. Immer näher rücken die Soldaten. Und nur ein einziges Wesen ist in der Lage, die Auserwählten vor den Schergen des Königs zu retten und Dark City vor dem Untergang zu bewahren ... Eine verbissene Hetzjagd beginnt.
Ich muss sagen, ich hatte nicht gedacht, dass der zweite Teil der Dark City Reihe noch schlimmer hätte sein können als der erste. Beeindruckend, dass ich mit dieser Annahme dennoch falsch lag.
Nachdem im ersten Band lang, breit und besonders häufig darauf herum geritten worden ist, dass Dark City die einzige Stadt ist, die auf der Insel Shaíria noch existiert, reisen unsere Hauptcharaktere im zweiten Teil plötzlich durch mehrere andere Städte. Da hört das schlechte Worldbuilding aber auch mal wieder nicht auf. Das Autoren-Paar hat hier noch mehr Technologien aus unserer Welt verbacken, ohne dass es eine Erklärung dafür gibt warum diese in der Ritterlichen „wir-kämpfen-mit-Schwertern-und-reiten-auf-Pferden-um-Hexen-zu-jagen-Welt“ existieren; geschweigedenn, dass sie einen Einfluss auf das Geschehen hätten. Die Existenz von Mini-Kommunikatoren, digitalen Uhren, „Hörscheiben“ und Bands die Musik für diese produzieren werden lediglich als Gesprächsthema oder als weggeworfene Beschreibung für unnötige Hintergrundinfromation genutzt und haben für den Plot keinerlei Relevanz. Der Fakt, dass sie für alles einen „lustigen“ altertümlich beschreibenden neuen Namen für diese Dinge verwendet haben (außer fürs Fotografieren, was einfach weiter so heißt), integriert diese Dinge auch nicht wirklich und es nimmt einen aus der Welt und der Geschichte nur raus.
Diese Details sind nervig, da unnötig, aber im Endeffekt echt nur das kleinere Übel. Kofmehl und Betts haben es geschafft den ersten Teil an problematischen Inhalten noch zu übertreffen. Die Misogynie wird mit der Darstellung von, und dem wie die anderen Charaktere mit der neuen Figur Sihana umgehen auf die Spitze getrieben. Ephrion wird am laufenden Band für sein Übergewicht fertig gemacht, selbst nachdem den anderen Charakteren Teile seiner Vergangenheit und wie er darunter leidet gezeigt wurden. Joash ist nicht nur einfach der „Ur-Mensch artige“ Schwarze mit Aggressionsproblemen, sondern erliegt auch noch seinem Drogen Problem, was er ja offensichtlich hat. Das sind nur wenige der Beispiele die ich anführen könnte um zu zeigen wie dieses Buch vor ekelhaften, gefährlichen und problematischen Vorurteilen trieft.
Dazu kommt noch, dass (SPOILER i guess) die Storyline, dass Joash verletzt ist, zu Stolz ist sich helfen zu lassen, den Gefährten eine von zwei Goldmünzen klaut um Drogen zu kaufen auf drei Ebenen gleichzeitig grauenvoll ist. 1. Es Charakterisiert Joash in einem sehr rassistisch geprägten Licht. 2. Der Fakt, dass er die Goldmünze stiehlt müsste große Konsequenzen haben. Nicht nur, dass sie explizit zwei Münzen für die Reise bekommen haben, da sie exakt diese Anzahl brauchen werden, sondern besonders, dass mehrfach thematisiert wird wie wichtig diese Münzen sind und dass Aliya sie immer bei sich trägt legt der narrative zugrunde, dass sie ohne diese beiden Münzen scheitern werden. Das stehlen der Münze müsste nicht nur ein Problem für die Gruppe sein sondern wird auch als Beweis für Joash‘s egoistisches Vorgehen behandelt und müsste für ihn als Einzelperson Konsequenzen haben, damit er daraus etwas lernen kann. Jedoch hat das Fehlen einer Münze plötzlich überhaupt keine Auswirkung auf den Fortschritt der Mission. Als sie an den Punkt kommen, wo sie beide Münzen bezahlen müssen und auffällt, dass nur eine da ist, scheint es dramatisch zu werden, bevor der Fährmann einfach einlenkt und effektiv sagt „naja egal eine Münze passt auch“ und die Gefährten nicht mal erfahren, dass Joash derjenige war, der die andere Münze gestohlen hat. Dieser ganze Aufbau war also komplett umsonst. 3. Meiner Meinung nach das schlechteste an dieser ganzen Storyline ist, dass Ephrion sieht und fühlt, dass Joash Schmerzen hat und ihm mehrfach anbietet ihn zu heilen. Joash lehnt aus Stolz jedesmal ab, was dazu führt, dass seine Verletzungen sich so verschlechtern, dass er beinahe daran stirbt. Ephrion weiß zu dem Zeitpunkt, dass er nicht nur Menschen heilen kann, sondern, dass es jedes Mal bedeutet, dass er die Krankheiten und Verletzungen der anderen auf sich nimmt. Er heilt Joash heimlich in der Nacht und Opfert sich dafür. Dies ist doppelt unnötig und dumm, da er nicht hätte sterben müssen wenn erstens Joash einfach sein Angebot von Anfang an angenommen hätte und es gar nicht erst so schlimm geworden wäre und zweitens weil später im Buch Aliyas Blindheit einfach so, mir nichts, dir nichts von dem Wolf Nayati geheilt wird. Wenn der Wolf auch Heilende Fähigkeiten hat, warum muss dann der arme Junge, der der jüngste von der Truppe ist, der Einzige ist der sich wirklich um andere Menschen kümmert und Empathie hat, und vorallem, der ständig und nur gemobbt wird weil er ein paar Pfunde mehr hat, sterben? #JusticeforEphrion
Der Religiöse Unterton wird in diesem Band zusätzlich noch sehr plump und übertrieben. Aber das ist alles in allem eher eins der kleineren Probleme.
Abschließend kann ich sagen, dass ich mich frage warum ich weiterhin diese selbst-Kasteiung betreibe und gleichzeitig umbedingt wissen muss, wie abgrundtief der dritte Teil dieser Reihe mich noch verstören kann.
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