»Panikherz« war eine Reise ins Innere. Nun geht es in die umgekehrte Richtung: nach draußen, zu den anderen.
Mit Boris Becker schaut er in Wimbledon das berühmte Finale von Wimbledon. Mit Helmut Dietl scheitert er in Berlin wegen Berlin an Berlin. Dem Freund Christian Ulmen schaut er zu bei der Verwandlung in »Christian Ulmen«. Mit Ferdinand von Schirach schweigt er in der Schreibklausur über das Schreiben. Bei Madonna live in L.A. entdeckt er wahrhaftige Künstlichkeit. Mit Thomas Bernhard löscht er eine Redaktionskonferenz über Thomas Bernhard aus. Und Pharell Williams singt den Sommerhit zum Herbstanfang, verspätet sich aber – der Autor fährt unterdessen ein letztes Mal an den See. Außerdem: ein melancholisches Adieu an das bedruckte Papier. Ein Selbstversuch im Tattoostudio. Geschichte wird gemacht – im Wechsel der Frisuren.
Nach der Reise ans Ende der Nacht wird die Welt nun bei Tageslicht betrachtet. Benjamin von Stuckrad-Barre öffnet weit die Augen und schaut, wie die anderen das hinkriegen: das Leben. Die hier versammelten Texte liefern ein akkurates Selbstporträt über Bande, es ist eine Suche nach dem Wir. Das Ergebnis: eine Familienaufstellung. Eine Heldenparade. Eine Götzendämmerung. Der Befund des von der Wirklichkeit irritierten Autors fällt melancholisch aus: Es geht uns nicht gut – wir müssen uns alle mal irgendwo hinlegen. Nur wohin? »Remix 3« endet folgerichtig dort, wo »Panikherz« entstand: am Sunset Boulevard.
Possibly Germany’s most well-known young author of the past 15 years, von Stuckrad-Barre stands at the forefront of a new literary movement that moved from Germany’s wartime past and into the 21st century.
After working for Rolling Stone, von Stuckrad-Barre’s 1998 book Soloalbum (written when he was only 23) captured the emotions of young love to the soundtrack of Oasis and Pearl Jam. After the follow-up Livealbum, von Stuckrad-Barre embarked on various ambitious projects. His self-described goal has always been to reflect “what is going on [in the world]”, and he continues to do so in unconventional ways, sometimes being refered to as the ‘bad boy’ of the German literary scene.
Stuckrad-Barre, Reportagen-Gott. Und der Rest ist auch verdammt gut.
Mit Stucki und mir ist das so eine Sache: Ich will alles, alles, alles von ihm lesen (und das mach ich auch), obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass er mir als echte Person unfassbar auf den Zeiger gehen würde. Er übernimmt es einfach für mich, ziemlich oft ziemlich hyper zu sein, auf Partys und Konzerten abzuhängen, die für mich nach Höchststrafe klingen, und mit Begeisterung absurd viele Promis zu treffen. Das klingt per se recht furchtbar, aber Stuckrad-Barre macht daraus unglaublich gute Literatur, so genau beobachtet, voller Witz und Charme und erzählt aus einem einzigartigen Blickwinkel. Unter keinem dieser 25 Texte müsste sein Name stehen, man wüsste auch so genau, wer hier auf die Welt guckt. Und egal, was Stuckrad-Barre anschaut, wenn ich dabei seine Brille aufsetzen kann, dann will ich es auf einmal auch sehen. It’s a kind of magic, wie der Pop-Literat (*hüstel, hüstel*) sagen würde (nee, würde er zum Glück nicht).
Während einige von Stuckrad-Barres frühen Texten leicht zynisch-überheblich-hardcoreironisch – und insofern auch wieder voll 90er-mäßig – waren (was er in Panikherz sogar selbst thematisiert), kommt hier, wie auch schon in Panikherz, Stuckrad-Barres Empathiefähigkeit zum Vorschein: Der Text über den sterbenden Walter Kempowski ist eines der Highlights dieser Sammlung, genauso wie das zauberhafte Portrait über Christian Ulmen, den man danach für seine Schwächen lieben muss.
Ach ja, überhaupt, worum geht’s hier: Ein großer Teil der Texte (deren Entstehungsdatum man sich zum Großteil aus dem Kontext zusammenreimen muss, was schon nervt) sind Reportagen; so schaut der Autor etwa mit Boris Becker ein Video von dessen erstem Wimbledon-Sieg, er geht in L.A. zum Madonna-Konzert, er berichtet über die WM und die Schweinegrippe.
Aber weil man sich nicht ohne Not von einer Textsorte einschränken lassen muss, gibt’s außerdem eine fiktive Redaktionskonferenz, in der um einen möglichen Artikel zu Thomas Bernhard's Geburtstag gestritten wird (wobei implizit die Wahrnehmung Bernhards reflektiert und die Medienbranche verarscht wird – sehr lustig), Axel Springer wandelt durch das heutige Berlin, Stuckrad-Barre lässt sich nach der Trennung von seiner Frau mit seiner neuen Freundin Tattoos stechen (schon wieder so ein Text, dessen Thema schon cringeworthy klingt, der es dann aber verstörenderweise kein bisschen ist), es gibt eine Top 80 der dümmsten Urlaubsfragen undundund.
Eine inhaltlich und textlich wilde Mischung also, und ich hatte unfassbar großen Spaß, endlich wieder kurze Texte von Stuckrad-Barre zu lesen. Noch lieber als einen neuen Roman will ich „Remix, #4“, bitte. Es ist so viel los gerade, das muss doch dringend mal einer ordnen und durch den Literaturwolf drehen.
Von Stuckrad-Barre muss ich einfach alles lesen und alles ist auch irgendwie gut, aber ich bin wohl eher nicht so Fan von Fragmenten und die meisten waren schon paar Jahre alt - nicht mehr so am Zahn der Zeit sozusagen - aber insgesamt ist das ganze kurzweilig und unterhaltsam und deshalb auch mehr als 3 Sterne wert, so mindestens 3,5...
Die “Tattoos“ Story ist vielleicht das Schönste oder ziemlich sicher das Schönste was Stuckrad-Barre je geschrieben hat und eine wunderbare und in ihrem Kitsch so ehrliche Liebesgeschichte. Ansonsten Stuckrad-Barre wie man ihn kennt, viel Ironie, viel Fan-sein (va von sich selbst) aber bisschen zu viel von allem.
Die Promis, um die es geht waren mir zum Teil zu fremd; das Zeitgeschehen oft schon zu weit weg, sodass ich manches eher überflogen habe. Manche Kapitel/Kolummnen/Dings... haben mir ganz gut gefallen. Insgesamt eher okay.
Belanglose humoristische Aneinanderreihung von Geschichten und Beschreibungen von Promis, die mir teils gar nichts sagen und fast nie irgendwas bedeuten. Bin wohl zu jung dafür, die neun Jahre Altersunterschied zu Stuckrad-Barre machen sich hier noch bemerkbar. Und selbst wenn mal nicht das Alter für eine unterschiedliche Perspektive sorgt, sorgt dann die Begeisterung von BvSB für die (nicht-digitale) Popkultur für einen anderen Blickwinkel. Wäre das ein Roman mit Handlung, wäre das vielleicht ein Pluspunkt, so aber werden Promis, die mich nicht interessieren von einer Seite beleuchtet, die mich nicht interessiert. Unklar ist auch, ob hier BvSB über Promis schreibt, die er kannte/kennt oder ob er sich nur vorgestellt hat, wie das wohl wäre oder ob das Ich des Buches mal wieder nichts mit dem Autoren zu tun hat ... oder ... ... Am Ende habe ich nichts gelernt, nichts gefühlt und nur ab und kurz geschmunzelt. Dass man im gleichen Stil aber auch ein gutes semi-autographisches Buch schreiben kann, kann ich mir zumindest vorstellen und mich wohl in näherer Zukunft an Panikherz wagen.
Ich bin BvSB-Fan, ich will ihn lesen, seine Erlebnisse konsumieren und liebe den Blick durch seine Augen – je nach Buch geprägt von Drogen, Magersucht, Alkohol, Hollywood, Liebe, Musik, Popkultur shalala.
Was mir mittlerweile nicht allzu sehr gefällt, ist eine gewissen "Mediengeilheit", wobei dieses Wort nicht den Kern trifft, die Stucki an den Tag legt. Auf einmal verbringt er Zeit mit Klums und Kaulitzes, interviewt alle möglichen Menschen, lässt sich von allem, was in Deutschland Rang und Namen hat via Instagram promoten und das ständige Chateau Marmont – manchmal frag ich mich, ob seinem besonderen Blick auf die Welt und teils knallharte Realität, von seinem Zimmer mit Blick auf Gucci-Plakat nicht zu viele Hollywood-Palmen im Weg stehen. Ich vermisse den 'die Welt kann mich mal'-Stucki. Remix 3 hat unter anderem viele Reportagen zu sicherlich spannenden und teils großartigen Menschen – nur leider, sind mir ab und an manche davon kaum ein Begriff, da macht sich doch ein Altersunterschied bemerkbar, oder aber ich bin verwundert, ob Stuckis mildem Urteil. Die Bissigkeit aus früheren Werken fehlt mir mehr und mehr. Darüber hinaus scheinen einige Texte dieses Buches bereits vor Jahren entstanden zu sein, was zwar nicht per se ein Manko ist, jedoch Stuckis popkulturellem Scharfsinn die Aktualität raubt. Es ist schade, dass es keine Angaben zur Entstehungszeit gibt, die lässt sich teils lediglich selbst erschließen.
Nichtsdestoweniger schafft BvSB es, wundersam scharfsinnige und der Wortkunst frönende Vergleiche zu ziehen und Beobachtungen niederzuschreiben, die seinen Stil so geil machen, dass ich ihn einfach sehr gerne lese. Und es ist schon spannend, was er alles so erlebt, wen er trifft und was er (und ihm wied-)erfährt.
Das Buch bietet sich sehr gut an, wenn man nicht immer Zeit zum lesen hat, ob der 25 Kurztexte.
Ein wenig wahllose Zusammenstellung stärkerer (Jürgen Fliege) und schwächerer Texte (Boris Becker) aus den letzten Jahren. Insgesamt unterhaltsam und vor allem bei Interesse an den jeweiligen Blitzlichtporträtierten erkenntnisreich, aber nach "Panikherz" enttäuschend.
Ein paar Reviewer unter mir (oder über mir, je nachdem) sprechen an dass sie mit den in diesem Buch versammelten Texten teils nichts anfangen konnten weil sie die Personen um die es ging nicht kennen und schieben es auf den Altersunterschied. Das ist möglich, aber nicht zwangsläufig. Ich befinde mich nur wenige Jahre hinter Barre und wandelte nicht selten ebenso mit meinen Augen über die Seiten. Das war früher nicht so, damals, um die Jahrtausendwende herum.
Die Fragen sind hier eher: Wie offline bist du? Siehst du Fernsehen nicht nur dann wenn du deine (Groß)eltern besuchen gehst? Liest du den Stern? Und all sowas?
Stuckrad-Barre lässt irgendwann in einem dieser Texte eine Referenz auf ein Mainzelmännchen fallen, hyperspezifisch und ohne das Bild zu erklären, weil er davon ausgeht dass ja jeder dieses ganz bestimmte Mainzelmännchen kennt. Er geht gar nicht erst davon aus dass es Menschen gibt die schon seit Jahrzehnten kein ZDF gesehen haben, denn es tut ja schließlich jeder.
Ich will ihm deswegen keine Arroganz vorwerfen - oder gar im letzten Jahrhundert (oder freundlicher formuliert: in den 90ern) hängengeblieben zu sein. Vielmehr ist dieses Buch eine Demonstration wie sehr die Filterblasen mittlerweile auseinanderklaffen. Ich habe schlichtweg keine Ahnung was sich in den Deutschland-Promisphären der ca. letzten 15 Jahre getan hat. Viele aus der Zeit "davor" habe ich auch vergessen, wenn nicht auch verdrängt. Wer war Jürgen Fliege nochmal? Hatte der nicht eine Nachmittagstalkshow gehabt? Wo war die nochmal? SAT 1? Ist das vielleicht auch der Grund warum ich schon seit Jahren nichts mehr von Barre gehört habe? Zuletzt war da noch dieses Buch über Klosprüche gewesen, und ein Dietl-Film den niemand gesehen hat. Seitdem hatte ich nicht mehr an ihn gedacht und ihn vergessen - und dann bekam ich dieses Buch zu Weihnachten geschenkt, ein "Huch, der lebt noch?"-Ereignis.
Manche Texte sind für mich zugänglicher als andere, teilweise sind sie auch sehr gut. Generell wirkt die Auswahl jedoch, nun ja, wahllos. Was soll manches sein? Plattenrezension? Filmrezension? Worum ging es bei ihrer ursprünglichen Veröffentlichung in irgendeinem Printmagazin? Und in welchem Jahr geschah sie überhaupt? Der Mangel an zeitlichen Kontext verwirrt manchmal mehr als der inhaltliche. Genau datiert ist nur ein Text - und zwar "Jahresrückblick mit Harald Schmidt 2013". (Harald Schmidt, noch so ein Relikt.) Es ist nicht vollständig klar, aber er scheint eine Ansammlung von Gags zu sein die Barre für seine Show geschrieben hatte, die Periode als sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Pay-TV lief. Die damaligen Ereignisse und Aufreger auf denen sich die Gags beziehen sind teilweise nur noch schwer aufzuschlüsseln. Aber was einem beim Lesen jedoch durch den Kopf geht ist: Was war die erste Hälfte der 10er noch angenehm unaufregend. Früher war alles langweiliger. Huch, Edward Snowden war da schon Thema? Ist das echt schon so lange her? Und lebt Harald Schmidt eigentlich noch?
Man verliert sich in den Geschichten. Mal mehr mal weniger. Man lacht. Mal mehr mal weniger. Man ist unterhalten und genießt die Sätze. … Als ich darüber nachgedacht habe, wie viele der 25 Geschichten ich noch im Kopf habe, kam ich nicht einmal auf die Hälfte. Klar, ich saß mit Becker auf dem Sofa, hörte mit wachsendem Unbehagen und gleichzeitig amüsiert Harald Schmidt zu, runzelte die Stirn über diesen seltsamen Herrn Fliege und staunte über den Prozess des Drehbuchschreibens. Es sind gute Geschichten, doch wie glaube ich öfter bei solchen Sammlungen, bleiben eben nicht alle im Kopf. Das ist okay. Ich würde sagen, in diesem Buch geht es darum, aus dem einen Moment in einen anderen zu fliehen. Und das hat geklappt. Oft. Stuckrad-Barre ist wie ich ihn mir vorgestellt habe: sehr gut im Umgang mit Worten, schnelllebig, manchmal etwas faserig. Ich mag ihn. Ich mag das Buch. Mehr ist nicht zu sagen. Songempfehlung: Sultans of Swing
Es zog sich. Im Gegensatz zu Panikherz tat ich mich phasenweise doch relativ schwer mit Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen, weil ich das Geschilderte, sei es jetzt die Person oder die Vorkommnisse, doch teils uninteressant fand. (Hätte ich das Buch nicht gehört, hätte ich die entsprechenden Kapitel vermutlich ganz gut überspringen können.) Allerdings ist Stuckrad-Barres Stil nach wie vor überzeugend und dem ein oder anderen Fragment - insbesondere Christian Ulmen und Boris Becker - konnte ich schon einiges abgewinnen, weshalb ich unter'm Strich doch ziemlich gut unterhalten wurde.
Ehrlich gesagt ist es mir schwer gefallen immer zu folgen. Aber einfach weil die Stimme so angenehm war, dass ich weggedöst bin. Ich kann mich nur daran erinnern, dass irgendwas mit Madonna und Happy, der Tagesschau, Boris Becker und Hitlers Hochzeitstag erzählt wurde. Irgendwie gut, aber irgendwie weiß ich zu wenig was passiert ist, um mir eine wirkliche Meinung zu bilden.
Eigentlich ist es schon ne tolle Sache, wenn man als Autor auch für Zeitungen schreibt, so kann man seine Texte noch ein zweites Mal in einem Buch verwursten. Einige der Stücke sind wirklich unterhaltsam. Pastor Fliege zum Beispiel, oder Florian Henckel von Donnersmarck. Andere hingegen kann man getrost überblättern. Wie bei den meisten Musikalben hat auch dieses hier jede Menge Filler Tracks.
Manche Stories sind gut (Fliege, Boris Becker), manche hervorragend (Tattoos, Madonna, Dietl) und manche belanglos (Kempowski, Bernard). Liegt vielleicht auch daran, dass ich beide überhaupt nicht kenne. Nicht meine Generation.
Es ist nicht viel hängengeblieben, viele Themen haben mir schlichtweg „nichts gesagt“. (Nur) ein Kapitel ist sehr positiv aufgefallen. Benjamin hat was zu sagen, vielleicht war es für mich nicht der richtige Zeitpunkt und ich komme später nochmal auf dieses Werk zurück.
Naxh Panikherz hab ich mich im Vorfeld nicht über den Inhalt des Buchs informiert, denn es war klar ich werde es auf jeden Fall lesen/hören. Die Interviews und Interviewten waren zum größten Teil nicht so spannend, bzw. es gab kaum spannendes was Benjamin diesen entlocken konnte.
Wie sag ich's meinem Kind? Das Buch hat mir nicht gefallen. Ich habe bereits die frühen Sachen von BvS-B, also Soloalbum und Remix mit Begeisterung gelesen. Der Mann kann definitiv schreiben! Danach habe ich ihn ein wenig aus den Augen verloren. Von seinen Schwierigkeiten mit und ohne Drogen habe ich erst aus dem Panikherz erfahren, das ich mir unmittelbar nach Erscheinen als Hardcover besorgte und fast nicht aus der Hand legen konnte. Sehr schonungslos und offen, auch gegen sich selbst, ein moderner gefälliger Stil und - ganz Instagram-Generation - pausenloses Name dropping, das ich aber schon aus den frühen Werken kannte.
Nun, also Ich glaub, mir geht's nicht so gut... Gekauft wie nicht angesehen und für zu leicht befunden! Der Stil spricht nach wie vor an, wenngleich einigen Sätzen mit weniger Zeilen mehr geholfen wäre. Die Stories und Interviews wirken, von einigen Perlen abgesehen ("24 Stunden mit Jürgen Fliege", "Being Christian Ulmen", "2013 - ein Jahresrückblick mit Harald Schmidt", "Vorruf auf Walter Kempowski") beliebig zusammengewürfelt und belanglos ("Der Tatortreiniger Thomas Demand", "Popshopping", "Rainald Goetz"), teilweise sogar unfertig ("Berlinale"). Was mich jedoch mehr genervt hat als in den anderen Büchern, war das bereits erwähnte Name dropping, à la "Seht nur, wen ich alles kenne und mich sogar anzurufen traue." In dieser Hinsicht stechen "Berlinale" und "Sunset Blvd." besonders hervor und lenken von den schreiberischen Qualitäten ab.
Bei den nächsten Büchern, die BvS-B auf den Markt bringt, bin ich definitiv vorsichtiger.
'Remix 3' (KIWI 2018). Somewhere in the book Benjamin von Stuckrad-Barre says 'People who don't watch the movie Titanic because they know its ending don't understand literature'. Similarily, at first this 'remix' of portraits, autobiographical commentary and reporting may seem somewhat 'outdated' as most pieces were written somewhere between 2006 and 2015. And while (German) feuilleton writers like to call BvSB among the best 'chroniclers' of our age, they miss that he is not chronicling our age but, rather, the human condition - in other words what he is writing is 'literature'.
The subject of time, transience and what remains is central to most of the pieces in the book. As often in his work, BvSB (literally) revisits those whose times of glory lie in the past, who are at best forgotten by the present or worst have become eternal laughing stocks. Still, there's always the idea of a come back and, somehow beautifully, the book ends where BvSB's own 2016 come back (after a decade or so of drug addiction and recovery) novel 'Panik Herz' ended, at the pool of the Sunset Boulevard Chateau Marmont hotel, itself a symbol of past fame and glory.