Awareness meint nicht nur Achtsamkeit im Umgang mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt und sexistischer Diskriminierung, sondern auch ein Bewusstsein für die herrschenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse, in denen Sexismus und sexualisierte Gewalt keine individuellen Einzelfälle sind. In diesem Sinne ist Awareness eine Haltung und ein Handeln, das Verantwortung übernimmt und darauf reagiert, dass Übergriffe auch in unseren alltäglichen Umfeldern stattfinden.Das Handbuch ›Antisexistische Awareness‹ richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Unterstützer*innen. Es enthält praktische Tipps aus zehn Jahren antisexistischer Unterstützungsarbeit und ermutigt zur Bildung weiterer ›Awareness-Gruppen‹, die auf Partys, Festivals, politischen Camps, Konferenzen und dergleichen Angebote der Prävention und der Unterstützung machen.
Interessante Lektüre über Antisexistische Awareness Arbeit. Es ist spannend über die möglichen Handlungsoption als unterstützende Person zu lesen und zu erfahren, sowie der Umgang mit Personen von denen sexualisierte Gewalt oder sexistische Diskriminierung ausgeht. Allerdings empfinde ich viele Dinge als wiederholend (auch wenn hiermit Punkte verdeutlicht werden sollten) und hätte mir mehr Beispiele für Handlungsanweisungen gewünscht.
Viele gute Ansätze und ein tolles Aufklärungsbuch, gerade für Menschen die sich noch nicht so intensiv mit dem Thema befasst haben. Ich finde es schade das die Ansätze nur oberflächlich besprochen wurden. Mir fehlten Beispiele und Details um ein besseres Gespür für das Thema zu bekommen. Außerdem wird sich sehr viel wiederholt in dem Buch. Trotzdem kann ich es jedem ans Herz legen der sich für das Thema interessiert.
Ann Wiesentals "Antisexistische Awarenessarbeit" eignet sich super als Einstieg für alle interessierten Menschen. Das liegt vor allem an der leichten Lesart trotz sachlichem Inhalt, den verständlichen Definitionen und dem historischen Abriss. Sie macht immer wieder klar, dass Awarenessarbeit nur intersektional funktionieren kann und macht dies an Konzepten wie der amerikanischen "community accountibility" klar. Generell verstehe ich Ann Wiesentals Awarenessansatz mehr als Prozessbegleitung, weniger als Form von Akutbetreuung.
Auch wenn der Fokus auf antisexistischer Awarenessarbeit liegt, hätte ich für so eine Einstiegslektüre explizitere Handlungsoptionen zu Vorfällen (vor allem bei Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit durch Alkohol und andere Drogen) durchaus sinnvoll gefunden. Vor allem, da grenzüberschreitende Personen ebendiese Zustände oft ausnutzen.
Das Kapitel zu transformativen Gerechtigkeit habe ich geskippt, scheint aber erste gute Handlungsmöglichkeiten und Aufarbeitungsansätze zu Täterarbeit zu liefern.
Am liebsten hätte ich 5 Sterne gegeben, einfach weil Ann Wiesental sehr früh wichtige Awarenessansätze nach Deutschland gebracht hat.
Gute Einführung für Neueinsteiger*innen. Eindeutig zu ausführlich, wenn man schon im Thema drin ist. Leider auch gar keine Kritik am Ansatz diskutiert.