Ich bin 1968 in Marburg zur Welt gekommen, wo sich meine Eltern beim Jurastudium kennengelernt haben. Mein Hauptberuf war mir also beidseitig in die Wiege gelegt. Tatsächlich waren Strafakten - meine Mutter war Richterin, mein Vater Staatsanwalt - häufig Tischgespräch, sodass ich mich schon als Teenager mit recht exotischen Fragestellungen konfrontiert sah. Zum Beispiel wie viel Schaden eine Schrotflinte in einem Gesicht verursachen kann, wenn sie aus einem Meter Entfernung abgefeuert wird. Ansonsten war meine Kindheit sehr beschaulich. Niedersächsische Kleinstadt, kirchliches Gymnasium, Theater-AG, Schülerkneipe. Die eine Disco, wo du die ganze Stadt triffst. Im Sommer schwimmen im Baggersee, Schlittschuhlaufen im Winter. Aber irgendwo in unserer Umgebung passierten sie ... diese bösen Geschichten, die dann irgendwann auf den Schreibtischen meiner Eltern landeten. Ich glaube David Lynch, der Regisseur von "Twin Peaks" hat einmal gesagt, der Cherry Pie, der in der Serie immer wieder auftaucht, sei eine Metapher für die Provinz, in der die Serie spielt: Einladend knusprig-glatte Oberfläche, aber darunter ein dunkler, schleimiger Sumpf. Auch wenn ich diesen verborgenen Orkus in meiner Kindheit nur im Spiegel der Akten meiner Eltern erkennen konnte, wusste ich, dass er irgendwo dort unter der sichtbaren Oberfläche kleinstädtischer Beschaulichkeit lauerte. Noch heute ertappe ich mich dabei, wie ich manchmal stehenbleibe, vor einem einsamen Haus vielleicht, und mich frage, ob sich darin das Böse verbirgt.
‚Der Todesmeister‘ ist nicht das erste Buch von Thomas Elbel, jedoch sein Debüt im Thriller-Genre. Bereits im Vorfeld hat mich das Buch neugierig gemacht, da es vom Cover und Klappentext her genau in meine bevorzugte Leserichtung passt.
Zu Beginn der Story lernen wir unsere Hauptfigur Viktor Puppe kennen. Er ist gerade frisch zum LKA Berlin gewechselt und bereits hier werden Andeutungen gemacht, dass sein Wechsel wohl nicht ganz uneigennützig geschehen ist, wie wir auch später noch erfahren werden. Viktors neuer Vorgesetzter scheint ein sehr angsteinflößender und dominanter Mann zu sein, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Auch seine beiden Kollegen sind sehr speziell. Zwischen den beiden fliegen immer mal wieder etwas schärfere Worte, gewürzt mit viel Sarkasmus und schwarzem Humor. Es wird recht flapsig miteinander umgegangen und es fallen viele flache Kommentare. Das ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, aber wenn es um schwarzen oder flachen Humor geht, bin ich ganz vorne mit dabei.
Schnell erfährt man, dass sowohl Viktor Puppe als auch seine Kollegen ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen haben. Man bekommt einiges an Hintergrundinformationen, so dass man alle drei Figuren gut kennen lernen konnte. Klassischerweise sind alle drei vom Schicksal deutlich gebeutelt worden, ich fand die Hintergrundgeschichten aber sehr interessant.
Der Fall, der in diesem Buch gelöst werden soll, ist ebenso sehr interessant gestaltet. Zwar ist es kein Thema, dass ich so noch nie gelesen hätte, jedoch wurde alles sehr spannend umgesetzt. Wir nähern uns Stück für Stück der Wahrheit, und selbst als prinzipiell alle Fakten auf dem Tisch liegen, geht es weiter spannend zur Sache.
Thomas Elbel hat einen sehr angenehmen Schreibstil, so dass ich die gut 500 Seiten an gerade mal 2 Tagen durchgelesen hatte. Zwischendurch gab es ein paar Nebenstränge, die für mich nicht unbedingt hätten sein müssen. Trotzdem bin ich insgesamt gesehen sehr begeistert von dem Buch.
Ich hoffe, dass man in Zukunft noch mehr von den 3 Ermittlern lesen kann, denn ich fand sie mitsamt ihren Hintergrundgeschichten wirklich sehr interessant und bin ich neugierig auf mehr. In Anbetracht des flapsigen Humors ist ‚Der Todesmeister‘ wohl nicht für jeden geeignet, aber man bekommt hier eine spannende Story mit Charakteren, die Ecken und Kanten haben.
In Berlin scheint ein Serientäter sein Unwesen zu treiben. Nachdem die Leiche der ermordeten 17-jährigen Nichte des Justizsenators aus der Spree geborgen wurde, tauchen Gewaltvideos auf, in denen weitere junge Frauen und Mädchen grausig zu Tode gequält werden. Die Zeit drängt. Der oder die Täter müssen gefasst werden, bevor es noch weitere Tote geben wird. Der Ermittler Viktor von Puppe ist erst kürzlich vom Innenministerium zum Berliner Landeskriminalamt gewechselt. Gemeinsam mit seinen neuen Kollegen setzt er alles daran, die Mordfälle aufzuklären.
Mein Leseeindruck:
Dieses Buch hat mich von Anfang an fesseln können. Keine einzige Seite hat mich gelangweilt. Im Gegenteil konnte ich das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der eigentliche Kriminalfall gar nicht mal vordergründig. Auch den ermittelnden Kommissaren wird im Buch viel Platz eingeräumt.
Ich muss sagen, dass ich von den Ermittlern eigentlich niemanden mochte außer Viktor von Puppe. Die anderen waren mir alle mehr oder weniger unsympathisch, was mich aber seltsamerweise gar nicht gestört hat. Der Fall an sich war einfach viel zu spannend, als dass mich die derbe Sprache der Charaktere sehr gestört hätte.
Es gibt mehrere verschiedene Perspektiven bzw. Handlungsstränge. So schauen wir meistens den Ermittlern über die Schulter, aber wir lesen auch einiges aus Sicht des Täters und der Opfer. Das hat mir sehr gut gefallen. Es war abwechslungsreich und hat die Spannung noch erhöht.
Ich hoffe, dass es weitere Fälle für Viktor von Puppe geben wird. Ich würde sie auf jeden Fall lesen!
Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und ich hatte mir einen spannenden Thriller erhofft. Leider konnte das Buch nur bedingt mit meinen Erwartungen mithalten.
Der Beginn war recht vielversprechend und ich fand die Idee mit dem Grand Guignol sehr spannend. Leider hat sich die Handlung irgendwann immer mehr in sich selbst verstrickt, so kam Spannung nur bedingt auf und es gab immer wieder Längen. Erst im letzten Drittel kam etwas mehr Spannung auf. Schade fand ich auch, dass einige Ansätze komplett fallen gelassen wurden und dann nur mit einem Nebensatz wieder aufgeklärt wurde.
Auch sprachlich war das Buch zum Teil sehr anstrengend, da sich die Polizisten besonders zu Beginn fast ausschließlich in Gossensprache unterhalten haben. Das war zum einen nervig zu lesen und zum anderen nicht unbedingt realistisch in meinen Augen.
Insgesamt war das Buch für mich ein solider Thriller, der mich in Teilen gut unterhalten konnte.
An der Oberbaumbrücke in Berlin wird die Leiche der 16-jährigen Katharina Racholdt angespült. Der grausam zugerichtete Körper der Nichte des Berliner Justizsenators weist Spuren von Folter und Missbrauch auf. Und sie ist nicht das einzige Opfer. Die Ausreißerin Jenny Steenbergen gerät auch in die Fänge, ihr droht bald ebenso der Tod. Viktor von Puppe, der gerade erst aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt ist, und seine neuen Kollegen Kenji Tokugawa und Begüm Duran sind überzeugt, dass der Senator etwas mit der Sache zu tun hat. Dieser lässt die Ermittlungen einstellen. Doch Viktor will mit den beiden Kollegen nicht nur die Morde aufklären, zu denen im Internet perverse Videos auftaucht sind. Er hat auch einen ganz persönlichen Fall aufzudecken…
„Der Todesmeister“, das Thrillerdebüt von Thomas Elbel, ist der erste Teil der Reihe um Ermittler Viktor Puppe.
Meine Meinung: Das Buch besteht aus 23 Kapiteln sowie einem Pro- und einem Epilog. Unterteilt ist die Handlung in mehrere Wochentage. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Viktor, aber auch aus der Sicht mehrerer anderen Personen – inklusive des Täters. Letzteres bietet beim Lesen spannende und verstörende Einblicke in dessen Psyche.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, jedoch nicht besonders auffällig. Die vielen Dialoge sind gelungen. Etwas gestört habe ich mich an den noch zahlreichen Fehlern, die das Korrektorat in der Originalausgabe übersehen hat.
Gut gefallen hat mir das Ermittlertrio. Viktor, Ken und Begüm sind vielschichtige Menschen mit Ecken und Kanten, die mir sympathisch wurden und größtenteils glaubwürdig dargestellt wurden. Die Nebenfiguren sind ebenfalls interessant, wirken aber stark überzeichnet.
Die Grundidee finde ich kreativ. Inhaltlich ist die Geschichte nichts für Zartbesaitete. Sehr brutale Szenen werden beschrieben, wovon einiges für die Spannung eher nicht notwendig gewesen wäre.
Trotz der hohen Seitenzahl entwickelt sich die Geschichte auf fesselnde Weise. Sie ist temporeich und hat kaum Längen. Die Auflösung des Falls ist schlüssig und war für mich nicht vorhersehbar. Die Handlung ist recht komplex und bietet einige Wendungen. Dem Autor gelingt es dennoch gut, die offenen Enden zusammenzuführen, ohne dass größere Logiklücken klaffen.
Das Cover ist ansprechend gestaltet. Allerdings hat sich mir die Darstellung des Insekts nicht so ganz erschlossen.
Mein Fazit: „Der Todesmeister“ von Thomas Elbel ist eine lesenswerte Geschichte, die für spannende Lesestunden gesorgt hat. Vor allem Krimifans, die nicht allzu zimperlich sind, kann ich die Lektüre empfehlen.
Der Todesmeister, ein packender Krimithriller der Extraklasse "Der Todesmeister" lag schon einige Zeit auf meinem SUB, da ich den Autor aber nicht kannte und andere Bücher interessanter schienen, musste er warten - bis jetzt. Nachdem ich endlich mit dem Buch begonnen habe, hat es mich von der ersten Seite an gepackt, rasant, spannend und flüssig geschrieben, voller interessanter Charaktere - vielleicht hier und da etwas überzeichnet - alles in eine brutale, blutige Story gepackt, gewürzt mit überraschenden Wendungen, knisternder Erotik und schockierenden Taten - ein Buch das keine Langeweile aufkommen lässt und den Leser bis zum Ende mitreißt. Zur Handlung nur ein kurzer Überblick, Victor Puppe (eigentlich von Puppe), promovierter Jurist lässt sich vom Innenministerium zum Berliner LKA versetzten umso auf eigene Faust nach seiner vor Jahren verschwundenen Freundin zu suchen. Das LKA Team ermittelt gerade im Fall eines brutal ermordeten jungen Mädchens, der Nichte des Berliner Justizsenators. Der Fall scheint schnell geklärt zu sein und genauso schnell werden die Ermittlungen auf Weisung "von ganz oben" eingestellt. Doch die Ermittler - ein Sammelsurium recht extravakanter Typen - machen weiter, was einerseits viel Schmutz aufwirbelt und andererseits die Protagonisten selbst in Gefahr bringt. Während sie in den Abgründen der Folter- und Snuff Video Szene ermitteln, oft durch Zufälle begünstigt, lernt man auch die Personen des LKA Teams ein wenig kennen - jedoch erfolgt das auch nur bruchstückhaft, da die Handlung rasant fortschreitet.... Fazit "Der Todesmeister" ist ein packender Thriller mit originellen Figuren der große Lust auf die Fortsetzungen macht. Fünf Sterne Leseempfehlung für Alle die das Genre mögen.
Kurzbeschreibung: Er fängt sie. Er filmt sie. Er foltert sie. Er ist der Meister des Todes. An der Oberbaumbrücke wird die Leiche eines jungen Mädchens angespült. Der Körper weist grausame Folter- und Missbrauchsspuren auf. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators, und sie scheint nicht das einzige Opfer zu sein: Im Internet tauchen Videos auf, in denen junge Frauen auf perverse Weise zu Tode gequält werden. Viktor von Puppe, frisch aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt, und seine Kollegen stehen unter Druck, doch in höheren Kreisen scheint nicht jeder an einer Aufklärung interessiert zu sein... *Quelle*
Zum Autor: Thomas Elbel, geboren 1968 in Marburg, studierte Rechtswissenschaften in Göttingen, Hannover und den USA. Er arbeitete u.a. für eine amerikanische Anwaltskanzlei, das Bundesministerium des Innern und das Land Berlin. Seit 2011 bekleidet er eine Professur für Öffentliches Recht an der Hochschule Osnabrück. In seiner Freizeit singt er klassischen Bariton und schreibt Romane. Der Todesmeister ist sein erster Thriller um den Berliner Ermittler Viktor von Puppe. Thomas Elbel lebt mit seiner Familie in Berlin.
Meinung: Der Todesmeister ist der Auftaktband einer neuen Thriller-Reihe, in der Oberregierungsrat Viktor von Puppe im Mittelpunkt steht.
Oberregierungsrat Viktor von Puppe wechselt vom Bundesinnenministerium zum LKA Berlin. Seine Gründe hierfür bleiben lange Zeit im Verborgenen, doch hat es etwas mit seiner Vergangenheit zu tun. Dort wird er dem Ermittlerteam um Hauptkommissar Kenji Tokugawa und Oberkommissarin Begüm Duran zugeteilt, die im Dezernat 11 für Delikte am Menschen zuständig sind. Prompt wird eine weibliche Leiche in der Spree aufgefunden, bei der es sich um die 17-jährige Katharina Racholdt handelt, Nichte des Justizsenators. Doch dies soll nicht die letzte Tote bleiben.
Mit Viktor von Puppe hat Thomas Elbel einen Protagonisten erdacht, dessen Vergangenheit sehr interessant ist: Sein Großvater war Handlanger des berüchtigten KZ-Arztes Josef Mengele und ist seit Jahren verschollen, sein Vater beging Selbstmord, und die Mutter erlitt daraufhin einen Nervenzusammenbruch und lebt seitdem in der geschlossenen Psychiatrie.
Bei seiner Versetzung trifft er auf Kenji "Ken" Tokugawa und seine Kollegin Begüm Duran. Die beiden sind sehr unkonventionelle Ermittler, ihr Umgangston untereinander macht Viktor anfangs etwas zu schaffen, und Begüm Duran macht aus ihrer Abneigung gegen ihn keinen Hehl. Mir haben die drei, wie sie untereinander agieren, richtig gut gefallen, da dies den Fall etwas auflockert und auch mal etwas anderes ist wie die sonst oftmals versteiften Ermittler.
Allerdings gab es auch ein paar Mankos aus meiner persönlichen Sicht: Der Täter war für mich leider viel zu schnell ausgemacht, da die agierenden Personen sehr übersichtlich bleiben und ich bei diesem Charakter gleich ein merkwürdiges Gefühl hatte, als er ins Spiel kam und das bewahrheitete sich dann auch am Ende.
Die Person der Gerichtsmedizinerin Stella Samson fand ich eher unpassend. Sie mag zwar eine Menge Kompetenz in ihrem Beruf haben, aber als Privatperson war mir diese liebestolle Frau dann doch etwas zu viel und zu überspitzt dargestellt, was natürlich reine Geschmackssache ist.
Ansonsten hat mir der Auftaktband um Viktor von Puppe gut gefallen und vor allem das Ende des Epilogs bietet nochmal eine dicke Überraschung, mit der ich keinesfalls gerechnet hätte und die guten Stoff für den nächsten Teil bereit hält.
Fazit: Thomas Elbel hat mit Der Todesmeister einen gelungenen Auftakt um Oberregierungsrat Viktor von Puppe geschrieben, der vor allem nach dem Epilog Lust auf mehr macht. Der Fall war interessant, allerdings war für mich der Täter sehr früh schon klar, was sich am Ende bewahrheitete. Trotzdem hoffe ich, dass man bald mehr von Viktor und seinen Kollegen lesen wird.
Cover: Hm, das Cover passt meiner Meinung nach nicht so wirklich. Es würde eher passen, wenn die Leichen schon länger wo liegen würden und man sie dann finden würde und es vor Fliegen nur so wimmeln würde, aber das ist ja nicht der Fall… Die Schrift und die Anordnung gefallen mir aber gut. Meine Meinung: Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen! Ich fand Viktor sehr sympathisch und mochte auch Ken, seinen Partner sehr. Nur Begüm blieb mir ein wenig zu sehr im Hintergrund bis auf den Schluss. Ich hätte gerne mehr von ihr erfahren. So wirkt sie auf mich vor allem abweisend und mit einer schlechten Laune behaftet und kriegt ständig alles in den falschen Hals. Das ist ein wenig schade. Insgesamt freu ich mich aber auf mehr Ermittlungen mit diesem Team! Das Thema ist sicher nichts für Thrillerneulinge, weil der Mörder doch ziemlich brutal vorgeht und auch Manches (mir ein wenig zu sehr) detailgetreu beschrieben war. Aber das ist eben mein Geschmack, andere mögen es vermutlich so. Nur sollte man eben Neulinge in diesen Bereich evtl vorwarnen. Auf den Mörder bin ich ehrlich gesagt so gar nicht gekommen; ich hatte keine Idee, wer es sein könnte. Dh man ist am Ende evtl ein wenig überrascht, gut gemacht! Gut gefallen hat mir, dass das Ermittlerteam auch vorangekommen ist und sie nicht oft wie so Deppen in der Gegend rumgerannt sind (wie in manchen anderen Thrillern) und man denkt „wieso seht ihr das nicht!?“ Danke dafür! Wie man schnell bemerkt, sind nicht alle an d er Aufklärung des Falles interessiert und ein Handeln entgegen der Vorschriften kann Konsequenzen haben. Ich hab mich gefreut, dass die Ermittler hier keine Superhelden sind, die einfach treiben können, was sie wollen. Die meisten (rechts-)medizinischen Beschreibungen waren korrekt; das hat mich überrascht und mir sehr gut gefallen! Insgesamt wird alles logisch aufgeklärt. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit aufrechterhalten und ich habe das Buch an einem Abend verschlungen. Das spricht eindeutig für den Thriller. Ein paar Handlungen waren für mich nicht ganz nachvollziehbar und ein paar Szenen ein wenig zu viel des Guten, daher gibt es ein bisschen Abzug am Ende. Fazit: Ein solider Thriller mit einem starken Ermittlerteam, viel Spannung, aber nichts für Thrillerneulinge. 4 von 5 Sternen.
Rezension von Melanie zu Der Todesmeister: Thriller (Viktor Puppe, Band 1) von @Thomas Elbe
5 von 5 🌟 Was ein toller Auftakt zu einer neuen Thrillerreihe um den frisch beim LKA arbeitenden Victor von Puppe
Inhalt Er fängt sie. Er filmt sie. Er foltert sie. Er ist der Meister des Todes. An der Oberbaumbrücke wird die Leiche eines jungen Mädchens angespült. Der Körper weist grausame Folter- und Missbrauchsspuren auf. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators, und sie scheint nicht das einzige Opfer zu sein: Im Internet tauchen Videos auf, in denen junge Frauen auf perverse Weise zu Tode gequält werden. Viktor von Puppe, frisch aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt, und seine Kollegen stehen unter Druck, doch in höheren Kreisen scheint nicht jeder an einer Aufklärung interessiert zu sein …
Meinung Mein erstes Buch von Thomas Elbel und ich muss sagen, das der Autor entwirft beeindruckend eine dunkle und packende Serienkiller - Geschichte vor dem düsteren Hintergrund von Berlin ( mein Geburtsort ). Das Cover wirkt gegenüber dem Klappentext eher harmlos, der Titel ist leicht erhaben und die große abgebildete Fliege sehr detailliert.
Das ganze spielt in Berlin und beginnt auch gleich dramatisch, man ist gleich dabei, wie eine Frau misshandelt wird und glaubt fliehen zu können. Vermisst wird Katharina, die Nichte des Berliner Justizsenators, ihre Leiche wird tot und mit zahlreichen Folterwunden in der Spree entdeckt.
Viktor von Puppe hat sich erst vor kurzem vom Innenministerium ins LKA versetzten lassen aus privaten Gründen er kommt zu den Untersuchungen als Dritter. Das Team wird geleitet von Kenji Tokugawa und Begüm Duran die gerade im Fall Katharina ermitteln und dabeu noch ziemluch am Anfang stecken, aber wie immer, wenn es sich bei dem Opfer um jemand von Rang und Namen handelt ist die furchtbare Presse wesentlich interessierter und hält sich auch mit Spekulationen nicht zurück. Alle wollen schnelle Fortschritte, so wird der öffentliche Druck auf die Ermittler immer größer.
Der Schreibstil ist klar, direkt, locker geschrieben und geizt nicht mit ausgeklügelten Dialogen, meist sehr direkte und schonungslose Details.
Nach dem ersten Prolog lernt man die Figuren erst einmal detailliert kennen, der Autor hat es geschafft mit Ken und Viktor charismatische, aber ganz unterschiedliche Charaktere, sich aber zusammen extrem gut ergänzen. Finde beide auf ihre Art mehr als sympathisch!
Ken, ein bereits äußerlich eine sehr auffällige Figur mit seinem eigenwilligen Klamotten-Stil, hinzu kommt seine große Klappe 😂. Gerade bei dieser Pressemeute oftmals notwendig.
Viktor ist das totale Gegenteil gerade am Anfang sehr zurückhaltend und mit einem Stock im Hintern; taut aber mit der Zeit immer mehr auf.
Beide haben schon so einiges in ihrem Leben durchgemacht. Sind aber ein klasse Team.
Begüm die Frau im Team, am Anfang sehr sympathisch wirkt mit der Zeit immer wieder schlecht gelaunt, hat aber ein großes ❤ und ergänzt damit die Herren des LKA.
Auch weitere Protas sind liebevoll und detailliert beschrieben, wie die Gerichtsmedizinerin Stella Samson und die schillernde Futanari. Dann gibt es noch eine Person, die nur der Passagier genannt wird, weil er in der Berliner U-Bahn lebt. Sehr skurril. Im Gedächtnis bleibt auch der Herr vom Gebäudefachdienst kurz Pförtner.
Aber besonders gefallen hat mir, das es keine Bürokraten sind, sondern auch ab und an das Gesetz ausgiebig biegen.
Was auch an sich kein Problem geben würde, wenn ihnen nicht immer von oben Steine in den Weg geworfen werden.
Die Geschichte bleibt bis zum Schluss sehr spannend und fesselnd. Auch lernt man Viktor von Puppe immer mehr kennen.
Das Buch ist schonungslos, und wartet auch mit brutalen Details auf, die nix für Zartbesaitete sind. Aber dieses Buch lebt davon und auch die Protagonisten provitieren bei ihrer Charakterbildung davon.
Resumè Eine echt positive Überraschung : Spannung bis zum Schluss. Klasse Figuren. Meine Stadt. Geniale Kombination, wann kommt die Fortsetzung!
Viktor Puppe wird vom Innenministerium zum Berliner LKA versetzt. Mit seinen neuen Kollegen Begüm Duran und Kenji Tokugawa wird er direkt zu einem heiklen Fall gerufen: Die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mädchens wird an der Oberbaumbrücke angespült. Als wenn dies nicht schon schlimm genug ist, stellt sich schnell heraus, dass es sich bei der Toten um die Nichte des Justizsenators handelt. Viktor, Begüm und Ken werden in einen Strudel aus Gewalt, Sex und Intrigen gezogen. Können sie den Täter schnappen?
"Der Todesmeister" ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe um Viktor Puppe und hat mir gut gefallen. Thomas Elbel setzt in seinem ersten Thriller auf ungewöhnliche Charaktere und ein spannendes Setting. Lediglich der Schluss gerät schwächer.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man zum großen Teil dem Ermittler-Trio, welches sich nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit sich selbst auseinandersetzen muss. Denn Viktor als Musterknabe prallt auf Begüm und Ken,die beide die typische Berliner Freundlichkeit an den Tag legen und ihrem Neuling keine Schonfrist gönnen. In einigen Kapiteln kommt auch der Täter zu Wort. Und man lernt Jenny mit ihrem Bruder Lukas kennen, die sich beide auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Elternhaus befinden. Diese Mischung fand ich klasse.
Die Figuren sind sehr anders geraten, als man es gemeinhin in Thrillern vermutet. Thomas Elbel stellt dem intelligenten und glatten Viktor zwei Berliner Schnauzen an die Seite. Deren Ruppigkeit und vor allem auch Kens Proletentum machen nicht nur dem Neuling, sondern auch dem Leser teilweise zu schaffen. Tief ins Herz geschlossen habe ich keinen der drei. Aber das muss ich auch nicht. Denn Begüm, Ken und Viktor bieten sehr viel Potenzial für Spannung, Konflikte, aber auch Loyalität, so dass ich mich mit allen dreien recht wohlgefühlt habe. Wer allerdings auf glattgezogene und bodenständige Charaktere steht, wird mit dem Trio seine liebe Not haben.
Die Story ist von Beginn an spannend und unterhaltsam. Nach einer kurzen Eingewöhnung konnte ich nicht mehr die Finger von dem Thriller lassen. Thomas Elbel legt die Spuren in seiner Geschichte gut, aber für deinen geübten Leser des Genres doch sehr augenfällig. Das mindert aber nicht den Lesespaß.
Lediglich das Finale hat den Gesamteindruck eingetrübt. Denn hier greift der Autor auf die typischen Klischees wie leerer Handyakku, geheimnisvolle Hinweise an die Kollegen und einen hollywoodwürdigen Showdown zurück. Das fand ich echt schade. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.
Der Stil von Thomas Elbel ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, sehr detailgenau und sorgt dafür, dass man immer mehr will. Toll!
Fazit: Kein Meisterwerk, aber ein solider Auftakt. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
Endlich mal wieder ein Thriller der mit sehr gut gefallen hat. Spannende Story, tolle Charaktere. Da ist nix konstruiert. Innerhalb von nur 6 Tage, habe ich das Hörbuch mit mehr als 14 Stunden gehört. 5 Sterne voll verdient. Kann ich echt weiterempfehlen.
Plot: 4/5 Atmosphäre: 3/5 Charaktere: 2/5 Spannung: 3/5 Showdown: 3/5 --- Thomas Elbel ist Dichterjurist, der gelernter Jurist ist und sich später als Schriftsteller versuchte. Bei der Schriftstellerei versuchte er sich anfangs im Fantasy- und Science-Fiction-Genre, wo er durchaus erfolgreich war – später riet ihm sein Agent dazu, sich im Krimi-Genre zu probieren, was er mit „Der Todesmeister“ dann auch tat. Thomas Elbel hat übrigens weitläufig Verwandte mit Nachnamen Puppe. Georg Puppe hat im 19. Jahrhundert gelebt und war Mediziner - der Nachname seines Protagonisten kommt also nicht von ungefähr.
Viktor Puppe ließ sich, wie oben erwähnt ins LKA Berlin versetzen – vordergründig um dem Fall seiner vermissten Freundin nachzugehen, doch das soll möglichst keiner mitbekommen, weshalb er es im Geheimen versucht. Puppe hat nicht nur einen eigenwilligen Namen, sein Charakter ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig und wurde mir zu keiner Zeit sympathisch. Einerseits trauert er seiner Freundin nach, andererseits steigt er mit der nächstbesten Frau direkt an seinem ersten Tag im LKA ins Bett und ist dabei eigentlich an seiner anatolischen Kollegin Begüm Duran interessiert – er dürfte also einen sehr ausgeprägten Testosteronhaushalt haben. Bei seinem Bewerbungsgespräch legt er einen Sherlock-Holmes-Move hin, mit dem er seinen zukünftigen Chef überzeugt – Sherlock Holmes verschwindet danach aber wieder und kommt nie wieder.
Neben Begüm, die ihn von Anfang an abweisend behandelt, arbeitet Viktor mit Ken zusammen – Ken heißt eigentlich Kenji und hat japanische Wurzeln. Er dürfte einen ähnlich hohen Testosteronspiegel wie Viktor haben, nur dass er ihn im Gegensatz zu seinem neuen Kollegen offen auslebt und als Macho sondergleichen auftritt, dem gerne mal ein sexistische Spruch herausrutscht. Genau genommen waren mir aus der Multikulti-Truppe keiner sympathisch. Wer hingegen sympathisch ist, ist Jenny; sie ist das Opfer und avanciert im Verlauf der Geschichte immer mehr zum Hauptcharakter.
Die Geschichte ist durchaus spannend und flüssig zu lesen – Leerläufe gibt es kaum. Die Erzählstränge wechseln sich immer wieder ab; neben dem um Viktor Puppe gibt es noch den um Jenny, dem Täter und ein paar andere – dabei wird die Geschichte aber nie unübersichtlich, sondern verläuft ziemlich linear. Immer wieder streut Elbel unnützes Wissen ein, was zwar nicht uninteressant ist, aber teilweise fehlplatziert wirkt. Hier hatte ich teilweise das Gefühl, dass Elbel es unbedingt unterbringen wollte, um smart rüberzukommen. Was auffällt, sind die – selbst für ein Rezensionsexemplar – vielen Schreibfehler; zig das/dass-Fehler, Apostroph-Fehler, fehlende Wörter, überflüssige Wörter. Ich bin beileibe kein Deutschprofessor und habe selbst meine Defizite, aber ich hoffe, dass bei den käuflich erwerbbaren Exemplaren alle Fehler ausgebessert wurden, sonst kann das Lesen frustrierend werden.
Auf dem Buchrücken steht, dass das Buch für Fans von Sebastian Fitzek und Andreas Gruber sei – ersteres kann ich ausschließen, da Fitzek in der Regel weder Ermittlungskrimis, noch Serien schreibt. Andreas Gruber macht das zwar, seine Charaktere – allen voran Marten S. Sneijder mit seiner verschrobenen Art – sind aber überaus sympathisch. Man hat sie einfach gerne. Viktor Puppe ist hingegen nicht nur verdammt spießig, sondern auch mindestens genau so langweilig – seine Verbindung zu Josef Mengele ist noch das interessanteste, aber die wird nur kurz behandelt.
Das klingt alles relativ hart, aber die Figuren prägen in einem Buch die Geschichte; da kann der Plot noch so ausgetüftelt sein; wenn der Großteil des Ensembles entweder spießig, sexistisch, sexsüchtig oder nicht teamfähig ist - und jede dieser Eigenschaften wird durch mindestens eine Figur in „Der Todesmeister" repräsentiert -, dann macht es nur halb so viel Spaß, das Buch zu lesen.
Tl;dr: „Der Todesmeister“ von Thomas Elbel kann zwar eine gute Geschichte vorweisen, scheitert aber an seinen Charakteren, die zwar kantig, aber alles andere als sympathisch sind. Weiters glänzt Elbel mit unnützem Wissen, das aber zeitweise fehlplatziert und hineingequetscht wirkt.
Weil er seine verschwundene Freundin suchen möchte, lässt sich Victor Puppe ins Morddezernat versetzen. Zusammen mit seinen recht eigenwilligen Kollegen Kenji Tokugawa und Begüm Duran ist er auch schon mitten in seinem ersten Fall. Die Leiche der Nichte des Justizsenators wurde aus der Spree gezogen und weist etliche Foltermale auf. Die Kooperationsbereitschaft des Herrn Regierungsbeamten lässt seltsamerweise sehr zu wünschen übrig und gerade als sich eine heiße Spur findet, richtet der vermeintliche Täter sich selbst und alle Beamten werden von dem Fall abgezogen. Die Drei sind sich aber sicher, dass der Verdächtige nur ein Bauernopfer war und ermitteln auf eigene Faust. Die grausame Wahrheit ist in Wirklichkeit ein Geschäft mit Snuff-Videos im Darknet und Begüm, wird dabei selbst bald zur unfreiwilligen Darstellerin.
Ich kannte Thomas Elbel bisher nur als Fantasyautor, obwohl ich kein großer Fan des Genres bin, habe ich alle drei Bücher gelesen und war begeistert. Zunächst war ich überrascht, ihn im Krimiregal meiner Bibliothek zu finden, aber weil ich seinen Schreibstil sehr mag, habe ich es einfach auf das Experiment ankommen lassen. Ich finde „Todesmeister“ richtig gut. Die Figuren sind zwar recht eigenwillig beschrieben, aber das Buch hatte alles was der Leser landläufig von dieser Thematik erwartet. Taffe Ermittler, einen mordlustigen Psychopathen, eine schräge Rechtsmedizinerin und mehrere mitleidserregende Opfer. Herz, was willst du mehr? Mitunter waren es schon ein paar zu viele Zufälle oder unrealistische Begebenheiten, aber es ist ja auch kein Tatsachenbericht. Ich fand alle Figuren – bis auf den Mörder, versteht sich – sehr sympathisch, insbesondere Victor. Auch wenn er hin und wieder ein bisschen sehr naiv ist. Ein Blinder mit einem Krückstock hätte sehen können, wohin ihn das Date mit der Rechtsmedizinerin führt. Kenji ist mir ein bisschen zu schrill, aber ich glaube in der harten Schale steckt ein weicher Kern. Da ich nicht der versierte Krimileser bin, war ich schon überrascht von der Auflösung und damit hatte ich alles was ich zu meiner Unterhaltung brauchte. Außerdem habe ich noch etwas über Jugendsprache und japanische Geschichte gelernt, dass kann ich nicht von jedem Krimi/Thriller behaupten, den ich lese.
In wenigen Tagen erscheint der zweite Teil und ich bin schon in den Startlöchern mich noch einmal mit Victor auf Verbrecherjagd zu begeben.
Viktor Puppe (eigentlich von Puppe) bemüht sich um eine Abordnung an die Mordkommission. Sein neuer Chef ist misstrauisch, was will der Jurist bei den normalen Ermittlern. Allerdings herrscht Personalmangel und so weist er seinen neuen Mitarbeiter dem Team bestehend aus Kenji Tokugawa und Begüm Duran zu. Schon bald wird den dreien der Fall einer am Spreeufer angespülten Mädchenleiche übertragen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um die Nichte des Justizsenators handelt, was dem Fall einen besonderen Stellenwert gibt. Erstaunlich, dass die Verwandten die Ermittlungen eher behindern.
Ein neues Team findet sich zusammen. Kenji, der Sohn einer Einheimischen und eines japanischen Vaters; Begüm, die alleinerziehende Mutter, und Viktor, mit Wurzeln, von denen er nichts mehr wissen will. Nach einigen Wortgefechten verständigt man sich doch auf eine recht gute Zusammenarbeit, auch wenn es mit Andeutungen und Blicken manchmal hoch hergeht. Schnell ergeben sich Spuren, die auf einen bestimmten Täter hindeuten. Der Fall wird offiziell abgeschlossen, doch die Ermittler gehen heimlich einem unglaublichen Verdacht nach und bekommen Steine in den Weg gelegt. Wie dem begegnen? Aufhören oder Weitermachen? Weitermachen natürlich und so entwickelt sich quasi eine zweite Untersuchung hinter dem Rücken des Chefs.
Berlin, eine pulsierende Stadt, in der es eigentlich nichts gibt, das es nicht gibt. Doch auch in dieser lebendigen Metropole ist es nicht an der Tagesordnung, dass ein junges Mädchen grausam ermordet wird. Man nimmt dem Team den Feuereifer ab, mit dem es die Arbeit aufnimmt. Sie müssen sich erst zusammenraufen und das tun auf eine für den Leser unterhaltsame schlagfertige Weise, die alle gleichermaßen sympathisch werden lässt. Manchmal ermitteln sie einzeln, doch gemeinsam sind sie stark. Sie ergänzen sich in ihren Erfahrungen und Fähigkeiten. Und sie sind authentisch in ihre Umgebung hineingeschrieben. Man fühlt sich versucht, die Plätze und sei es auch nur im Internet aufzusuchen.
Ein lesenswerter erster Band um Viktor Puppe, dem mindestens noch ein zweiter folgen soll. Ein neues Team, das Serienpotential hat.
Zunächst war mir „der Todesmeister“ ein wenig zu viel des Guten, denn obwohl er mitten im Geschehen beginnt, wird all die Spannung mit doppelt und dreifach ausgeschmückten Details abgeflacht und der Reiz weiterzulesen war auf Sparflamme gestellt. Abgesehen davon und wenn man erst einmal drinnen ist, hat Thomas Elbel einen angenehmen Schreibstil, der auch gelegentliche Spuren von Humor enthält.
Um die Charaktere näher kennenlernen zu können, ist natürlich ein bisschen Hintergrundwissen nötig, welches gut mit in die Geschichte eingebaut wurde ohne den Fluss zu stören, dennoch kam für mich ein wenig der „Grand Guignol“ selbst zu kurz, auf dem der Thriller quasi basiert. Nichtsdestotrotz versprüht die Handlung, gerade gegen Ende, die pure Gewalt – vor allem psychisch aber auch ein wenig blutig brutal.
Die männlichen Hauptcharaktere Viktor und Ken sind mir durchaus sympathisch und sehr authentische, individuelle Persönlichkeiten, die Frauen Begüm und Stella wiederum wirken dagegen sehr Klischee behaftet und übertrieben. Die eine bemitleidet sich selbst am meisten und ist unsäglich distanziert, während die Andere alles an sich nimmt was nicht bei drei auf dem Baum ist und einschnappt, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es möchte. Manchmal ist weniger einfach mehr (ähnlich wie bei den Details ;)).
Abstriche würde ich noch beim Cover machen, dass mich weder durch die Optik, noch der gewählten Schrift- und Schreibart anspricht.
Alles in allem ist „der Todesmeister“ ein gelungener Thriller, der auch durch die überraschenden Wendungen, die die Neugier wecken und der zum Ende hin steigenden Spannung trumpfen kann. Und dank des Cliffhangers und der noch ungelösten Geschichtssträngen freue ich mich auf den nächsten Band.
Für mich ist es ein 4 von 5 Blutstropfen Thriller.
Das ist ein sehr unterhaltsamer und trotzdem spannender Thriller. Das liebe ich so an deutschen Romanen. Man kann die Personen zu richtigen Typen werden lassen,wie zum Beispiel den schrulligen Portier mit der extremen Berliner Mundart. Ken finde ich am allerbesten von allen,man muss es einfach lesen,kann gar nicht alles so hinschreiben wie ich es empfunden habe. Ich habe beim Lesen die Leute so richtig vor meinem inneren Auge gesehen. Den Anfang von Viktor fand ich etwas plump mit den kleinen Anspielungen,warum er sich versetzen ließ, ich denke niemand fällt darauf rein und denkt er wäre der Täter. Auf den tatsächlichen Täter kam ich wirklich in dem Moment,als es auch den Ermittlern gedämmert ist. Irgendwie schade,dass es Jenny doch nicht schafft, das war für mich unerwartet ,aber für die restlichen Personen ging alles sehr gut aus. Eins noch, ich habe mich bis zum allerletzten Satz gefragt, wer mit Viktor gesprochen hatte,als er die Pistole gesucht hat. Dachte schon an einen Fehler im Buch. Ich spoiler nicht jetzt,aber wer es gelesen hat,weiß was ich meine. Auch wenn ich es nicht verstehe. Ich wette,da war eine Idee für eine Fortsetzung im Kopf des Autors.
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In Berlin wird an einer Brücke die Leiche der jungendlichen Nichte des Justizsenators entdeckt und bei der Autopsie kommen nicht nur Folter- sondern auch Missbrauchsspuren zu Tage. Während der Ermittlungen häufen sich die Hinweise darauf, dass sie das Opfer eines Snuff-Porno-Rings geworden ist. Doch die Arbeit der Ermittler des Berliner Landeskriminalamtes wird durch höhere Kreise behindert und so sehen sich die Ermittler gezwungen sich auf eigene Faust auf die Suche der Täter zu machen.
Meine Meinung
Der Klappentext des Thrillers verspricht alles, was meiner Meinung nach einen guten Thriller ausmacht: ein spannender, brutaler Fall, ein "buntes" Ermittlerteam und mehr als ein Geheimnis, das es zu lüften gilt. Victor Puppe wechselt zu Beginn der Handlung vom Innenministerium zum Landeskriminalamt in Berlin und schnell wird klar, dass er das nicht nur tut, um Erfahrungen in der Ermittlungsarbeit zu sammeln. Leider war für mich zu offensichtlich, was seine wahren Beweggründe sind, aber damit konnte ich gut leben. Gemeinsam mit den Komissaren Kenji Tokugawa und Begüm Duran macht er sich nun also auf die Suche nach dem Mörder der Nichte des Justizsenators von Berlin und dabei sind die drei Ermittler so unterschiedlich, wie sie nur sein könnten. Leider war mir keiner der drei sonderlich sympathisch, was meiner Meinung nach die größte Schwäche dieses Thrillers ist. Besonders die Ermittlerin Begüm konnte bei mir nur ansatzweise Sympathiepunkte sammeln und das auch erst im letzten Drittel der Handlung. Diese Sympathiepunkte hat sie dann aber am Ende auch schon wieder zunichte gemacht mit ihrem Verhalten dem letzten lebenden Opfer gegenüber. Wie kann man sich einem jungen Mädchen, das einen Mord mitansehen musste und selbst Entführungfopfer ist, gegenüber so verhalten? Empathie gleich Null.
Ein Punkt, der mir an diesem Thriller sehr gut gefallen hat, war, dass es ernste Konsequenzen gab, als sich das Ermittlerteam nicht an die Anweisungen seines Vorgesetzen hält. Es wirkt in manchen Büchern manchmal unglaubwürdig, wenn ein Fehltritt keinerlei Folge nach sich zieht, doch das war hier zum Glück anders.
Was den Fall selbst angeht, waren manche Aspekte sehr schnell vorhersehbar, was vor allem die Rolle des Justizsenators betrifft. Doch wer der eigentliche Täter ist, blieb lange für mich im Unklaren, was ein weiterer Pluspunkt ist. Ich wäre so selbst nicht drauf gekommen, aber im Nachhinein war es nachvollziehbar und schlüssig und wirkte nicht an den Haaren herbeigezogen. Leider fehlte mir der Bezug der Handlung zum Titel. Von einem "Todesmeister" erwarte ich mir eine komplexere psychische Hintergrundgeschichte als die, die wir hier geliefert bekommen.
Der Schreibstil des Autors wirkt auf mich klar, strukturiert und flüssig. Es gab ein paar Sätze über die ich ein wenig gestolpert bin, weil Worte fehlten oder es einen Widerspruch zu einem vorhergehenden Satz gab, aber da es sich bei meinem Buch um eine unkorrigierte Fassung handelt, hat dies keinen Einfluss auf meine Bewertung. Allerdings gibt es einen Aspekt der mich gestört hat. Bei manchen Personen hat der Autor die wörtliche Rede in einem Berliner Dialekt geschrieben, was mich in meinem Lesefluss verlangsamt hat. Ich kann besser damit umgehen wenn einfach geschrieben wird "sagte er im breitesten Berliner Dialekt" als wenn die Wörter tatsächlich so geschrieben werden. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber ich habe damit Schwierigkeiten.
Insgesamt handelt es sich bei Der Todesmeister um einen soliden Debüt-Thriller, der von mir 3 von 5 Sterne bekommt.
Jeder trägt sein eigenes Geschichts-Päckchen. Bei der Auswahl der Charaktere wurde auf vielerlei Einflüsse geachtet. Z.B. Minderheiten ausreichend berücksichtigt.
Nicht so mein Buch, kaum Ermittlungsarbeit und irgendwie sehr viele Geschichten drum herum. Manche Figuren im Buch waren auch sehr unsympathisch. Ende recht überraschend.