Das Jahr fängt an »im januar« und damit auch dieser Gedichtband, der Tagebuch und lyrisches Handbuch zugleich ist. Und bald folgt das Bekenntnis: »du weißt ich wollt mehr als pullover borgen«. Um flüchtiges Glück und unser Sehnen, die Utopie unseres Begehrens geht es, um den Schrecken, wenn sich in der Küche jemand findet unter jammervollen Jackendecken. Statt eines Titels sind die Gedichte mit den Zahlen des jeweiligen Tages versehen und besitzen ebenso viele Zeilen. Zwei Gedichte pro Tag, eines mit der Tageszahl, eines mit der Monatszahl. Nicht für jeden Tag findet sich ein Eintrag, doch mit jedem neuen Datum wandeln sich die lyrischen Formen.
Judith Zander popostudierte Germanistik, Anglistik sowie mittlere und neuere Geschichte in Greifswald und ging anschließend an das Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Ihre Gedichte wurden bisher in Zeitschriften und Anthologien, u. a. Edit, Manuskripte, Wespennest, Ostragehege, Das Gedicht sowie Quellenkunde (Lyrikedition 2000, 2007), Lyrik von jetzt zwei (Berlin Verlag, 2008), Neubuch. Neue junge Lyrik (yedermann, 2008) veröffentlicht. 2008 erhielt sie ein Stipendium der Kulturstiftung Sachsen im Edith-Stein-Haus in Breslau und ebenso das Stipendium des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop. Judith Zander arbeitet auch als Übersetzerin amerikanischer Lyrik, z. B. für Sylvia Plath und Bob Hicok.
und wo kein ausweg ist da bleibt ein abweg und ein bleistift steht geschrieben nicht: protect me oh from what i want oh mund spuck aus Geh aus mein Herz bloß raus und mach die herzklappe von außen zu <3