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109 pages, Hardcover
First published January 1, 1945
Einmal möcht ich es noch sehen, jenes LandMascha Kaléko (gebürtig Golda Malka Aufen) wurde 1907 in eine jüdische Familie in Galizien hineingeboren. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 übersiedelte die Familie nach Deutschland, um dem Kriegsgeschehen zu entgehen. 1916 zog die Familie nach Marburg, schließlich 1918 nach Berlin in das Scheunenviertel der Spandauer Vorstadt. Mascha Engel begann 1925 eine Bürolehre im Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands. 1928 heiratete sie den knapp zehn Jahre älteren Hebräischlehrer Saul Aaron Kaléko. Zu dieser Zeit kam sie mit der künstlerischen Avantgarde Berlins in Kontakt, die sich im Romanischen Café in Charlottenburg traf. So lernte sie u. a. die Dichter Else Lasker-Schüler und Joachim Ringelnatz kennen.
Das in fremde Welten mich verbannt,
Durch die wohlbekannten Gassen gehen,
Vor den Trümmern meiner Jugend stehen –
Heimlich, ungebeten, unerkannt.
Mir ist zuweilen so, als obCharakteristisch für Mascha Kalékos Arbeit ist die Großstadtlyrik mit ironisch-zärtlichem melancholischem Ton. Ihre prominentesten Exilwerke erzählen von ihrer Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime und den damit verbundenen Gefühlen der politischen Vertreibung, ausgehend vom antisemitischen Gedankengut der NSDAP. Als einzige bekannte dichtende Frau der Neuen Sachlichkeit wurde sie häufig mit ihren männlichen Kollegen verglichen; so bezeichnete man sie als "weiblichen Ringelnatz" und "weiblichen Kästner". Und auch wenn ich die Parallelen zu diesen zwei Männern sehe, ist Kalékos Stil weitestgehend originell und sie ist bei Weitem kein Abklatsch!
Das Herz in mir zerbrach.
Ich habe manchmal Heimweh.
Ich weiß nur nicht, wonach...