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Bruno: Novelle

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Ein deutscher Schriftsteller kommt nach Leuk in der Schweiz. Bei seiner Ankunft erfährt er aus den Zeitungen, dass auch der Braunbär Bruno im Oberwallis aufgetaucht ist. Im Autor wächst die Obsession, diesem Bären begegnen zu müssen. Es beginnt eine absurde Suche mit verdeckten Ködern, verfehlten Spuren, existenziellen Wendepunkten und verrückten Begegnungen in einer grandios beschriebenen Alpenwelt. Bruno ist eine »Bärengeschichte«, vor allem aber ist es eine vielschichtige sprach- und bildmächtige Künstlernovelle, mit der Gerhard Falkner Ernest Hemingway und Adalbert Stifter seine Reverenz erweist.

95 pages, Kindle Edition

First published May 26, 2008

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Profile Image for Berengaria.
1,053 reviews208 followers
December 23, 2020
"Deswegen renne ich hier durch den Wald und suche einen Bären, weil es sein könnte, dass hinter ihm etwas verbirgt, was mir Auskunft gibt über mich" sagt eigentlich alles über die Handlung dieser experimentellen Novelle.

Bruno, der Problembär von 2006, wird als Retter in der Not für einen leicht bekloppten Autor auf Selbstfindungstrip in der Schweiz empfunden. Er muss Bruno begegnen, mit ihm reden, um zu sich selbst (auch irgendwie ein Bär in Menschengestalt) zurück zu finden.

Teils lyrisch, teils absurd, teils Slapstick, teils...hä?, diese Novelle dient mit allem, und vor allem mit verschachtelten Bandwormsätzen wie: "Es war ein gutes Zeichen, dass ich spürte, dass Anatol mich mochte, und ich wusste auch, wen er mochte, wenn er mich mochte, jedoch fühlte ich deutlich, dass der, den er mochte und den auch ich mochte, nicht unbedingt der war, der ihm in meiner Person gerade gegenüberstand und der gerade diese Überlegungen anstellte." (harmloser Beispiel, es gibt weitaus schlimmere)

Keine einfache Unterhaltung, aber auch nicht sooooo außer Rand und Band, dass es unlesbar wird. 3.5 Sterne.
Profile Image for Babette Ernst.
355 reviews84 followers
December 27, 2019
Ein schmales Büchlein über einen Bären, der vor über 10 Jahren erschossen wurde - meine Erwartungen waren nicht allzu hoch. Aber ich las ein sprachliches Feuerwerk mit einer ungeheuren Dichte. In jedem Satz gelingt es dem Autor, mit präzisen Beschreibungen und ungewöhnlichen Vergleichen Situationen zu beschreiben, die sofort vor Augen stehen. Der Ich-Erzähler ist im Wallis auf der Suche nach sich selbst. Er, der früher mal mit einem Bären verglichen wurde, steigert sich in den Wunsch, dem kürzlich gesichteten Bruno zu begegnen und empfindet dessen Tod als Scheitern seines Vorhabens. Es ist eine Suche nach dem Platz im Leben, Platz, der dem Bären in den Alpen nicht zugestanden wird und den der Erzähler nicht finden kann. Dabei gibt es immer wieder Bezüge zu Hemingways "Der Alte Mann und das Meer". Neben der Ich-Suche bildet das Bedauern über unsere Entfremdung von der Natur und Kritik am Lebensstil in der Schweiz gleichwertige Themen, die mit einer gehörigen Portion Humor gewürzt sind.
Eine empfehlenswerte Novelle, der man vermutlich auch beim zweiten Lesen noch viel Neues entnehmen kann.
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