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Die Königin des Himmelreichs

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Ein Frauenschicksal zwischen Orient und Okzident: das bewegte Leben der schönen Königin Melisende inmitten von Liebe, Leidenschaft, Kampf und Verrat.

Jerusalem, zwölftes Jahrhundert: In der heiligen Stadt herrscht König Balduin II. über die Kreuzfahrerstaaten, ein gefährlicher Balanceakt zwischen verschiedenen Religionen und Bevölkerungsgruppen. Als er seine kluge Tochter Melisende zu seiner Nachfolgerin bestimmt, müssen seine Barone unwillig der jungen Königin die Treue schwören – einer Frau mit einem Geheimnis: Ihre Liebe gehört dem muslimischen Assassinen Rashid. Wie ein schützender Schatten ist der geschulte Kämpfer immer an der Seite der schönen Christin. Jedoch kann auch er nicht verhindern, dass Melisende einen anderen Mann heiratet und dieser gegen sie intrigiert. Als nach Jahren bewegter Regentschaft ausgerechnet Melisendes Sohn sie vom Thron stoßen will, schlägt Rashids und Melisendes gemeinsame Stunde …

414 pages, Paperback

Published January 9, 2018

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Moni2506.
394 reviews
January 20, 2018
Cecile Barton entführt uns in „Die Königin des Himmelreichs“ ins Jerusalem des 12. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte von Königin Melisende von Jerusalem. Erschienen ist der Roman bei Amazon Publishing im Januar 2018.

Jerusalem, 12. Jahrhunderts: König Balduin II. herrscht über Jerusalem und die Kreuzfahrerstaaten. Ein schwieriges Unterfangen, da an diesem Ort alle großen Weltreligionen und verschiedene Menschengruppen aufeinandertreffen. Seiner Tochter Melisende bringt er alles bei, was sie an Wissen zum Regieren benötigt, doch nicht alle seine Barone sind mit der Entscheidung zufrieden und wollen keine Frau auf dem Thron Jerusalems akzeptieren, allen voran der Ehemann den Melisende später heiraten wird. Als König Balduin II sich immer mehr zurückzieht und das Regieren seiner Tochter überlässt, kommt es zu Intrigen und Spannungen, die es zu meistern gilt. Immer an ihrer Seite in diesem Kampf ist der Assasine Rashid.

Mit diesem historischem Roman habe ich mal einen nicht so typischen Ort besucht: Jerusalem, das im 12. Jahrhundert von Christen regiert wurde. Es war eine Reise in eine andere Welt und an einen Ort, in dem die drei monotheistischen Religionen (Christentum, Judentum, Islam) aufeinandertreffen.
Der Fokus liegt zwar definitiv auf dem Leben von Melisende von Jerusalem, aber auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam wurden beleuchtet. Man erfährt ein bisschen etwas über Bräuche und Gepflogenheiten und auch Konflikte innerhalb des Islams werden nicht außer acht gelassen. Natürlich wird auch dem Konflikt zwischen Christen und Muslimen ein Platz eingeräumt, denn mit Fulko von Anjou kommt ein König an die Macht, der keine Ungläubigen in seinem Reich dulden möchte.
Mit Melisende als Ehefrau hat er aber eine mächtige und kluge Gegnerin gefunden. Diese wurde schon von Kindheit an von ihrem Vater zu einer zukünftigen Herrscherin ausgebildet und sieht zudem Jerusalem und die übrigen Kreuzfahrerstaaten als ihre Heimat an. Sie hat die verschiedenen Kulturen kennen gelernt und weiß dieses Wissen für sich zu nutzen.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: 1152, am Ende ihrer Macht und im Konflikt mit ihrem Sohn, und die andere Zeitebene erzählt ihre Kindheit sowie ihre Regierungszeit als Königin. Die meisten Kapitel, die 1152 spielen, sind aus ihrer Sicht geschrieben und geben so noch einen tieferen Einblick in ihre Persönlichkeit. In allen anderen Kapitel bewegen wir uns an der Seite von Melisende, Fulko oder dem Assasinen Rashid. Diese Kapitel sind allerdings nicht in der Ich-Form geschrieben.
Der Schreibstil hat mir den gesamten Roman über gut gefallen und ich konnte mir alles gut vorstellen, allerdings ist der totale Funke zur Begeisterung nicht übergesprungen. Ich fand die Geschichte interessant und habe die Ereignisse gerne verfolgt, auch wenn es mir teilweise fast ein wenig zu viel Intrigen und Politik war.
Die Assassinen nehmen in diesem Roman auch eine größere Rolle ein. Da über sie nicht wirklich viel bekannt ist, muss man diesen Teil eher als fiktiv ansehen, es gab aber tatsächlich zur Zeit Balduins und Melisendes Verbindungen zu dieser Gruppierung. Insgesamt ist mir das Nachwort in diesem Roman für meinen Geschmack deutlich zu kurz ausgefallen. Ich hätte gerne noch mehr zu den Quellen gewusst oder welche Teile der Geschichte nun erfunden sind und welche nicht. Es gibt lediglich ein Beispiel für die dramaturgische und künstlerische Freiheit, die sich die Autorin genommen hat.
Abgerundet wird der Roman durch Kartenmaterial am Anfang des Buches und einem Glossar am Ende des Buches. Ein Personenverzeichnis fehlt leider. Von meinem Gefühl her sind die meisten Personen in diesem Buch allerdings historisch belegt.

Fazit: Ein unterhaltsamer historischer Roman, der von der Thematik her interessant war, mich aber nicht komplett überzeugen konnte. Eine Leseempfehlung geht an alle, die sich für die Geschichte der Kreuzfahrer und Jerusalems interessieren, auch wenn ich diesen Roman aufgrund des kurzen Nachwortes nicht ganz so gut einschätzen kann.

Es sind für mich 3,5 Sterne, die allerdings näher an der 3 als an der 4 sind.
Profile Image for Avila.
141 reviews6 followers
January 22, 2018
Kurz vorab: Man merkt, dass das Buch vorwiegend als E-Book publiziert werden soll. Ich habe die Printausgabe gelesen und es fällt zwar beim Lesen nicht auseinander, aber es ist recht schwer und steif im Umgang und nicht so einfach in der Handhabung, wie man das von Taschenbüchern im Allgemeinen gewöhnt ist. Deswegen mein Tipp: Lest es lieber als E-Book. Ich werde zukünftig bei dem amazon-Verlag "Tinte und Feder" auch darauf achten. ;)

Der Plot der Geschichte ist spannend - ein Land, in dem drei verschiedene Religion mehr oder weniger im Frieden nebeneinander und miteinander leben und das im 12. Jahrhundert sogar von einer Frau regiert wird. Dann die eher nebensächliche Liebesgeschichte mit dem Assassinen Rashid und die spannenden Einblicke in das Leben der Assassinen, toll! Das spannende Thema ließ mich das Buch auch interessiert zu Ende lesen, doch es hat sich in keinem Moment ein Lesesog eingestellt. Dafür waren die Figuren zu schwach gezeichnet und ich hatte eher das Gefühl einen Tatsachenbericht als einen Roman zu lesen. Wir bekommen wenig von den Protagonisten mit - auch die Liebesgeschichte in dem Roman verdient diesen Namen nicht. Beschreibungen von Szenen und von Gefühlen sucht man in diesem Roman leider vergeblich.

Im Allgemeinen ist der Schreibstil schlicht. Hauptsatz und ein Nebensatz oder eine Aneinanderreihung von Hauptsätzen, viel mehr findet sich da nicht. Besonders auffällig ist das in den ersten Kapiteln eines Teiles, wenn die Geschichte von Melisende in der Ich-Form erzählt wird. Es bedarf schon ein wenig Schreibgeschick, um nicht einfältig die Ich-Form zu verwenden. Gott sei Dank, sind die Ich-Kapitel nicht häufig, so dass man die immer schnell hinter sich bringt. Die Kapitellänge sind eh recht kurz gehalten. Sie schwanken zwischen zwei und zehn Seiten. So ist man gerade in einer Szene angekommen und schon muss man sich wieder verabschieden.

Also aus dieser Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, hätte man auf jeden Fall mehr herausholen können. Dennoch wird hier die Geschichte einer starken Frau erzählt, die sich in einer Männer dominierten Welt durchzusetzen weiß, so dass der Inhalt immerhin noch überzeugen konnte.
1,201 reviews3 followers
April 15, 2018
2,5 Sterne

Ich bin eigentlich ein großer Fan von historischen Romanen aber dieser konnte mich einfach nicht fesseln. Die Zeitraffer und -sprünge haben mich immer wieder aus der Geschichte gerissen.

Die Charaktere waren alle nicht sonderlich stark entwickelt und die Story überspringt viele interessant erscheinende Punkte der Geschichte.
Profile Image for Kathrin Schröder.
Author 11 books3 followers
September 4, 2018
Cecile Barton, Die Königin des Himmelreichs Erscheinungstermin 09.01.2018

gelesen im März 2018 als ebook (Kindle) dank Netgalley

Genre: Historischer Roman, Kreuzritter

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn obwohl es in einer sehr kriegerischen Zeit und Gegend spielt, setzt es stärker auf Personenentwicklungen und Hintergründe als auf taktische Auseinandersetzungen.

Melisende die Königin von Jerusalem ist eine starke und intelligente Frau, eine historische Figur, deren Hintergründe und Ursachen für die untypische Entwicklung einer Frauengestalt im 12. Jahrhundert deutlich erklärt. Eine Frau als Königin in Jerusalem, eine Christin, die die Einigung ihres Reiches und den Gewinn für ihre Untertanen höher setzt als kleinliche Streitereien um Glaubensgrundsätze. Eine Frau, die ehrlich Christin ist und gerade deshalb ehrlich und geradeheraus mit dem Glauben der Juden und Muslime umgehen kann, ist nicht nur damals, sondern auch heute noch eine ungewöhnliche Frauengestalt.

Ihre Erziehung, die Denkweise des Vaters und ihre Erfahrungen machen diese Entwicklung plausibel und ihre Geschichte mit den Assassinen, speziell einem besonderen Mann dieser sagenumwobenen Gruppe, würzt das Geschehen mit einem Hauch Romantik.

Liebesgeschichte, ebenso wie politische Heirat wirken nicht aufgesetzt, sondern verweben sich im Hintergrund zu weiteren Facetten ihrer Persönlichkeit.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, die in verschiedenen Kapiteln ablaufen. Es beginnt mit der Konstellation einer entscheidenden Schlacht zwischen Melisende, der Königin, und ihrem Sohn. Danach folgen Abschnitte der Vorgeschichte dazu, die sich chronologisch ab Melisendes achtem Lebensjahr entwickeln. Jeder Abschnitt des Buches beginnt mit einem Zwischentitel, dem passende Texte aus Koran und Bibel zugeordnet sind. Diese unterstreichen gut Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Denkweise beider großer Religionen.

Der Schreibstil hat bei mir ein wenig Zeit gebraucht, bis ich mich richtig fallengelassen habe, die Zeitangabe am jeweiligen Kapitelanfang habe ich recht schnell bewußt überlesen, weil ich immer wieder die entsprechenden Zeitstrukturen (frühe Melisande, späte Melisande) durcheinandergeworfen habe. Das war kein Problem, aus den Kapiteln erschloss sich alles schnell.

Als ebook-Leser betrachte ich das Cover erst jetzt aufmerksam, es ist stimmig aber eher langweilig. Wer sich mit den Themen auskennt, erkennt die "Skyline" des alten Jerusalem, den Assasinendolch und die grafische Anspielung auf Christentum (zwischen den Teilen des Autorinnennamens) und Islam (Schmuckdekor um den Titel). Das Krönchen statt der Ö-Punkte/Striche ist dann noch die letzte grafische Spielerei.

Die Liebesgeschichte war für mich perfekt dosiert, die Gefühle waren eindeutig, die Begegnungen stimmig, aber die Liebe wurde nicht über die anderen Aspekte des Buches künstlich in den Vordergrund geschoben.

Alle wichtigen Personen werden gut langsam entwickelt, Beweggründe und Leidenschaften entwickeln sich und die Autorin überlässt dem Leser das Urteil, was an einer Person gefällt oder abstößt.

Für Menschen, die sich für historische Romane begeistern, die logische Personenentwicklung ansprechender finden als aufgesetzte Liebesgeschichten, für Leser mit Interesse an der Kreuzfahrerzeit ohne diese zu parteiisch zu betrachten ist dies Buch uneingeschränkt empfehlenswert.
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