"Ich habe immer geglaubt, das Leben sei eine Einladung mit Tischkärtchen. Als müsste man sich, schon aus Gründen der Höflichkeit, auf den Stuhl setzen, der einem zugewiesen wird, auch wenn es am anderen Ende des Tischs viel lebhafter zugeht.
Ich möchte Ihnen sagen: Das ist ein Irrtum. Es ist eine Einladung mit freier Platzwahl." - Mariana Leky, "Die Herrenausstatterin"
Katja hatte alles - und jetzt hat sie nichts mehr. Die Welt verschwimmt ihr vor den Augen, denn ihr Mann ist aus ihren Leben entschwunden, erst langsam, dann so richtig und unwiderruflich. Sie fällt aus dem Alltag und droht, nicht mehr zurück zu finden. Bis auf einmal ein älterer Herr namens Dr. Blank auftaucht, der sich als Geist ihres Nachbarn entpuppt - und ein selbstbewusster, Karatefilmsüchtiger Feuerwehrmann, der Katja langsam aber sicher zurück ins Leben liebt.
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Nachdem mir "Was man von hier aus sehen kann" vor zwei Jahren so gut gefallen hat, habe ich innerliche Luftsprünge gemacht, als mir "Die Herrenausstatterin" zufällig günstig gebraucht über den Weg lief. Aber leider wollte es dieses mal so gar nicht funken zwischen mir und Mariana Leky.
Zu Beginn war ich noch sehr angetan von der Geschichte, die gewohnt skurril und herzig daherkam. Mit einer Protagonistin, die so lebensecht und doch so aus jeder Lebensrealität gefallen zu sein scheint - wie wir alle es manchmal sind. Doch nach und nach hat mich das Buch dann verloren, ich habe diese Wärme zwischen mir und den Protagonist*innen nicht aufrecht erhalten können. Vor allem mit dem Feuerwehrmann konnte ich gar nichts anfangen und manche Wendungen im Roman schienen mir dann doch etwas zu gewollt. Alles in allem hat sich die Story für mich dann sehr gezogen, sie hat mich gelangweilt - und wie Blank hat sich auch meine Begeisterung für die Geschichte immer weiter aufgelöst.
Ich denke, "Die Herrenausstatterin" kann die Leser*innen total mitreißen - aber nur, wenn man sich wirklich exakt in der richtigen Stimmung für das Buch befindet. Es ist definitiv kein Roman wie "Was man von hier aus sehen kann", mit dem man fast alle glücklich machen kann. Für mich war es jedenfalls nichts. Ihre anderen Bücher werde ich aber trotzdem lesen, wenn sie mir wieder zufällig über den Weg laufen...