"Manches, was man sieht, kann man nicht mehr ungesehen machen."
Zum Cover: Ich muss ja gestehen, dass mich das Cover erst auf die Leserunde, durch die ich glücklicherweise dieses Buch lesen durfte, und demnach überhaupt darauf aufmerksam wurde. Es ist sehr geheimnisvoll, auch wenn ich sagen muss, dass ich nicht weiß, was ich von der Art der Abschneidung des Gesichts der Frau halten soll. Ich meine, mir ist auch klar, dass die Person vielleicht nicht komplett drauf sein soll, aber Photographisch ist das wahrlich keine unbedingte Glanzleistung. Also schon, ja, es ist gut photographiert, doch das war nur eben mal mein ästetischer Gedanke daran. Ansonsten wirkt das Cover sehr düster, nicht im Sinne von "dunkel" oder "böse", sondern eher von "Vorsicht wahren".
Zum Inhalt: Über die Suche nach Glück, das oft viel näher liegt, als man denkt! ~ Maggie ist Auktionatorin und lebt mit ihrer Familie in London. Eines Tages stößt sie auf einen aufwändig gearbeiteten Kragen und ist wie elektrisiert: Wer hat diese Kostbarkeit gefertigt, und wie kam sie nach London?
Die Geschichte des Kragens beginnt in der Normandie 1891, wo Aimée ihn als Schmuck für ihr Hochzeitskleid anfertigt. Er gelangt dann in die Hände der Pariser Trapezartistin Lexi, von dort an die Tänzerin Zephyr in Shanghai, dann über Rom, zum Maler Christian Hunt und seiner Muse Isabella, und schließlich nach Istanbul zu Ulrika, einer ehamligen Krankenschwester und späterem Model. Schlussendlich gelangt es nach London, unter anderem zu Maggie.
Hinreißende Episoden, die das Lebensgefühl von Frauen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Metropolen beschreiben, wechseln ab mit der Geschichte Maggies, die in der heutigen Zeit (so um 2014) vor allem mit den Problemen einer berufstätigen Mutter kämpft.
Meine Meinung: Offen gestanden, muss ich den Schreibstil der Autorin in diesem Fall einmal total loben, denn dieser ist ein absoluter Genuss. Er ist flüssig lessbar und detailiert, aber dabei auch nicht zu überladen. Das überträgt sich demnach auch auf die Atmosphäre in London, Paris, Rom, Istanbul und Shanghai in den einzelnden Jahresabschnitten, wie im Inhalt erwähnt. Aber auch die Charaktere waren sehr athentisch dargestellt, wenn auch Micheal, ein sogenannter Kunde von Maggie, relativ flach wirkt. Da fand ich auch den Plot am Ende mit ihm etwas zu schnell abgehandelt. Ja, gut, vielleicht sollte es extra so sein, aber ich dachte, ehrlich gesagt, erst, dass ich ein paar Seiten überblättert hätte. Und er war letztlich auch nicht noch einmal vorgekommen, wie aus den Augen, aus dem Sinn.
Das war aber die einzige Ausnahme an Charakteren und da die anderen so zahlreich sind, versuche ich mal ein paar der wichtigsten aufzuzählen, die bei mir sehr dolle hängen geblieben sind: Maggie, Tim, Pearl, Stella, Kate, Lola, Jean, Spencer, Oskar, Aimeé, Lexi, Isabella, Francesca, Ulrika.
Und ja, Spencer ist mir gerade auch durch die Szene im Antiquitätenladen im Kopf geblieben, weil ich diese besonders schön beschrieben fand - da wäre man am liebsten gleich selbst am Schnökern gewesen, zumindest ging es mir irgendwie so. Eine unverwechselbare Stimmung, die genauso auf den Rest des Buches zutrifft, und das Ende hat mich echt nicht mehr losgelassen, weil ich innerlich so zufrieden war. Gut, dazu muss man sagen, dass es schon ziemlich "Happy-End"-haft ist, aber ich meine, eh das Buch mich irgendwie runtergezogen hätte, bin ich doch lieber glücklich. Und Bücher sollen schließlich gute Unterhaltung sein.
Fazit: Wieder einmal fast mehr schwärmende Töne als alles andere, aber dennoch bekommt "Aimeés geheimer Wunsch" von mir bloß sehr gut 4 Sterne. Wie gesagt, bei der einen Stelle mit Micheal hätte ich mir gerne noch etwas mehr Erklärung gewünscht - auch wenn ich ihn eigentlich nicht mochte -, aber mich hätte schon interessiert, was aus ihm geworden ist. Und dann hat mir generell auch noch so das Pünkchen auf dem I-Punkt gefehlt, damit ich diesem Buch die Höchstbewertung hätte geben können.