»Aber womöglich existiert dieser Teil in mir einfach nicht. Vielleicht bin ich Harper-ohne-diesen-Teil, einfach nur Harper, ein empfindungsarmes Tiefseewesen.«
Harper liebt das Tanzen, ihre Unabhängigkeit und daneben nur noch Molly, ihre eigensinnige Perserkatze. Reicht völlig aus, findet Harper, und beobachtet kopfschüttelnd, wie ihre beste Freundin Andra von einer Beziehungskatastrophe in die nächste stolpert. Bis Harper beim Tanzen plötzlich vor einer Herausforderung steht, die sich weder durch Kampfgeist noch mit Sarkasmus lösen lässt: Wie soll sie Gefühle auf der Bühne zeigen, die sie nicht spürt? Einen gäbe es vielleicht, der ihr helfen könnte. Doch vor ihm hält Harper ihr Herz erst recht unter Verschluss …
Ein moderner New Adult Roman um Tanz, Leidenschaft und verborgene Gefühle.
New Adult vom feinsten - mit einer starken Protagonistin, viel Gefühl und Humor. Eine Geschichte, die Bilder im Kopf schafft.
Man liest die ersten Seiten eine Buches und weiß, dass es gut wird: Kira Minttu hat ein Händchen für erste Sätze… und tolle Charaktere… und Humor… und Gefühle.
Ich habe selten so eine tolle Protagonistin wie Harper getroffen. Sie ist einfach „saucool“, selbstbewusst, geht ihren Weg und ist dabei so herrlich sarkastisch, dass ich sie sofort in mein Herz geschlossen habe und mich mehrfach köstlich amüsiert habe während des Lesens. Die anderen Charaktere, ihre beste Freundin Andra, Perserkatze Molly und ihre Arbeitskollegen in der Bar ergänzen sie übrigens perfekt.
Es ist so spannend, Harper zu begleiten. Sie trifft Männer, hat ihren Spaß und lässt sich nur so mäßig von ihnen begeistern. Ist Harper der Typ Mädchen, der sich durch Geld und Rosen beeindrucken lässt? Man weiß es natürlich nicht genau, ich kann nur sagen, dass die Geschichte sich von vielen anderen abhebt und sich in kein Schema pressen lässt.
Harper nimmt sich was sie will und lebt ihren Traum vom Tanzen. ABER So einfach ist es natürlich nicht, das wäre ja auch langweilig. Harper selbst merkt, dass ihr das gewisse Etwas fehlt und auch durch ständiges Üben schafft sie es nicht, darin besser zu werden. Sie hadert mit sich und ihren Traum – und da wechselt die lustig-leichte Geschichte zu verletzlich, gefühlvoll und aufwühlend. Ich habe mit Harper gelitten, wollte mich mit ihr betrinken und konnte sie so gut verstehen.
Viel mehr vom Inhalt werde ich hier nicht verraten, allerdings muss ich sagen, dass ich wahrscheinlich nie mehr Lieder von Pink hören kann, ohne die entsprechenden Tänzer vor Augen zu haben. Und auch leere Klorollen sehe ich seit kurzem mit anderen Augen. Wenn es ein Buch schafft, so nachhaltig zu beeinflussen - dann scheint es gut zu sein, oder?
Ich rede selten von den Covern – aber dieses ist übrigens absolut sensationell und so stimmig zum Buch, was mir erst während des Lesens klar wurde. Ich habe das Buch zwar auf dem Kindle gelesen, brauche es aber unbedingt noch „in Echt“ in meinem Regal um es anzuhimmeln.
Falls jemand bis jetzt noch nicht sicher ist, ob ich das Buch mochte (vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt): ICH LIEBE ES und ich will mehr davon!
Erneut fesselt Kira mit einer untypischen Protagonistin und einem Problem, das wohl viele kennen: Was will ich im Leben wirklich erreichen? Gefühlvoll, mitreißend und echt!
Meine Meinung: Ein Buch von Kira erscheint? Ein Buch von Kira erscheint! Klar also, dass ich es unbedingt lesen wollte! Ich meine – Hallo – es ist von Kira Minttu! Sie hat es bis jetzt bei jedem Buch geschafft, dass ich ein Gefühlschaos á la Pubertät erlebt habe. Zudem sind ihre Geschichten jedes Mal aufs Neue etwas ganz Besonderes! Und das ist auch bei Harper und ihrer Geschichte der Fall!
Die Handlung und die Charaktere Grundsätzlich geht es um Harper. Überraschung xP. Es geht um Harper und ihre Leidenschaft für das Tanzen. Es geht um Harper und was sie im Leben erreichen will. Es geht eben um ihre Zukunft und den Weg, der zu dieser führt. Es kommen Ängste darin vor, Schmerzen, aber auch Hoffnung und Glück. Es wird nichts verschönt, sondern ist einfach ehrlich. Authentisch. Aus dem Leben gegriffen!
Harper ist definitiv kein Mainstream-Protagonistin, denn sie ist wortgewandt, hält sich kein Blatt vor den Mund und definitiv nicht perfekt. Sie ist etwas Besonderes, denn obwohl sie sich selbst als gefühllos sieht, finde ich, dass sie sehr viel empfindet. Nicht jeder würde alles stehen und liegen lassen, nur weil die Freundin eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen hat wo sie sich nicht gut angehört hat. Also ich würde Harp gerne als Freundin haben, denn sie ist 100% ehrlich und das auch zu ihren Freunden. Sie sagt es, wenn sie es nicht gut heißt, was ihre Freunde treiben und ich finde das klasse! Keiner ist perfekt und macht Fehler, daher finde ich Harper einfach authentisch und perfekt gewählt als Protagonistin.
» „Und wie bin ich?“ „Du denkst manchmal nicht nach, bevor du etwas sagst.“ So ähnlich hat sie damals auch Tage später mein Verhalten auf Noahs Party entschuldigt. Sie meinte, ich denke manchmal nicht nach, bevor ich etwas tun würde. Das dann wohl die sensiblere Variante von Dir ist einfach alles scheißegal. « [Zitat; Seite 104/250 eBook]
Interessanterweise wusste ich lange nicht, wer nun der männliche Love-Interest von der lieben Harper sein wird. Der reiche Bennet? Der Agent Luce? Oder doch der Kollege Sandro? Diese Überraschung möchte ich niemanden nehmen, daher wird dieses Detail nicht verraten, aber alles, was mit den beiden zutun hat, hat mein Herz erwärmt. Harper entdeckt eine Seite an sich, die sie nie für möglich gehalten hätte. Sie lässt Trauer zu, Vertrauen und Liebe. Zudem wird es mit Harper nie langweilig, denn durch ihre häufigen Alkohol-Exzesse kommen – für den Leser – häufig super lustige Szenen zustande:
» Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm? Doch, ist es. Hinter dem Heulsmiley und dem weinenden Kätzchen zähle ich elf Regenwolken, elf! Wie lange habe ich auf dieses verfluchte Symbol gedrückt? « [Zitat; Seite 120/250 eBook]
Und ja, manchmal neigt sie dazu, zur Dramaqueen zu mutieren xP.
Neben Harper nimmt auch Andra, Harpers beste Freundin, einen wichtigen Platz im Buch ein. Andra will sich verlieben, will einen Freund und will glücklich sein. Andra und Harper sind verschieden, aber auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, ihre Freundschaft ist stärker.
Allgemein, finde ich alle Charaktere gut getroffen. Sie sind authentisch in ihren Tun und ihren Aussagen. Ich kann nicht jeden von ihnen leiden, aber ich bin von der Darstellung von ihnen Begeistert, immerhin mag man im Leben ja auch nicht jede Person, oder?
Die Schreibweise Flüssig, angenehm und super zum Abtauchen. Durch Harpers lockere Art fühlte ich mich rasend schnell im Buch wie zuhause. Begonnen und schon wollte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Harper ist nicht nur brutal ehrlich, sondern besitzt auch einen Humor, den nicht jeder versteht (was ich nur allzu gut kenne xP) und somit nicht jeder mag. Ihr Humor, der Sarkasmus und ihr häufig loses Mundwerk waren es auch, dass ich mich im Buch pudelwohl fühlte. Kira schafft es zudem, dass Emotionen zum Leser transportiert werden, sodass ich es fühlen konnte, als Harp am Boden zerstört war und nicht mehr weiter wusste. Man kann einfach nicht anders, als mitzufühlen.
Fazit: „Tanz, meine Seele“ ist ein Buch über eine untypische Protagonistin, die ich sofort ins Herz geschlossen habe! Harper ist vieles, aber sicher nicht Mainstream. Die Charaktere sind authentisch, die Schreibweise fesselt und transportiert Gefühle damit der Leser ebenfalls mitfiebern kann und die Handlung ist ehrlich und nicht verschönt. Ich bin begeistert! Mich hat Harper jedenfalls maßlos in ihren Bann gezogen und auch wenn ich tänzerisch nicht sehr begabt bin, hatte selbst ich bei den Tanzszenen – jedenfalls ungefähr – die beschriebenen Schritte im Kopf. Von mir bekommt Kiras neustes Werk ganz klar 5 von 5 Federn!
Dieses Buch ist alles andere als eine typische New Adult-Story, zumindest soweit ich das beurteilen kann. Es gibt keine unbescholtene Protagonistin, die zum ersten Mal hinaus in die Welt auf ein College zieht und dort den mysteriösen Bad Boy mit der tragischen Vergangenheit trifft und sich unsterblich in ihn verliebt - nichts läge dieser Geschichte ferner. Dieses Buch beweist, dass das Genre so viel mehr kann als die üblichen Klischees, und begeisterte mich mit einer Geschichte, die zwar nicht direkt unvorhersehbar ist, aber doch auf ihre Weise einzigartig. Zum Einen spielt die Story erst mal zu meiner Freude nicht in den USA, sondern in Frankfurt. Was im Übrigen eine Stadt ist, die mir da erste Mal als Setting begegnet, was ich ebenfalls als positiv wahrnahm.
Die Protagonistin Harper, bei der alle Mitmenschen erst mal durchgefallen sind, die ihren Namen nach der Vorstellung ungläubig wiederholen, studiert eigentlich auch eher halbherzig Sprachwissenschaft, ihre eigentliche Leidenschaft gilt dem Tanz. Ihre Tanzrichtungen sind dabei vor allem Modern, Contemporary und Street. An dieser Stelle möchte ich als Tänzerin einfach mal sagen, dass mir die Darstellung des Tanzes total gefallen hat. Die Leidenschaft kam rüber, das, was das Tanzen ausmacht, die Disziplin, die darein gesteckt werden muss ... alles. Somit spielt das Tanzen auch eine wesentliche Rolle in dem Buch, zumal es Harpers Traum ist, eine professionelle Ausbildung zu absolvieren - auch wenn ihre bisherigen Bewerbungen im Sand verlaufen sind. Auch das zeigt die Autorin: Dass man nicht immer Erfolg hat, dass man auch mal scheitert und dass man dann weiterkämpfen muss. Und Harper kämpft.
Harper ist generell eine Protagonistin, die mir unheimlich sympathisch war. Von der ersten Zeile an. Das liegt vor allem auch an dem Schreibstil, in dem sich ihr ausgeprägter Sarkasmus wiederspiegelt. Sie spart nicht an bissigen Kommentaren und ironischen Bemerkungen, und brachte mich damit immer wieder zum Grinsen, was das Lesen unheimlich unterhaltsam macht. Allein wegen dieses Stils lohnt es sich das Buch zu lesen - und der Rest ist genauso gut. Zudem hatte er die Angewohnheit, mich so in seinen Bann zu ziehen, dass ich die abgesteckten Leseabschnitte in der Leserunde regelmäßig überschritt, weil ich versehentlich wieder ein Kapitel zu weit gelesen hatte. Gleichzeitig greift Harper manchmal auch typische Buchklischees auf, die dann selbstironisch kommentiert werden, so macht sie sich gleich zu Beginn über diese typische Spiegelbild-Selbstbeschreibung-Szene lustig.
Harpers Sarkasmus kommt auch deshalb so gut rüber, weil sie alles andere als das unbedarfte, schüchterne, selbstzweifelnde Mauerblümchen ist. Stattdessen ist sie absolut selbstbewusst, selbstständig weiß, was sie kann, steht zu sich selbst und lässt sich nicht unterkriegen. Selbstsicher gibt sie anderen Kontra, was sich gerade dann auszeichnet, wenn ein gutaussehender Typ auftaucht und sie immer noch nachdenken und Paroli bieten kann, ohne sich jemals zu verstellen. Das war einfach unheimlich erfrischend und auch deswegen habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Das heißt jedoch nicht, dass sie keine Ecken und Kanten hätte. Sie ist manchmal ein wenig sehr direkt, was zu Differenzen mit ihrer besten Freundin führt, die blind vor Liebe zu ihrem Freund steht, der sie offensichtlich wie den letzten Dreck behandelt, was Harper schlichtweg nicht nachvollziehen kann. Sie selbst war noch nie wirklich verliebt und Sex ist für sie nur Spaß. Je mehr man sie kennenlernt, desto mehr taucht man auch in ihre Gefühle und Ängste ein und lernt ihre Schwächen kennen. Manchmal hätte ich sie ganz gerne einfach nur in den Arm genommen, da sie viele ihrer Gefühle selbst nicht zulässt.
Was ich auch mochte, war, dass zwar mehrere Männer in dem Buch eine Rolle spielen, aber es nie zu sowas wie einer Dreiecksgeschichte kommt, auch, weil deutlich wird, dass man Menschen auf verschiedenen Ebenen mögen kann und Harper eben auch weiß, was sie will und dazu steht. Und auch wenn dieser Bereich eher weniger überraschend für mich war, fand ich ihn doch auch authentisch und nachvollziehbar dargestellt, wobei auf unnötige Dramen verzichtet wird. Was nicht heißt, dass das Buch mich nicht trotzdem emotional mitzunehmen wusste. Auch das Thema Depressionen wird angeschnitten, dadurch, dass Harpers Mutter depressiv ist. Hierbei wird vor allem der Fokus darauf gelegt, was für eine Belastung das auch für Angehörige bedeutet, und ich fand, dass die Balance gut gehalten wurde.
Fazit: Ein tolles Buch mit einer für das Genre eher ungewöhnlichen, authentischen und mitreißenden Story, die auch dank der sehr sarkastischen und sehr selbstbewussten Protagonistin absolut unterhält und sich viel ums Tanzen dreht, dessen Leidenschaft nachempfindbar dargestellt wird!
Schon die ersten Sätze ließen auf eine humorvolle Geschichte schließen, und genau so war es dann auch. Harper war mir auf Anhieb sympathisch, ich konnte mich in vielen Aspekten gut mit ihr identifizieren und ihre Handlung somit gut nachvollziehen. Sie war sarkastisch, ehrlich, humorvoll, glücklicher Single und vor allem nicht auf den Mund gefallen. Sie kämpfte für ihre Ziele, konnte über sich selber lachen und verfiel zwischendurch in leichtes Chaos, was ich sehr authentisch fand.
Im Verlauf durchlebte sie natürlich einige Ereignisse und Herausforderungen, die Einfluss auf sie nahmen und dafür sorgten, dass sie ihre bisherigen Vorstellungen hinterfragen musste, worüber sie – ebenso wie ich – letztendlich sehr überrascht war. Besonders geschätzt habe ich ihre Ehrlichkeit sich selbst, aber auch den Menschen in ihrem Umfeld gegenüber. Die Beziehung zu ihrer Mutter wurde als sehr schwierig dargestellt, was primär an der Instabilität der Mutter lag. Ich mochte die Dialoge zwischen Harper und ihrer besten Freundin Andra, die mir zwischendurch durch ihre naive Art den letzten Nerv raubte. Luke war mir sehr sympathisch, auch wenn er zu Beginn nicht wirklich greifbar war und bezüglich seiner Vergangenheit unnahbar wirkte. Seinen Einfluss empfand ich wiederum als gekonnt integriert und logisch in den Handlungsverlauf eingebaut.
Die Emotionen wurden durch den angenehmen Schreibstil hervorragend transportiert. Es gab eine bestimmte Situation, die mich sehr traurig gemacht hat, sodass ich mit Harper mitfühlen konnte und nahezu genauso belastet war wie sie. Auch gab es sehr humorvolle Passagen und ebenso welche, die ein Knistern spüren ließen. Der Aspekt des Tanzes wurde gut in den Verlauf integriert, jedoch gab es diesbezüglich ein großes, wichtiges Event, dem schon recht früh eine immense Bedeutung zugeschrieben wurde, was dann letztendlich aber auf wenigen Seiten kurz und knapp abgehandelt wurde. Für mich persönlich passte die Relation dabei leider nicht ganz, ich hätte mir gewünscht, dass das detaillierter beschrieben wird. Schade war, dass bezogen auf das Tanzen nur wenige Choreografien dargestellt wurden. Generell gab es manche Handlungspunkte, die nur kurz angerissen wurden.
Der Abschluss der Geschichte war für mich insgesamt schlüssig, wenn auch ein wenig vorhersehbar, was in dem Genre meiner Meinung nach jedoch auch zu erwarten war. Ich fühlte mich super gut unterhalten und habe es genossen, Harper auf ihrer emotionalen Reise zu sich selbst zu begleiten, auf der sie Stück für Stück erkennen durfte, was es bedeutet, einer Leidenschaft nachzugehen und herauszufinden, was man vom Leben will. Neben der Entwicklung von Harper gefiel mir auch die von Luke richtig gut.
"Tanz, meine Seele" stellt eine humorvolle und emotionale Lektüre dar, die mich hervorragend unterhalten und in die Welt des Tanzes entführt hat. Eine angenehme New Adult Geschichte, die Themen wie Freundschaft, Familie und Lebensziele beinhaltet und aufzeigt, was es bedeutet, für eine Leidenschaft zu kämpfen.
Was möchte man in der Jugend mehr, als in die Gesellschaft zu passen? Endlich die Version von sich selbst zu finden, die endlich in diese so verquere Welt passen würde. Doch was, wenn man genau das Gegenteil tut? Wenn man eine Version von sich selbst findet, die nirgends hineinpasst und stattdessen das wahre Selbst ist?
Harper liebt das Tanzen und ist ganz anders, als all die Protagonistinnen, die man in anderen Jugendromanen gewöhnt ist. Sie liebt es, Männer um den Finger zu wickeln und wenn sie ihr nicht gefallen, müssen sie gehen. Nichts bedeutet Harper mehr, als das Tanzen im Freefall (und ihre kleine Katze Molly natürlich). Das klingt doch nicht nach einer Person, die man sich als Vorbild für die Tochter wünscht, die sich gerade in der Pubertät befindet und dieses Buch liest, oder? OH DOCH! Harper ist so herrlich echt, dass ich nicht nur immer wieder lachen musste, sondern ins Nachdenken gekommen bin. Ist es nicht toll, dass sie ist, wie sie ist? Nicht jede Frau ist dieses stille Mäuschen, das sich von Männern herumschubsen lässt. Ganz im Gegenteil!
Die Geschichte, die sich um die junge Harper spinnt ist herrlich. So herrlich voller Herausforderungen, Spannung und ganz viel Witz. Besonders Molly hat es mir angetan, da sie mich so an mein eigenes Wollknäuel erinnert und das im besten Sinne. ;-) Aber auch Sandro war für mich ein mehr als spannender Charakter (Psst! Am Ende des Buches wartet auf Euch eine ganz besondere Überraschung, die Ihr auf jeden Fall nutzen müsst, wenn Ihr den Roman lest).
Kira Minttus Schreibstil ist grandios und wie sie sich dem jugendlichen Schreibstil Harpers anpasst und gleichzeitig sehr niveauvoll bleibt (zumindest meist, ich sage nur Tanga ;-)) ist eine wahre Kunst.
"Der nächste Tag ist ein Mittwoch, und bisher habe ich Folgendes auf die Reihe bekommen: mir einen Kaffee gekocht." Was ich an Jugendbüchern immer wieder kritisieren muss, ist, dass sie Dinge verherrlichen, die nicht verherrlicht werden sollten und den jungen Erwachsenen vermitteln, etwas sein zu müssen, was sie nicht sind. "Tanz, meine Seele", welches ich innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden gelesen habe, lehrt genau das Gegenteil und genau dafür liebe ich es!
Nachdem mir "Keep on dreaming" von Kira Minttu sehr gefallen hat, habe ich mich darauf gefreut, ein weiteres Buch von ihr zu lesen, insbesondere da es von einer jungen Tänzerin handelt. Die zwanzigjährige Harper war mir auch gleich sympathisch. Sie ist frech, schlagfertig und vieles an ihrem Leben hat mich an meine eigene Zeit in diesem Alter erinnert. Leider breche ich das Buch jetzt nach 190 Seiten ab, weil es mich sehr nervt. Ich sehe keinerlei Entwicklung. Harper dreht sich im Kreis und das nicht nur beim Tanzen. Sie liebt angeblich das Tanzen, schwänzt aber ständig ihr Training. Das Tanzen selbst wird auch kaum beschrieben, es werden immer nur dieselben drei Elemente genannt: "stehender Spagat, Pirouette, zu Boden sinken". Sie ernährt sich anscheinend nur von Kaffee und Whiskey, pennt bis mittags ihren Rausch aus, geht mit einem Typen ins Bett, der ihr angeblich nichts bedeutet, aber wenn er ihr nicht zuhört und mit seinem Telefon beschäftigt ist, stört es sie doch. Ihre beste Freundin lässt sich immer wieder auf Männer ein, die sie respektlos behandeln, will davon aber nichts hören. Als sie es dann doch endlich kapiert, starten die beiden eine Racheaktion, die teilweise kriminell ist. Hier breche ich nun ab. Ja, dieser miese Typ und sein Kumpel sind Scheiße. Aber zu dem, was sie tun, gehört auch immer jemand, der das mit sich machen lässt. Und was sie getan haben, ist nicht kriminell, sondern "nur" respektlos und demütigend. Wäre die Situation umgekehrt und ein Mann würde sich so an einer Frau rächen, würde das auch niemand für gerechtfertigt halten.
Eine Protagonistin die nicht dem Heldinnenschema entspricht, sondern ihr eigenes entwirft. Harper hat Ecken und Kanten, trockenen Humor und eine gute Portion Ironie. Sie ist keine perfekte Prinzessin die erobert werden will, sondern eine junge Frau die ihren eigenen Weg geht und sich den Hürden stellt.
Eine Lovestory die keinen reichen Typen und unendlich viel Luxus braucht. Oder doch? Harpers Geschichte ist anders. Riss mich mit in die Welt einer Tänzerin, die nicht die einer Primaballerina ist.
Wer eine Romace Geschichte abseits der vorherrschenden Klischees Prototypen sucht ist bei Harper genau richtig.