Das Portrait eines streitbaren GeniesEr hat mit seinen Romanen „Das Boot“ und „Die Festung“ internationale Bestseller geschrieben. Er war ein talentierter Maler, ein gerissener Fälscher und ein Sammler mit sicherem Gespür für große Kunst. Er war mit den Größen aus Politik und Kultur auf Du und Du. Yves Buchheim erzählt erstmals die wahre Geschichte seines legendären Vaters, der im Februar 2018 hundert Jahre alt geworden wäre, und räumt auf mit den heldenhaften Mythen und Legenden, die sich um die schillernde Persönlichkeit ranken und an denen Buchheim selbst kräftig mitgestrickt hat. Buchheims Einsatz während des Zweiten Weltkriegs kommt dabei genauso zur Sprache wie seine Liebesgeschichte mit der französischen Untergrundkämpferin Geneviève Militon und der Aufbau seiner riesigen Sammlung expressionistischer Kunstwerke – dunkle Familiengeheimnisse, die hier zum ersten Mal ans Licht gebracht werden. Eine spannende, eine aufsehenerregende Biografie aus erster Hand.
Für den Autor war es sicher nicht leicht, diese Biografie zu schreiben. Er hat seinen Vater offensichtlich mehr gehasst als geliebt, weil das Wort Liebe im Hause Buchheim nicht existierte. Er bewunderte aber auch seinen Schaffensdrang und seine Vielseitigkeit. Ein sehr aufschlussreiches Buch, vor allem über Buchheims Sammlerleidenschaft und Kunstkenntnis, da man ihn ja sonst fast ausschließlich als Autor von Kriegsliteratur kennt.
Natürlich ist das Buch kein literarisches Meisterwerk, aber es bietet einen interessanten Einblick hinter die Kulissen des wahren Protagonisten der Bücher „Das Boot“ und „Die Festung“
Überrascht hat mich an dieser Biographie, dass Yves Buchheim, der sehr unter seinem Vater gelitten haben muss, häufig versucht objektiv auf das geschehene zu blicken und die möglichen Ursachen für die Konflikte herauszuarbeiten.
Wenn man sich für das Thema interessiert, eine Empfehlung.