Ein glücklich verheirateter Kommissar und eine bullige Lokalreporterin, die sich an seine Fersen heftet, sind das neue Dreamteam des Küstenkrimis!
Der reiche Bauer Tadeus de Vries wird ermordet aufgefunden. Und fast jeder könnte der Täter sein, denn der alte de Vries hat sein Leben lang die Menschen um sich herum gedemütigt und misshandelt. Kein einfacher Fall für Stephan Möllenkamp, den neuen Hauptkommissar der Kripo Leer. Doch er hat nicht nur seine patente Frau Maike an seiner Seite, sondern auch die resolute Lokalreporterin Gertrud Boekhoff ...
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„Deichfürst“ von Heike van Hoorn ist der erste Teil einer neuen Ostfriesland-Krimi-Serie. Hauptkommissar Stephan Möhlenkamp – gerade erst nach Leer versetzt worden – hat es in seinem ersten Einsatz mit dem Mord an einem reichen Bauern, Tadeus de Vries, zu tun. Er taucht tief ein in ostfriesische Sitten und Bräuche, lernt bei seinen Recherchen viele lokale Urgesteine kennen und erfährt nebenbei auch Einiges über die Genese des umstrittenen Emssperrwerks. Sein Team tut sich nicht leicht, dem Täter auf die Schliche zu kommen, denn Tadeus war gänzlich unbeliebt und so gibt es viele Verdächtige…. – und Möhlenkamp muss seine Rolle als Chef erst finden. Das Buch hat mir phasenweise gut gefallen. Besonders der Rückblick – parallel wird eine zweite Geschichte erzählt, die während des zweiten Weltkriegs spielt – öffnet den Blickwinkel. Auch die Auseinandersetzungen bezüglich des Emssperrwerks und die unterschiedlichen Positionen diesbezüglich fand ich interessant. Zu kurz kommt für mich allerdings die eigentliche Krimihandlung. Meiner Meinung nach gibt es zu viele Nebenschauplätze – als wollte die Autorin möglichst viel in ein Buch bringen. Zu nennen sind hier beispielsweise der Nachbar des Kommissars und die ausufernden Schilderungen über die einzelnen Mitglieder des Teams um Möhlenkamp. Das Buch war zwar in Ansätzen spannend, aber auch hier fehlt ein roter Faden. Besonders störend habe ich die Entscheidung der Autorin empfunden, plattdeutsche Passagen aufzunehmen und diese mit Hilfe von Fußnoten zu übersetzen. Dies hemmt den Lesefluss erheblich und wirkt für mich auch nicht so originell wie möglicherweise intendiert. Insofern bleibt van Hoorn hinter den Möglichkeiten, welche die Geschichte bietet. Der Klappentext suggeriert zudem eine echte Zusammenarbeit des Kommissars, seiner Frau und einer lokalen Reporterin, welche meiner Meinung nach wenig bis gar nicht stattfindet. Gerade die spannende Geschichte um das Emssperrwerk hätte viel mehr Potential gehabt, wenn sie noch differenzierter ausgearbeitet worden wäre.
Auf einer Baustelle wird die Leiche eines lokalen Grossbauers gefunden. Der neu an die Nordsee gezogene Kommissar Stephan Möllenkamp ermittelt in seinem ersten Fall tief in die Vergangenheit…
Die Geschichte wird in der dritten Person in der Vergangenheit erzählt, in erster Linie aus der Sicht des Protagonisten Stephan Möllenkamp. Aber auch andere kommen in kurzen Abschnitten zu Wort, unter anderem die Lokalreporterin Gertrud Boekhoff. Das im Klappentext angekündigte "Ermittlerteam" ist in meinen Augen jedoch keines, denn abgesehen von ein paar kurzen Gesprächen gehen die beiden getrennte Wege und ermitteln jeder für sich alleine. Wirklich ins Herz schliessen konnte ich hier niemanden. Die meisten Figuren blieben ziemlich blass, und wenn jemand nennenswerte Eigenschaften zeigte, dann waren es eher negative.
Die Handlung ist aus zwei Strängen zusammengesetzt. Einerseits dreht sich der Krimi natürlich um die aufgefundene Leiche und die Suche nach dem Täter, andererseits wird die Flucht zweier Kinder nach dem zweiten Weltkrieg aus Ostpreussen geschildert. Der zweite Handlungsstrang streckt sich über mehrere Jahrzehnte und deckt langsam das Motiv für die Tat auf. Etwas verwirrend fand ich dabei, dass er zweite Strang, der vor dem Hauptstrang spielt, im Gegensatz zu diesem im Präsens geschildert wird. Die grosse Spannung blieb leider aus, die Ermittlungen verliefen ziemlich planlos und wirklich interessant wurde es eigentlich nur in den Vergangenheitspassagen.
Der Schreibstil der Autorin Heike van Hoorn liess sich grundsätzlich flüssig lesen, allerdings geriet ich stellenweise durch die häufige Nutzung von plattdeutschen oder Dialektpassagen ins Stocken. Diese werden zwar am Ende des Textes übersetzt, aber immer hin und her zu zappen ist ja auch nicht so praktisch. Aufgefallen ist mir ausserdem, dass in diesem Krimi Frauen grundsätzlich mit Vor- und Nachnamen oder nur mit Vornamen genannt werden, Männer hingegen entweder mit beiden Namen oder nur mit Nachnamen. Ich bin eigentlich nicht jemand, der sofort "Sexismus" schreit, aber dieser Punkt ist mir doch negativ aufgefallen.
Der reiche Bauer Tadeus de Vries wird ermordet aufgefunden - jämmerlich erstickt in einem Holzsarg! Mögliche Täter gibt es einige, denn Tadeus hat sein Leben lang die Menschen um sich herum gedemütigt und schikaniert. Kein einfacher Fall für Stephan Möllenkamp, den neuen Hauptkommissar bei der Kripo Leer in Ostfriesland. Zum Glück stehen ihm seine patente Frau Maike und die resolute Lokalreporterin Gertrud Boekhoff bei den Ermittlungen tatkräftig zur Seite ...
Rezension
In die Geschichte und den Schreibstil habe ich sehr gut hineingefunden u.a., weil auch die Kapitel einen angemessenen Umfang haben. Durch die Verwendung des norddeutschen Dialektes an einigen Stellen wurde zusätzlich zu weiteren, für mich liebevoll ausgewählten DetailiInformationen, wie dem „Friesennerz“, nordisches Flair in die Story gebracht. Für mich alles in allem ein gut strukturiertes Buch, in dem die Autorin eine sehr gut gewählte Thematik mit aktuellen und historischen Erzählstrang verwoben hat, welche auf zwei Zeitebenen erzählt werden. Beide Erzählstränge haben großes Potenzial zur Lösung des Kriminalfalls beizutragen. Man wird sehr gut zwischen beiden Erzählzeiten durch die Datierung der Kapitel und den kursiven Drucksatz für die Kapitel, die die Vergangenheit betreffen, geleitet.
Motive liegen somit sehr viele auf dem Tisch, was mich doch an der ein oder anderen Stelle zum Nachdenken angeregt hat. Somit ist der Kriminalfall an sich geschlossen und interessant.
Die erzählten regionalen Charaktere sind, dank kleiner Details, realistisch skizziert worden. Im Gegensatz dazu bleiben die Hauptprotagonisten Kommissar Möllenkamp und die Journalistin Gertrude, ein wenig zu flach. Für mich ggf. auch der Tatsache geschuldet, dass uns mit „Deichfürst“ Band 1 einer Krimireihe vorliegt und die Autorin sich noch etwas Entwicklungspotenzial der beiden Protagonisten für die Fortsetzung der Krimireihe in der Rückhand behalten möchte. Das Team Möllenkamp und die Journalistin Gertrude steckten auch am Ende noch in den Kinderschuhen. Nach den ersten Drittel des Buches und dem Klappentext hatte ich hier etwas anderes bzw. mehr erwartet. Eine Bindung konnte ich zu keinen von beiden aufbauen. Am intensivsten wurde der Charakter des Opfers herausgearbeitet, ob dies ausreicht den Leser zum weiterlesen in Band 2 animieren, mag ich bezweifeln. Oft ist doch die Sympathie, manchmal auch Antipathie, die uns mit einem Kommissar oder Ermittlerteam verbindet das was uns einer Krimiserie treu bleiben lässt. Das Team um Kommissar Möllenkamp ist vielfältig besetzt, aber auch hier sind die Charaktere zu platt oder in dem ein oder anderen Fall schon wieder so klischeebehaftet, dass es einfach für mich „too much“ ist. Leider agiert das Team für mich zu wenig, die Ermittlungsarbeit bleibt sehr im Hintergrund der Geschichte.
Trotz der vielen, nachvollziehbaren, Motive ist es der Autorin leider nicht gelungen einen entsprechend hohen, über die gesamte Story gehenden, Spannungsbogen aufzubauen. Die Geschichte nimmt erst im letzten Drittel etwas an Fahrt auf. Die Knappheit dieses Statements mag wohl auch ein Indikator für den nicht besonders gut herausgearbeiteten Spannungsbogen sein. Vermisst habe ich einen wirklichen Pageturner, der mich mit dem Team um Möllenkamp und Gertrude mitfiebern ließe.
Gut gefallen hat mir aber das Ende: Der Fall ist gelöst, aber die Ermittlungsakte wird durch Möllenkamp noch nicht komplett geschlossen. Es bleibt ein kleiner Cliffhanger für die Fortsetzung der Krimireihe.
Fazit
Ich bin in Bezug auf den Krimi etwas unschlüssig, die Story ist wirklich gut und hat Potential. Für mich ist der Autorin der Spagat zwischen dem ersten Band einer Krimireihe mit der notwendigen Darstellung der Charaktere, des Teams, der Region u.a. und einem spannenden Kriminalfall leider nicht gelungen. Im Ergebnis blieben beide Aspekte leider auf der Strecke. Das Potential der Story wurde für mich nicht ausgeschöpft.
Wer einen spannenden, rasanten, durch Pageturner gezeichneten Krimi sucht, den er nicht weglegen kann bevor er die Lösung kennt, für den ist der „Deichfürst“ von Heike van Hoorn sicherlich nicht die erst Wahl. Sucht man aber einen unterhaltsamen, flüssig zu lesenden Krimi, dann kann man gern zugreifen.
Kurzfazit
„Besser spät als nie“ – Solider Krimi, dem es etwas an Raffinesse fehlt und sich ein wenig Spannung leider erst gegen Ende aufbaut.
Interessanter Ansatz Regionalkrimi mit historischem Bezug
Die Autorin: Heike van Hoorn, 1971 in Leer/ Emsland geboren, hat nach dem erfolgreichem Studium von Germanistik & Geschichte mit Erreichen des Dr.phil., erfolgreich promoviert.
Das Cover präsentiert uns, den typischen Blick auf einen zum Meer führenden, Dünenweg, Nur der Schatten einer Person lässt mich leicht "frösteln".
Zum Inhalt: Kommissar Möllenkamp ist ins Emsland gezogen. Seine Ehefrau Maike und er selber haben so einige, Anlaufschwierigkeiten in ihrer neuen Wahlheimat. Leider lässt ihm ein brutaler Mord, an einem bekannten Bewohner der Ortschaft, keine Zeit sich zu akklimatisieren. Schnellstmöglich, muss er sein Team übernehmen und auf gemeinsame Ermittlungen einschwören. Schon nach kurzer Zeit werden weitere, grausame Einzelheiten zu Opfer & Mord bekannt. Die Ermittlertruppe kämpft mit den Resultaten ihrer Ermittlungen und deren möglichen, politischen Konsequenzen. Überraschender Weise beginnt auch eine Regionalreporterin, mit höchst eigenen Ermittlungsversuchen. Diese Einmischung & die internen Teamproblem der Polizei, haben unerwartete Konsequenzen für die Bewohner und Justizbehörden,
Mein persönliches Leseerlebnis:
Erzählstil, Sprachgebrauch, Thematik, Spannung Die Erzählung beginnt sofort, mit der eigentlichen Geschichte. Die lokalen Besonderheiten zum Emsausbau, der Schiffwerft und den Auswirkungen auf die Menschen im Emsland, schildert die Autorin absolut lebensnah. Auch Leser, die sich nicht im politischen Umfeld dieser deutschen Region auskennen, werden mühelos Zugang zu der Erzählung bekommen. Die Story hat zwei zeitliche Erzählstränge. Einer spielt in den Jahren nach Kriegsende (1945+) sowie einer in der Gegenwart, die sich aber auf die 90iger Jahre bezieht. Die gesamte Geschichte im "heutigen" Zeitrahmen, wird immer wieder durch Einflechtungen, von friesischem Plattdeutschen Phrasen, regional verankert. Eine Legende der genutzten Plattdeutschen Phrasen, werden dem Leser im Anhang, zur Verfügung gestellt. Leider hemmt dieser regionale "Touch", den Lesefluss. Beide Zeitstränge verfügen wiederholt über Spannungsbögen. Diese werden leider nicht stringend fortgeführt. Dadurch verliert die Geschichte an Momentum. Die geschichtlichen Ereignisse können klar mit tatsächlich, erfolgten geschichtlichen Ereignissen, abgeglichen werden. Wobei die Erzählung aber insgesamt ein fiktives Geschehen wiedergibt. Das Ermittlungsende sowie der Plot der Geschichte, werden schlüssig zusammengeführt.
Zusammenfassung:
Eine kurzweilig erzählte Geschichte, die den Leser auffordert, über die stattgefundenen, geschichtlichen Geschehen im Nachkriegs-Deutschland, nachzudenken. Auch durchaus zeitgemäße, politische Aktionen rund um unseren Einsatz für den Naturschutz und Energiewende, haben hier ihren Platz gefunden.
Fazit: Eine Erzählung mit sehr großem Potential. Leider wurde bei der Konstruktion der Erzählung, durch eigenwillige Aktionen der Protagonisten, der Verlauf verwässert sowie viel an Momentum verschenkt.
Ich vergebe eine gute 3* Sterne Lesebewertung. Sicher ein Roman für Leser, die sich gern mit den geschichtlichen Besonderheiten unseres Landes auseinandersetzen und eine große Portion Regionalität in ihrem Kriminalroman zu schätzen wissen.
Ich danke dem Luebbe Verlag und der Lesejury für mein Leseexemplar. Meine Bewertung basiert ausschließlich auf meinem persönlichem Leseerlebnis.
November 1999. Möllenkamp heißt der neue Leiter der Mordkommission Leer/Ostfriesland, und eigentlich ist er nur in den hohen Norden gezogen wegen seiner Frau, die hier einen Job als Lehrerin bekommen hat und von hier stammt. Sein erster Fall zeigt ihm auch deutlich auf, dass er kein einheimischer Polizist ist: Der bekannte Unternehmer de Vries wird ermordet, und er weiß nichts über ihn. Nicht, dass er alle Menschen wie den letzten Dreck behandelt hat, dass er Frauen trotz seines fortgeschrittenen Alters von 84 Jahren als Freiwild betrachtete und auch nicht, dass er früher in der SS war, was hier alle versuchen zu vergessen oder totschweigen. Es gibt also gefühlte Millionen Täter und Motive, und nicht alle liegen in der Vergangenheit. Dass eine Reporterin noch verleumderische Artikel verfasst und seine Mitarbeiter machen, was sie wollen, erleichtert die Arbeit bestimmt nicht.
Was soll ich sagen? Mich konnte hier nichts überzeugen. Nicht die Charakterisierung der Protagonisten (außer der Ermordete - in seiner Boshaftigkeit war er makellos), weder Möllenkamp noch seiner Kollegen (die sich wie Kinder von einem Landrat mit Schlüsseln bewerfen lassen, ohne den Kerl für mindestens 24 Stunden hinter Gitter zu bringen!), nicht die Reporterin, die lieber einen Typen des Mordes bezichtigt, der gegen Ungerechtigkeit kämpft, nicht einmal die Ehefrau, die der Kommissar einfach mal so mit zu Verdächtigen schleppt und die sich mehr Gedanken um den Fall macht als die Polizisten. Jeder Durchbruch in der Ermittlung geschieht hier zufällig; auch erinnern sich Leute nach mehr als fünfzig bzw. dreißig Jahren noch an Ereignisse, die sie weitergeben können. Die Geschichte entwickelt sich langsam und langatmig und durch die Rückblicke in die Vergangenheit konnte sich auch keine Spannung aufbauen, denn als Leser war einem schnell klar, wer der Mörder ist. Im Übrigen gab es hier ein Mordslektorat - so viele Fehler, gerade was das sie/Sie in der wörtlichen Rede angeht -, habe ich ja selten gesehen. Das mache ich der Autorin nicht zum Vorwurf, aber hier besteht klar Handlungsbedarf für den Verlag. Keine Reihe, die ich weiterverfolgen werde.
*Inhalt* Endlich geht es weiter… auf der Baustelle des Emssperrwerks, doch dann wird eine Leiche gefunden. Es ist der reiche Bauer Tadeus de Vries, der ein großer Befürworter des Sperrwerks war. De Vries war kein netter Geselle, er hat sich in jedem Bereich Feinde gemacht. In einem zweiten Erzählstrang wird die Geschichte eines Geschwisterpaars erzählt, die während des zweiten Weltkriegs aus dem Osten geflüchtet ist. Ist vielleicht das Mordmotiv in der Vergangenheit zu suchen? Die Ermittlungen unter der Leitung von Hauptkommissar Stephan Möllenkamp laufen auf Hochtouren, Unterstützung bekommt er außerdem von der Lokalreporterin Gertrud Boekhoff.
*Meine Meinung* "Deichfürst" von Heike van Hoorn ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe rund um den Hauptkommissaren Stephan Möllenkamp aus Leer. Der Schreibstil ist flüssig und spannend. Die Rückblenden tragen außerdem zur Spannung bei. Das Schicksal der beiden Geschwister ist grausam und mir sehr nahegegangen. Zwischendurch lässt die Autorin auch ihren Humor durchkommen, ich musste immer mal wieder Schmunzeln.
Was mir hier richtig gut gefällt, dass der Kommissar glücklich verheiratet ist und kein Alkoholproblem oder andere psychische Probleme hat. Stephan ist mir gleich sympathisch, er ist ein völlig normaler Mann mit kleinen Problemen, sein Bauch zum Beispiel. :-) Gertrud finde auch richtig gut, sie kennt fast jeden und hilft Stephan auch mit den ganzen Gepflogenheiten in Ostfriesland. Ihre Alleingänge finde ich nicht immer so prickelnd, aber irgendwie passt es zu ihr. Das Team rund um Stephan ist leider keins, die ganzen Kabbeleien gingen mit zeitweise echt auf die Nerven. Ich würde mir wünsche, dass aus ihnen noch ein gutes Team wird.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Orts- und Datumsangabe, das ist sehr hilfreich. Die Landschaftsbeschreibungen sind anschaulich, ich habe alles genau vor Augen. Gut gefallen haben mir auch die Sätze auf plattdeutsch. Das macht den Ostfriesen-Krimi noch authentischer. Und wer es nicht versteht, für den gibt es Fußnoten.
*Fazit* Ein gelungenes Debüt mit etwas Luft nach oben, von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne.
Dies ist kein Mord im Affekt! Sehr langatmig! Dieser Krimi mit Stephan Möllenkamp, dem neuen Hauptkommissar bei der Kripo Leer in Ostfriesland, reicht politisch zeitlich sehr zurück in die deutsche Vergangenheit: 1946: Tadeus de Vries, 84 Jahre alt, das Mordopfer, ein wohlhabender Polderbauer, ein unverbesserlicher Altnazi mit ausgeprägtem Hang zum weiblichen Geschlecht, unmoralischem Geschäftsgebaren, despotischen Allüren gegenüber der Familie und ruppigen Umgangsformen gegenüber jedem, der eine andere Meinung hat als er. Der Großbauer hat sich immer Opfer ausgesucht, die sich nicht wehren konnten, Menschen, für die niemand eintrat. 1968: Dann geht es um die Doppelmoral der bundesrepublikanischen Gesellschaft um1968, um feste Meinungen über die 68er und die langhaarigen Studenten rund um die RAF-Terroristen. Es geht auch um Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse, um Revolutionäre Zellen. Im Rheiderland ist dies ein Kampf David gegen Goliath: De Vries gegen Gottfried Schäfer 1999: De Vries hat zu den vehementesten Sperrwerk-Befürwortern gehört, die das Rheiderland aufzubieten hat. Man kann hier beim Sperrwerk beobachten, dass es Repression und Überwältigung des Volkswillens immer noch gibt. Gegen die mächtigen Reeder, die mit der Politik im Bunde stehen, haben die kleinen Fischer überhaupt keine Chance. Um deren Existenz kümmert sich niemand, während gleichzeitig Millionen an Steuergeldern des kleinen Mannes verschleudert werden, damit der Reeder Bernard Meyer auch weiterhin gut verdienen kann. Als weitere gewichtige Protagonistin taucht Gertrud Boekhoff auf, Journalistin beim Rheiderländer Tagblatt, die für mich nicht sehr glaubwürdig rüberkommt mit all ihrer Verleumdung und übler Nachrede in Sachen Gottfried Schäfer und ihren teils sehr gefährlichen Aktivitäten während der Aufklärung dieses Mordfalles. Insgesamt finde ich diesen Kriminalfall zu sehr politisch überlastet, daher zu langatmig.
Deichfürst ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe rund um Stephan Möllenkamp und Gertrud Boekhoff und spielt in Ostfriesland, direkt an der Grenze zu Holland. Zuerst einmal: Der Klappentext täuscht ein wenig, Stephan Möllenkamp und Gertrud Boekhoff ermitteln nicht zusammen. Im Gegenteil, Stephan versucht Gertrud eigentlich aus der Ermittlungsarbeit rauszuhalten, allerdings spornt das diese umso mehr an, sich weiter einzumischen. Stephan ist neu in der Leerer Dienststelle und der Mord an Tadeus de Vries ist sein erster großer Fall. Er muss einerseits in einem hochbrisanten, politischen Fall ermitteln und gleichzeitig auch sein Team koordinieren. Nachdem das ein bunt zusammengewürfelter Haufen ist, ist auch das eine ziemliche Aufgabe. In der Dienststelle regiert ein übereifriger Chef, die Sekretärin unterstützt das Team mehr oder weniger hilfreich und die Kollegen könnten unterschiedlicher nicht sein. Gut gefallen hat mir der zweite Erzählstrang, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg anfängt und nach und nach seine Auswirkungen auf die Gegenwart enthüllt. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es zwischendrin Längen hatte und man durch den parallelen Erzählstrang den Ermittlern etwas voraus war. Aber Stephan und Gertrud sind zwei liebenswerte Charaktere und Stephans Versuche sich in der Heimat seiner Frau einzuleben teilweise sehr lustig. Man merkt ihm doch an, dass er eigentlich eine Großstadtpflanze ist und noch nicht daran gewöhnt, dass in seiner neuen Heimat nichts lange geheim bleibt.
Gegen Schluss wird das Buch noch richtig spannend, auch wenn es für einen Krimi doch eher ungewöhnlich endet. Mir hat es viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich werde die Folgebände sicher im Auge behalten.
"Deichfürst" ist der Auftakt einer Krimireihe rund um den Hauptkommissar Stephan Möllenkamp, der neu nach Ostfriesland gezogen ist und dort nun arbeitet.
Ich mag das Setting, da ich gern Bücher lese, die an der Küste spielen. Gelungen war hier, dass man auch etwas über die Sitten und Gebräuche der Region erklärt bekam. Manche Textstellen waren im Dialekt, das hat den Lesefluss etwas unterbrochen. Manchmal gab es Fußnoten, anfangs jedoch nicht. Für das Verständnis war das gut, aber wie gesagt: Der Lesefluss leidet. Ich denke aber auch, dass es schwer ist, hier ein Mittelmaß zu finden.
Den Hauptkommissar fand ich sehr sympathisch. Es kam auch realistisch rüber, wie er sich erst an seiner neuen Wohn- und Arbeitsstelle zurechtfinden muss. Er ist der "Zugezogene" in einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft.
Immer wieder gibt es auch Rückblenden in die Vergangenheit. Anfangs weiß man sie nicht genau einzuordnen, aber im Mittelpunkt stehen Vertriebene des 2. Weltkriegs. Diese fand ich sehr erschreckend und hoffe, selbst nie eine solche Zeit erleben zu müssen.
Etwas irritiert hat mich, dass die Gegenwart aus unserer Sicht auch schon in der Vergangenheit spielt. Wenn man das Buch liest, versteht man auch warum. Trotzdem war es eine kleine Zeitreise, an die ich mich erst gewöhnen musste.
Der Fall an sich war interessant, aber für mich kein absolutes Highlight. Man konnte einiges schon vorausahnen.
Insgesamt ist es ein kurzweiliger, unterhaltsamer Krimi, der sich bis auf den Dialekt gut lesen lässt. Allerdings hat er auch einige Schwächen und wird mir deshalb nicht allzu lang im Gedächtnis bleiben.
Buchtitel: Deichfürst Autor/in: Heike van Hoorn Verlag: lübbe ISBN: 9783404185306 Ausgabe: Taschenbuch Erscheinung: 25.02.2022 . Inhalt: "Der reiche Bauer Tadeus de Vries wird ermordet aufgefunden - jämmerlich erstickt in einem Holzsarg! Mögliche Täter gibt es einige, denn Tadeus hat sein Leben lang die Menschen um sich herum gedemütigt und schikaniert. Kein einfacher Fall für Stephan Möllenkamp, den neuen Hauptkommissar bei der Kripo Leer in Ostfriesland. Zum Glück stehen ihm seine patente Frau Maike und die resolute Lokalreporterin Gertrud Boekhoff bei den Ermittlungen tatkräftig zur Seite ..." . Meinung: Das Cover und die Inhaltsangabe hatten mich direkt abgeholt, leider wurde ich inhaltlich doch etwas enttäuscht. Ich hatte irgendwie mehr Spannung erwartet. Viel mehr bekommt man eine langsam dahin plätschernde Ermittlung. Außerdem wird der Lesefluss auch etwas durch den Dialekt gestört, was ich bei einem Krimi nicht unbedingt toll finde. Dadurch geht ebenfalls einiges an Spannung verloren. Das Setting fand ich tatsächlich recht gut und darauf hatte ich mich auch echt gefreut. Auch die Protagonisten waren eigentlich gelungen. . Fazit: Alles in allem gibt von mir an der Stelle keine Leseempfehlung. Ihr könnt euch jedoch gerne selbst ein Bild davon machen!
Zum Klappentext: Ein glücklich verheirateter Kommissar und eine bullige Lokalreporterin, die sich an seine Fersen heftet, sind das neue Dreamteam des Küstenkrimis! Der reiche Bauer Tadeus de Vries wird ermordet aufgefunden. Und fast jeder könnte der Täter sein, denn der alte de Vries hat sein Leben lang die Menschen um sich herum gedemütigt und misshandelt. Kein einfacher Fall für Stephan Möllenkamp, den neuen Hauptkommissar der Kripo Leer. Doch er hat nicht nur seine patente Frau Maike an seiner Seite, sondern auch die resolute Lokalreporterin Gertrud Boekhoff ...
Mein Leseeindruck. Der Krimi ist der Auftakt zu einer Krimireihe um den Hauptkommissar Stephan Möllenkamp. Die Handlung beginnt zwar anfangs etwas schleppend, steigert sich dann aber. Der Schreibstil ist flüssig, spannend und mit einer Prise Ironie versehen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die Handlung ist bis auf den Anfang spannend gehalten und hält den Leser ordentlich bei der Stange, so dass man gut durchs Buch kommt und mit einem wunderbaren Ende belohnt wird. Auch werden die Protagonisten sehr gut und bildlich beschrieben. Der Kommissar und diese Lokalreporterin ergänzen sich wunderbar, wenn die Dame auch gewöhnungsbedürftig ist. Das Buchcover ist etwas düster gestaltet, was aber gut zur Handlung passt und es ist ein Blick aus den Dünen zum Meer zu sehen. Ich finde dies sehr gut gewählt. Letztlich hat mich das Buch jedoch nicht zu 100% überzeugt. Für mein Empfinden geht hier noch einiges mehr und dies erhoffe ich mir dann von den Folgebänden.
Mein Fazit: Ein wunderbarer Auftakt einer Krimireihe, welche sehr vielversprechend zu sein scheint und ein wunderbares Gesamtpaket aus Handlung und Cover werden von mir mit 4 Sternen belohnt. Für meinen Geschmack ist der Krimit noch ausbaufähig, daher gibt es einen Stern Abzug.