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Mutterblut

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269 pages, ebook

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About the author

Christian Boochs

16 books1 follower
Christian Boochs glaubt an Reinkarnation und den Sith-Kodex. Auf dem Weg zum Abitur verkaufte er Barbiepuppen und Nintendokonsolen. Danach trat er seinen Wehrdienst an, blieb ein wenig länger und wurde schließlich Zeitsoldat.

Nach dem Ende seiner Militärlaufbahn absolvierte er eine Ausbildung zum Werbetexter, arbeitete in Tierheimen und als Trainer für Menschen mit Hund.

Das Erzählen von Geschichten gehörte zwar immer irgendwie dazu, zum Schreiben von Romanen kam er allerdings erst recht spät. Erfahrungen aus unterschiedlichsten Tätigkeiten, der ganz normale Dreck des Lebens und die Faszination für menschliche Abgründe prägen seine Arbeit als Autor. Nach diversen Experimenten und Veröffentlichungen als Selfpublisher, schreibt er inzwischen (Psycho-)Thriller, die sich im Kern um Schmerz, Angst und Tod drehen.

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Profile Image for Elea Brandt.
Author 17 books51 followers
February 22, 2018
„Mutterblut“ ist in vielerlei Hinsicht ein sehr typischer Thriller: ein raubeiniger Ermittler mit Eheproblemen, ein brutaler Serienmörder und ein Fall, der ziemlich schnell das Privatleben des Ermittlers eingeholt hat. So weit so bekannt. Trotzdem entwickelt der Roman eine schnelle, intensive Sogwirkung – und die Tatsache, dass ich in knapp zwei Tagen ausgelesen hatte, spricht dabei für sich.

Ein Pluspunkt ist zweifellos die Schonungslosigkeit der Darstellung. Statt einer Who-dunnit-Schnitzeljagd zu folgen, weiß der Leser schon sehr früh, mit wem es die Ermittler zu tun bekommen und erlebt einen Teil der Handlung direkt aus Sicht des Täters. Rieper (der Name ist Programm) ist ein Monster, ein brutales Raubtier, dessen Denkweise man mit einer Mischung aus Abscheu und morbider Faszination folgt. Hier wird nichts geschönt, nichts mystifiziert. Sicher nichts für schwache Nerven, aber sehr glaubwürdig. Rieper ist kein intelligentes „criminal mastermind“, das mit Präzision tötet und hübsche Blümchen am Tatort hinterlässt, sondern überzeugt gerade durch seine Impulsivität. Boochs hat mit Rieper ein stimmiges Gesamtkonzept geschaffen, das zwar bisweilen stereotype Elemente aufweist, vom Blickwinkel der Kriminalpsychologie her aber in sich schlüssig ist. Tatsächlich fand ich die Abschnitte aus seiner Perspektive besonders interessant.

Abzüge gibt es leider beim Aufbau des Plots. Wie so oft ahnt man die Entwicklung schon lange vor dem Ermittler und würde ihn am liebsten durch die Buchseiten anschreien, kann aber nur zusehen, wie sich die Katastrophe langsam anbahnt. Ermittler Demski ist kein Sympathieträger, genau das macht seine Figur glaubwürdig, trotzdem wünscht man sich an einigen Stellen, er würde etwas schneller schalten. Umgekehrt wirken einige Schlussfolgerungen zu Beginn der Handlung übereilt (z.B. die Erkenntnis, dass es sich um einen Serienmörder handelt), gerade weil die Seltenheit solcher Vorfälle auch im Roman betont wird. Hier wird für meinen Geschmack zu sehr darauf gesetzt, dass der Leser ja sowieso weiß, worauf es hinausläuft, und eine Abkürzung daher legitim erscheint. Trotzdem bleibt der Roman bis zum aufwühlenden Schluss spannend und mitreißend, was über die kleinen Schwächen hinwegtröstet.

Alles in allem ist „Mutterblut“ ein fesselnder, brutaler Thriller, der trotz kleinerer Schwächen im Plot zu überzeugen weiß. Wer über die klassischen Thriller-Stereotype hinwegsehen kann, wird hier hervorragend unterhalten.
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