Bruno Preisendörfer schaut Luther und seinen Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kaufleute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung – bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir erleben, wie mühsam die Alltagsverrichtungen sind, vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum Beschaffen der Kleidung. Wir reihen uns in Landsknechtshaufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht. »Handfester, reicher, kundiger kann ein Buch kaum sein. Es liest sich wie ein historischer Atlas, in dem jeder Ort lebt, egal wo man aufschlägt.« Die Zeit
Könnte man, wie Bruno Preisendörfer es in beiden Büchern immer wieder imaginiert, als Mensch des 21. Jahrhunderts tatsächlich in die Vergangenheit reisen, würde man dort sicher nicht sehr lange überleben bzw. umgehend zurück in die Zukunft reisen wollen. Das gilt schon für die vom Autor aufgearbeitete Goethezeit, viel mehr aber noch für die hier beschriebene Zeit Martin Luthers. Krankheiten, katastrophale hygienische Verhältnisse und ein unfassbarer Einfallsreichtum, wenn es darum ging, kriminelle, aufständige, ungläubige oder einfach nur unerwünschte Zeitgenossen ins Jenseits zu befördern und sie vorher möglichst lange und schwer leiden zu lassen.
Delightful read from the local library. Anecdotal and very entertaining, very much like some sort of table talk. Not so much a Luther biography, but rather time-travel into Luther´s Wittenberg and German surroundings full of historic titbits and regaling trivia which only sometimes goes into extraordinary monkey business. I did not realize, how cruel some of those peasant wars were and how beastly the people treated each other. Another thing, I am rather glad about and thankful for, is that most animals have been banned from Wittenberg today. The dogs and their waste are bad enough, but can you imagine, cattle, horses and donkeys, pigs and all sorts of fowl inhabiting these walls? It must have been quite a stink and a dreary sight. I do prefer the present situation, where the sweepers come by before 6h00 in the morning to leave the streets and church square spick and span. The food and drink of those times was varied even if the storage was much more of a challenge then. The feudal system was very much in vogue still, but the towns were changing the scene – especially places like Nürnberg, Frankfurt etc. The fate of the Jews was harrowing and fits nicely in with the seasonal readings from Jeremiah and Lamentations. Even Clarke´s TV show on their migrations goes in that direction. The book definitely is worth reading and Bruno Preisendörfer must be an excellent tour guide. I´m sure going to look at this book again d.v.