Die Achtundsechziger polarisieren noch immer. Heinz Bude hat mit Männern und Frauen gesprochen, die damals dabei waren. Gemeinsam ist ihnen der Aufbruch aus der Kindheit zwischen Ruinen in eine Welt des befreiten Lebens. Aber Adorno gab ihnen auf den Weg, dass es einem umso schwerer wird, sich in der Gesellschaft nützlich zu machen, je mehr man von der Gesellschaft versteht. Mit einer trostlosen Vergangenheit im Rücken wollten sie die Gesellschaft verändern, um ein eigenes Leben zu finden. 50 Jahre nach der Revolte ist es an der Zeit zu verstehen, wie viel Privates seinerzeit das Politische Heinz Bude, einer der besten Kenner der deutschen Gesellschaft, zieht Bilanz.
Rückblick auf die 68er-Generation anhand eines "Remixes" von 20 Jahre alten Interviews mit mehr und weniger bekannten Zeitgenossen, die 1968 mit dabei waren.
In einigen Besprechungen des schmalen Bändchens kann man lesen, dass der Autor dankenswerterweise nur "eine Geschichte" und dieselbe auch sehr persönlich schreibt. Wohl wahr. Allerdings kann sich Heinz Bude nicht dazu entschliessen, seinen Soziologieprofessor-Hintergrund zurück zu lassen. Und so kommt es zu der sicher ungewollten Leseerfahrung, dass der Text, obwohl von einem nach-68er geschrieben, genauso verquast und undurchdringlich daher kommt, wie es die ganze Theorie-Diskussion damals für mich 13-jährigen auch war. Leider nicht viel dazu gelernt. Nicht mal über Adorno, der ja eigentlich oft genug erwähnt wird.
Daneben nervt ein stilistischer Kniff des Autors über weite Strecken, wenn er von den Interviewten in der dritten Person spricht und dann unversehens und ohne Uebergang, manchmal im selben Paragrafen, in die erste Person wechselt, was wohl unhandliche, hässliche Anführungszeichen vermeidet, aber gleichzeitig auch oft verwirrt.
Vielleicht das attraktivste am Buch ist das Retro-Suhrkamp Cover.