Das Jahr 2039. Die Menschheit steht einer aggressiven Vogelspezies gegenüber, die im Abstand weniger Jahre Welle um Welle an gewaltigen Raumschiffen Richtung Erde schickt. Die dritte Welle hat 2034 Paris, Kairo und weitere Großstädte vernichtet und konnte nur unter großen Opfern aufgehalten werden. Leander Berger, ein junger Leutnant der Raumstreitkräfte der Vereinten Nationen der Erde, findet sich als "Alienspezialist" inmitten des Krieges und einer geheimen Mission Der Zerstörung und wenn möglich, Kaperung mehrerer gewaltiger Bergbau- und Industrieschiffe der avioiden Aliens. Gemeinsam mit der genetisch optimierten Supersoldatin Karolina Wagner entern sie eines der feindlichen Schiffe, während um sie herum eine erbitterte Weltraumschlacht tobt. Doch das, was sie auf dem Alienschiff vorfinden, wirft mehr Fragen, als Antworten Offensichtlich ist der Feind technisch weitaus weniger hoch entwickelt, als es die mächtigen Raumschiffe glauben machen sollen... Wieso besitzt das "Kaiserreich der silbernen Schwingen" derart mächtige Raumschiffe, wenn sie bei allem anderen kaum über dem Stand der irdischen 1950er Jahre stehen? Auftaktband einer neuen Military-Sci-Fi Reihe.
Ich habe in letzter Zeit ein paar moderne deutsche SF-Romane gelesen, auch weil die Autoren bei unserem Stammtisch vorbeikamen. Als ein Ergebnis hat mir Amazon auch Sic Semper Tyrannis: Angriffsziel Erde vorgeschlagen - und die kostenlose Leseprobe fing mit einer netten Raumschlacht an. Also habe ich die EUR 2,99 investiert. Leider.
Wenn man was positives sagen will: Der Autor hat vermutlich einen Spellchecker verwendet - die sprachlichen Fehler sind fast alle in der Grammatik und bei den Kommata. Auch läuft die Action relativ weitgehend durch - es liest sich flott durch, sofern man es denn erträgt.
Die Handlung ist einfach erzählt - die Erde wird seit mehreren Jahren von immer größer werdenden Flotten von vogelartigen Aliens angegriffen, die von den tapferen Supersoldaten der Erde unter großen Verlusten zurückgeschlagen werden. Im Prolog wird gerade die dritte Welle abgewehrt- mit 237 Millionen toten Zivilisten - und als Folge "stand Leander Berger in einer der, bis zum nächsten Häuserblock reichenden, Schlangen des lokalen Einberufungsbüros, entschlossen, seinen Teil zur Verteidigung der Erde beizutragen" (Kommata so im Original. Namen auch). Fünf Jahre später ist er junger Offizier und "Wissenschaftler", und nimmt Teil am ersten Gegenschlag der Menschheit, und auch am danach erfolgenden Kampf gegen die vierte Welle der Aliens. Das Ende ist halb-offen - leider gibt es einen zweiten Band.
Abgesehen von der der bestenfalls unregelmäßigen Sprachqualität hat mich vor allem die Ideologie gestört. Das Buch liest sich so, wie der Film Starship Troopers wirkt, wenn man die ironische Meta-Ebene nicht bemerkt. Oder wie eine Kreuzung aus den 10 schlimmsten Momenten von David Weber und Norman Spinrads Der Stählerne Traum - nur dass Spinrad die Schlachterei ja als Ausgeburt des kranken Hirns von Adolf Hitler präsentiert, nicht aus Sicht eines neutralen Erzählers.
Die Aliens werden misshandelt, erschlagen, gefoltert, erpresst - alles aus der moralisch überlegenen Situation der armen angegriffenen Menschheit (deren genetisch und ideologisch optimierten Super-Soldaten - "Walküren" und "Spartaner" - die Aliens im Nahkampf mit Gewehrkolben und bloßen Händen zerlegen, und die Leichen abwechselnd als Schlaginstrumente verwenden oder zu Barrikaden gegen die nächste Angriffswelle aufschichten). Auf die technischen Fehler (Licht braucht "wenige Minuten" vom äußeren Ende des Sonnnensystems) will ich da gar nicht eingehen - mir war schon bei den Terroristen von "Peace First" schlecht.
Das ganze gibt es nur als E-Book, also fällt sogar die Zweitverwertung auf dem Klo oder zum Grillanzünden aus. Empfohlen für keinen.