Simone Weil was a French philosopher, Christian mystic, and social activist. Weil was born in Paris to Alsatian agnostic Jewish parents who fled the annexation of Alsace-Lorraine to Germany. Her brilliance, ascetic lifestyle, introversion, and eccentricity limited her ability to mix with others, but not to teach and participate in political movements of her time. She wrote extensively with both insight and breadth about political movements of which she was a part and later about spiritual mysticism. Weil biographer Gabriella Fiori writes that Weil was "a moral genius in the orbit of ethics, a genius of immense revolutionary range".
Warum hatte ich von dieser Frau nur "mal was gehört" und warum hat mir nie jemand gesagt, dass sie großartig ist? (Anregung Wolfram Eilenberger!) "Die außerordentliche Gerechtigkeit, von der die Ilias beseelt ist, hat vielleicht uns unbekannte Vorbilder gehabt, aber keine Nachahmer gefunden. Es ist kaum zu spüren, dass der Dichter Grieche ist und kein Troer." (S.188f) Schon für diese Sätze und die Erkenntnis der "Bitterkeit", die über der "Illias" waltet, gebührt ihr Respekt. Wie wahr es ist, dass Homer die Gewalt immer (!) kalt und nackt darstellt, jenseits jeder Glorie, aber poetisch die wenigen Stellen, die von der Sehnsucht nach Frieden und Familienleben künden. Deswegen stimmen die abschließenden Sätze des große Essays "Die Illias oder das Poem der Gewalt" (1940/ 41), in dem gezeigt wird, wie die Gewalt die Seelen der Opfer wie die der Täter zerfrisst und Menschliches verkrüppelt, so nachdenklich: "Aber nichts, was die Völker Europas hervorgebracht haben, kommt dem ersten uns bekannten Epos gleich, das bei einem von ihnen aufgetaucht ist. Sie werden den epischen Geist vielleicht wiederfinden, wenn sie dazu imstande sind, nichts vor dem Schicksal für sicher zu halten, nie die Gewalt zu bewundern, nicht die Feinde zu hassen und nicht die Unglücklichen zu missachten. Vielleicht sind wir davon noch weit entfernt." (ebd. S. 190f.) Besser ist nie begründet worden, wozu wir in der Schule die griechischen klassischen Dramen brauchen: Sie sind laut Weil die einzig legitimen Erben des Homer, den Schüler/innen freilich nicht werden lesen können, weil sie die "Hybris" kennen und das "Verhängnis" des Todes, der alle gleich macht. Denken wir an das Antigone- Motiv, das durch die Zeiten wandert, weil immer wieder die Politik eingreift in das Leben und Familien entzweit. Simone Weil schreibt davon voller Empathie und Bitternis und voller Gespür für den philosophischen Gehalt von großer Literatur! Für mich die Entdeckung des Monats! Den Essays sind möglichst viele Leser zu wünschen...
Dieses Buch von Simone Weil strahlt im Vergleich zu ihrer Abhandlung über die Unterdrückung der Arbeiterklasse.
Sehr wortgewandt beschreibt sie den Verlauf des Krieges, den Kreislauf der Gewalt, der entsteht, wie sie entmenschlicht, wie sie die Seele übernimmt. Letztendlich ein 0815 Buch über den Pazifismus. Anzumerken ist hier nur, dass sich Simone Weil leider nicht auf historische Ereignisse bezieht, wie es für eine solche Kriegsanalyse wohl sinnvoll wäre, Sondern auf die Erzählung von Homers Ilias.
Abgesehen davon finden sich in diesem Buch noch Tagebucheinträge aus dem spanischen Bürgerkrieg, in dem sie als Anarchistin mitgekämpft hat (bevor und nachdem sie Pazifistin war) Leider geht dieser Teil nicht so lange, da sie sich nach ein paar wenigen Wochen durch einen Unfall beim Kochen aus dem Kriegsgeschehen zurückziehen musste.